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POLITIK

Keine Skipiste durch Naturschutzgebiet

10.02.2014
LH Kaiser und LR Holub: Hoteldorf-Projekt am Fuße des Mölltaler Gletschers nur möglich wenn Naturschutz-Bestimmungen eingehalten werden
Im Rahmen des Pressefoyers nach der Regierungssitzung nahmen heute, Montag, Landeshauptmann Peter Kaiser und Naturschutzreferent LR Rolf Holub zum geplanten Projekt des Tiroler Liftunternehmers Heinz Schultz im Mölltal Stellung: An die Errichtung eines Hoteldorfs am Fuße des Mölltaler Gletschers sei von diesem die Bedingung einer Abfahrtspiste vom Gletscher zur Talstation der Stollenbahn geknüpft. Diese würde aber durch das Naturschutzgebiet Kleinfragant führen.

Der Landeshauptmann berichtete, dass der Naturschutzbeirat dazu im Februar 2013 Nein gesagt und auch der frühere Naturschutzreferent dies akzeptiert habe. „Eine Abfahrt ist außerdem zuerst keine Bedingung gewesen“, so Kaiser, der die Einwände der Mölltaler Bürgermeister sehr wohl verstehe, die Investitionen für ihr Tal haben wollen. Es müsse die Bereitschaft von beiden Seiten geben, aufeinander zuzugehen ohne Druck aufzubauen, forderte der Landeshauptmann.

Kaiser führte außerdem aus, dass dieses Projekt eine sehr lange Vorgeschichte habe, die zu beachten sei. „Das ist nicht der erste Anlauf, aber weil die Vorgängerregierung das nicht entschieden hat, haben wir jetzt zeitlichen Druck“, so der Landeshauptmann. Es müsste schon geschaut werden, wie die Gewichtung, Ausgangsposition und bisherigen Verantwortlichkeiten gewesen seien.

„Ich habe mich nach meinem Amtsantritt hinter den Naturschutzbeirat und gegen den Griff nach dem Naturschutzgebiet Kleinfragant gestellt“, sagte Holub. Er stehe für eine glaubwürdige und nachhaltige Politik. „Wir haben doch die Verantwortung für nachfolgende Generationen und werden nicht für jemanden das Gesetz ändern, damit er den Naturschutz abschafft.“ Auch Holub betonte, alle Begehrlichkeiten zu verstehen. „Aber zu uns kommen die Menschen, um die Natur zu genießen.“ Zu dem Angebot von Schultz, Ausgleichsflächen ankaufen zu wollen, sagte Holub: „In denen gibt es nichts Schützenswertes.“

Gesprochen wurde auch über den vergangenen Polizeigipfel mit allen 22 betroffenen Bürgermeistern, dem Gemeindebund und Parteienvertretern. Geeinigt habe man sich darauf, dass man von Innenministerin Johanna Mikl-Leitner am Verhandlungstisch vernünftige Gespräche auf Augenhöhe fordere. Sollte die Ministerin dazu nicht bereit sein, würden alle 132 Kärntner Bürgermeister geschlossen nach Wien fahren. Dem Vernehmen nach soll die Ministerin im Rahmen ihrer Bundesländerbesuche noch diese Woche nach Kärnten kommen.

Nach Gesprächen mit der Bundesministerin gebe es für Holub klare Anzeichen für einen Kompromiss. Seiner Meinung nach habe Mikl-Leitner die Kärntner Situation unterschätzt: „Sie hat nicht gewusst, in welche Landschaft sie dieses Schließungsprogramm setzt.“

Berichtet wurde, dass die Finanzierung für den Sommerbetrieb der Petzen fixiert sei. 235.000 Euro stünden dafür zur Verfügung, so Kaiser. Im Plan sei auch ein EU-geförderter Kindererlebnispark.


Rückfragehinweis: Büros LH Kaiser, LR Holub
Redaktion: Ulli Sternig