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Pflegeheime: Einhaltung arbeitsrechtlicher Bedingungen sind Hauptprobleme

10.03.2014
Sozialreferentin LHStv.in Prettner: Gezielte Schulungen, transparentes Normkostenmodell und umfassende Sozialreform sollen Abhilfe schaffen
In einer gemeinsamen Pressekonferenz zogen heute, Montag, Sozialreferentin LHStv.in Beate Prettner und AK-Präsident Günther Goach eine erste Bilanz über die abgehaltenen Informationsveranstaltungen für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Kärntens Pflegeheimen. Initiiert wurden diese Schulungen über geltende arbeitsrechtliche Bestimmungen in Pflegeberufen seitens des Landes Kärnten, der Arbeiterkammer und des ÖGB aufgrund aufgezeigter Missstände.

„Die Ergebnisse waren aufschlussreich und überraschend zugleich. So stellt, bis auf wenige Ausnahmen, nicht wie von den Heimbetreibern angeprangert, der derzeitige Pflegeschlüssel das Hauptproblem dar. Vielmehr ist es so, dass die arbeitsrechtlichen Bestimmungen derzeit nicht eingehalten werden. Der Pflegeschlüssel wird nur dort angepasst werden müssen, wo auch tatsächlicher Bedarf gegeben ist“, fasste Prettner zusammen. Auch für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der sozialen Dienste sollen demnächst ähnliche Informationsangebote geschaffen werden.

Auf Basis der Erkenntnisse aus den ersten Informationsveranstaltungen sollen nun via Arbeiterkammer und ÖGB Schulungen zu den angeführten Themen angeboten werden. „Oft scheitert ein reibungsloser Ablauf an Kleinigkeiten wie einer geordneten Dienstübergabe. Es gibt aber auch große Unsicherheiten betreffend die Einhaltung von Ruhezeiten und zwischen einer Rufbereitschaft und Bereitschaft“, wusste Goach zu berichten. Mit gezielten Angeboten wolle man nun auf die aufgedeckten Mängel eingehen.

Zudem kündigte Prettner an, weiterhin verstärkte und mit der Arbeiterkammer und dem Arbeitsinspektorat koordinierte Kontrollen in Kärntens Pflegeheimen durchzuführen. „Es vergeht inzwischen kein Tag, an dem ich nicht mindestens einem Heim in Kärnten persönlich einen unangekündigten Besuch abstatte, um mich mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern direkt an ihrem Arbeitsplatz der Behebung von Mängeln zu widmen. Um zusätzlich auch weiterhin eine unbürokratische Anlaufstelle bieten zu können, soll aber auch die Hotline der Arbeiterkammer weiter geöffnet bleiben“, so Prettner. Die Sozialreferentin betonte auch, dass die aktuelle Problematik nicht alle Heime in Kärnten betreffe und es durchaus auch Positivbeispiele gebe.

Neben den Schulungen für das Personal sind aber noch weitere wichtige Neuerungen geplant, wie die Erarbeitung eines Normkostenmodells für den Pflegebereich und eine umfassende Sozialreform für ganz Kärnten, wie Prettner bekannt gab. „Die Leistungen, die in Kärntens Heimen erbracht werden, müssen direkt miteinander vergleichbar sein und sollen um die Komponente der gebotenen Qualität erweitert werden. Das heißt, das künftig nur noch jene Heime gefördert werden, die auch Qualität bietenund in denen eventuell auch Mehrleistungen in Anspruch genommen werden“, so Prettner. Sie strebt zudem transparente und nachvollziehbare Finanzierungsstrukturen an. Für die Sozialreform wurden die internen Vorarbeiten abgeschlossen, eine Zielsteuerung, in der alle Finanziers vertreten sein werden, soll demnächst installiert werden.


Rückfragehinweis: Büro LHStv.in Prettner
Redaktion: Schmied/Zeitlinger
Fotohinweis: Büro LHStv.in Prettner