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Schneemassen 1 – Heute starten Erkundungsflüge

03.02.2014
LH Kaiser dankt nochmals allen Helfern, Einsatzkräften und Einsatzleitern – Entscheidung über „Schneeferien“ fällt gegen Mittag
In Oberkärnten stehen die vielen Helfer und Einsatzkräfte noch immer im vollen Einsatz gegen die Schneemassen. Tausende Menschen sind von der Außenwelt abgeschnitten, betroffen sind derzeit weiter das Lesachtal und Naßfeld, seit heute, Montag, auch Bad Bleiberg und Zell Pfarre. Die Landesstraßenbauabteilung meldet aktuell, dass die Straße von St. Lorenzen bis Maria Luggau (Landesgrenze) wieder frei ist. Von Sillian aus sollen die Osttiroler ebenfalls bald in Maria Luggau sein. Die Leute der Straßenmeistereien räumen in Abstimmung mit der Lawinenkommission und mit Unterstützung des Bundesheeres. Umgestürzte Bäume und Lawinen erschweren die Räumarbeiten.

Erkundungsflüge mit Hubschraubern des Bundesheeres und des Innenministeriums sollen gegen Mittag neue Erkenntnisse bringen. Ebenfalls gegen Mittag wird sich auch entscheiden, ob die „Schneeferien“ für die Schulen in den am stärksten betroffenen Bezirken Hermagor, Spittal und in der Gemeinde Bad Bleiberg im Bezirk Villach-Land auf morgen, Dienstag, verlängert werden. Bevölkerung und Urlaubsgäste werden weiterhin zur Vorsicht gemahnt, vor allem Dachlawinen und umstürzende Bäume stellen eine große Gefahr dar.

Katastrophenschutzreferent Landeshauptmann Peter Kaiser strich heute, Montag, bei der Besprechung des Krisenstabes in der Landesalarm- und Warnzentrale (LAWZ) in Klagenfurt erneut die sehr gut koordinierte und abgestimmte Zusammenarbeit aller Kräfte hervor. „Die vergangenen Tage waren sehr kräfteraubend für die betroffene Bevölkerung, die tausenden Einsatzkräfte, die zum großen Teil freiwillig und ehrenamtlich im Dienst waren, die regionalen Einsatzleiter, die Bezirkshauptmänner Heinz Pansi in Hermagor und Klaus Brandner in Spittal mit ihren Teams sowie die Mannschaft in der LAWZ mit Egon Rauter und Markus Hudobnik vom Katastrophenschutz. Ich danke allen nochmals von ganzem Herzen für ihre großartige Leistung“, betonte er.

Priorität haben nunmehr die Erkundung der Lawinengefahr sowie die Unterstützung der Kelag bei den Reparaturarbeiten. Rund 5.000 Haushalte sind wegen umgestürzter Bäume ohne Strom. 200 Mann der Kelag sind – unterstützt von einem Hubschrauber und zwei Einsatztrupps des Bundesheeres – im Einsatz. Die Kelag macht auf ihre Notrufnummer 050525 aufmerksam, die Durchwahl im Bezirk Hermagor lautet 6696.

Hermagors Bezirkshauptmann Pansi wird gegen Mittag mit einem Bundesheerhubschrauber zu einem Erkundungsflug im Bereich Naßfeld starten, auch die Kelag bekommt Hilfe von Bundesheersoldaten. Der Lawinenwarndienst des Landes wird vom Hubschrauber des Innenministeriums unterstützt. Alpinpolizist Josef Bierbaumer appellierte dafür, die Entscheidungen der Lawinenkommission betreffend Straßensperren nicht aus touristischen oder wirtschaftlichen Gründen in Frage zu stellen, die Sicherheit von Leib und Leben habe Vorrang.

Im Krisenstab wurde zudem festgestellt, dass Kärnten vorerst nicht wie andere Bundesländer dem Hilfegesuch aus Slowenien nachkommen kann, das mit großen Stromausfällen zu kämpfen hat. Die Kärntner Notstromaggregate sind nämlich zum großen Teil hier im Einsatz. Sollte es jedoch Probleme im Grenzbereich zu Slowenien geben, stehe Kärnten bereit.

Von den Feuerwehren wurden in der Nacht auf heute rund 80 Einsätze mit 1.200 Mann durchgeführt. Es handelte sich hauptsächlich um technische Einsätze wie das Entfernen umgestürzter Bäume. Vier Hubsteiger sind unterdessen in das Gail- und Lesachtal zur Unterstützung unterwegs. Vom Roten Kreuz steht eine KAT-Mannschaft in Spittal in Bereitschaft. In den Bezirken Hermagor und Spittal ist der normale Rettungsdienst gewährleistet, ein zusätzliches Rettungsauto ist für den Bereich Naßfeld abgestellt.

Das Bundesheer hat vier Hubschrauber, darunter einen Blackhawk, die abrufbereit sind und eigentlich für eine mittlerweile abgesagte Luftlandeübung vorgesehen waren. In Bezirk Hermagor sind 106 Soldaten im Einsatz, speziell in Kötschach-Mauthen, Laas und Würmlach.

Von der Polizei stehen alle im Dienst befindlichen Kräfte im Einsatz, die alpinen Kräfte in Hermagor, Spittal und Villach wären sofort in Bereitschaft. Ebenso in Bereitschaft ist die Bergrettung, sie führte am Sonntag Erkundungen mit der Lawinenkommission im Lesachtal und in Kötschach-Mauthen sowie zwei Evakuierungen durch.

Von den ÖBB sind 250 Mann und 20 schwere schienengebundene Räumgeräte im Einsatz. Die Tauernbahn bleibt weiter gesperrt. Es sind ein Erkundungsflug und die Sprengung einer Lawine geplant. Wenn alles nach Plan verläuft, könnte die Bahn gegen Mittag wieder frei sein.

Laut der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) lässt heute, Montag, der Niederschlag vorübergehend nach und klingt weiter ab, es gibt längere Niederschlagspausen. Auch im Gailtal hört der Niederschlag allmählich auf, es bleibt aber durchwegs stark bewölkt oder bedeckt und in den Staulagen der Karnischen Alpen nebelig trüb. Auch die Nacht verläuft meist niederschlagsfrei. Am Dienstag kommt erneut ein Frontensystem aus Südwesten, es bringt erneut im Südwesten des Landes am meisten Niederschlag, die Schneefallgrenze liegt zwischen 900 Meter und Tallagen. Bis Mittwoch zu Mittag erwartet die ZAMG insgesamt noch Neuschneemengen von 5 bis 10 Zentimeter im Mölltal und in Mittelkärnten, von 15 bis 20 Zentimeter im Gailtal und Oberen Drautal, von 20 bis 25 Zentimeter im Lesachtal und von 20 bis 30 Zentimeter in den Karnischen Alpen.

Die nächste Besprechung in der LAWZ findet morgen, Dienstag, um 13.00 Uhr statt.


Rückfragehinweis: Büro LH Kaiser
Redaktion: Kurath/Böhm