News

LOKAL

Buch- und DVD-Präsentation „100 Jahre Erster Weltkrieg

04.02.2014
LH Kaiser dankte für Projekt und Schülerwettbewerb zum Auftakt des Gedenkjahres - Wert des Menschenlebens muss im Mittelpunkt stehen
Im Spiegelsaal der Kärntner Landesregierung in Klagenfurt erfolgte heute, Dienstag, eine Buch- und DVD-Präsentation zu „100 Jahre Erster Weltkrieg“. Auch ein Schüler-Wettbewerb für Geschichte(n) zum Ersten Weltkrieg wurde gestartet.

Landeshauptmann Peter Kaiser hieß zahlreiche Gäste willkommen, unter ihnen den Historiker Universitätsprofessor Helmut Konrad (Graz) Claudia Gigler (Kleine Zeitung-Akademie), Landesschulratspräsident Rudolf Altersberger, Chefredakteurin Eva Weissenberger sowie zahlreiche Schuldirektorinnen und –direktorinnen sowie Schulinspektorinnen und -inspektoren.
Die drei renommierten Zeitgeschichte-Professoren verstehen es, Zeitgeschichte tiefgehend, aber leicht verständlich und spannend zu erzählen: Helmut Konrad (Graz), Christa Hämmerle (Wien) und Manfried Rauchensteiner (Wien) bieten ihr Wissen bzw. ihre Vorlesungen zum „Ersten Weltkrieg“ auf DVD in zwölf Vorträgen von je einer halben Stunde an. Im 240 Seiten starken Begleitbuch kann man die bewusst nachträglich verschriftlichten Texte nachlesen, auch finden sich hier die Biografien der Vortragenden und die Chronik zum Krieg. Beides kostet 49,90 Euro, herausgegeben wurde es von der Edition Kleine Zeitung.

Der Landeshauptmann dankte allen, die zu diesem Werk und zum Auftakt für das Weltkriegsgedenken beigetragen haben. Es sei wichtig, dass junge Menschen die Geschichte kennenlernen und in die Lage versetzt werden, ihre Schlüsse zu ziehen. Kaiser dankte dafür, dass verschiedene Zugänge gewählt wurden, um Verständnis unter heutigen Gesichtspunkten und für die Identitätsbildung finden zu können. Es sei sehr positiv, dass auch „Geschichte von unten“ gemacht werde und junge Menschen Geschichte und Geschichten erzählt bekommen, hören und abbilden können. Dies sei gleichsam angewandte, identitätsstiftende historische Tätigkeit. Notwendig sei es, die jungen Menschen zu unterstützen und klar zu machen, dass immer der Wert des Menschenlebens im Mittelpunkt zu stehen habe.

Landesschulratspräsident Rudolf Altersberger machte deutlich, dass man heute in der EU wählen könne und damals habe es Krieg mit zahllosen Toten und Verwundeten in Europa gegeben. Auch die Schulen bzw. der Unterricht seien im Dienst des Krieges gestanden. Es sei wichtig, die historischen Aspekte weiter zu transportieren.
Chefredakteurin Eva Weissenberger sprach von den vielfältigen, über die Zeitung hinausgehenden Bemühungen, um Jugendliche auch für zeitgeschichtliche Themen zu interessieren. 

Professor Konrad ging auf die rasche Entstehung des Buches näher ein. Es will Verständnis, Neugier und Offenheit wecken. Vor allem gebe es viele Parallelen zur Gegenwart, von den Migrationsbewegungen bis zur Kommunikationsrevolution, führte Konrad aus. Er erwähnte die große Umbruchssituation, die anfängliche Kriegsbegeisterung sowie das weiterhin anhaltende Sinken des Gewaltpegels. Heute würde gottseidank in der EU bzw. dank des EU-Friedensprojektes der Krieg nicht mehr als Lösung angesehen, betonte Konrad und dankte dafür, dass dieses Projekt in die Schulen getragen werde.

Claudia Gigler (Kleine Zeitung Akademie) sagte, dass es für junge Menschen noch Anknüpfungspunkte gebe, daher habe man dieses gemeinsame Projekt initiiert. Junge Menschen sollten forschen und Geschichte entdecken und dies multimedial festhalten. Gigler dankte dem Landeshauptmann und teilte auch mit, dass die Schülerprojekte (redaktion@kleinezeitung.at), die durch eine Jury gekürt werden, im Kärntner Landesmuseum präsentiert werden. Die Mittleren Schulen (NMS und HS sowie die AHS und BHS erhalten Bücher bzw. DVDs.

Der Erste Weltkrieg gilt als die "Urkatastrophe" des 20. Jahrhunderts. Es war der erste "Volkskrieg", der erste Krieg, der in seinen Auswirkungen die gesamte Bevölkerung betraf. Rund 70 Mio. Menschen standen damals unter Waffen, der Krieg forderte an die 17 Mio. Menschenleben.


Rückfragehinweis: Büro LH Kaiser
Redaktion: Karl Brunner
Fotohinweis: LPD/Eggenberger