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Morgen ist Internationaler Tag der Menschen mit Down-Syndrom

20.03.2014
LHStv.in Prettner: Herstellung von Chancengleichheit liegt in unser aller Verantwortung
Anlässlich des Internationalen Tages der Menschen mit Down Syndrom, der jährlich symbolträchtig am 21.3. stattfindet, luden Kärntens Sozialreferentin LHStv.in Beate Prettner, Behindertenanwältin Isabella Scheiflinger und rund 50 VertreterInnen der Selbsthilfegruppe Down-Syndrom unter der Leitung von Sonja Stuppacher gestern, Mittwoch, zu einem Pressegespräch. Neben der Präsentation gemeinsamer Ziele stand unter anderem die Bewusstseinsbildung für die Problematik von Betroffenen des Down-Syndroms und deren Angehörigen im Vordergrund.

„In den letzten vierzehn Jahren, also genau so lange wie die Kärntner Selbsthilfegruppe besteht, konnte bereits viel für die Betroffenen erreicht werden. Doch dass das Ende der Fahnenstange noch lange nicht erreicht ist, beweisen uns die engagierte Arbeit der Selbsthilfegruppe, deren Forderungskatalog sowie die ehrgeizigen Ziele des Landesetappenplans zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention“, betonte Prettner.

Neben der Ausweitung der Hausfrühforderung und der Therapieangebote zielen die Forderungen der Selbsthilfegruppe im Wesentlichen auf die Lebensbereiche Schule, Freizeit, Wohnen und Beruf ab, um ein selbstbestimmtes und gleichberechtigtes eigenständiges Leben für Menschen mit Down-Syndrom zu ermöglichen. „Uns ist es wichtig, dass auch die Öffentlichkeit erkennt, dass Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit Down-Syndrom nicht weniger Wünsche und Ziele im Leben haben, als Menschen ohne Behinderung. Eine gelebte Inklusion in allen Lebensbereichen ist unser Ziel“, so Stuppacher. Hilfe, Beratung und Unterstützung erfahren die Betroffenen jederzeit von Behindertenanwältin Scheiflinger, die betonte, dass „mit dem Start des Landesetappenplans ein weiterer wichtiger Schritt in Richtung Chancengleichheit gemacht werden konnte“. Scheiflinger fordert jedoch auch eine grundsätzliche kritische Auseinandersetzung mit den bestehenden Möglichkeiten der Pränataldiagnostik und stellt klar, dass heute ca. 90Prozent aller Ungeborenen mit ernsthaftem Verdacht auf Down Syndrom abgetrieben werden. Scheiflinger weist eindringlich darauf hin, dass auch Menschen mit Down-Syndrom eine Chance zum Leben brauchen.

Die Teilnehmer bei der Pressekonferenz, die selbst das Down Syndrom haben, haben dabei sehr deutlich gezeigt, wie lebenswert, glücklich und auch für ihr Umfeld bereichernd ihr Leben ist.
Es werde einige Maßnahmen geben, die relativ kurzfristig für die Betroffenen umgesetzt werden können, wie beispielsweise der Ausbau von Info-Boxen, die nicht nur Betroffenen, sondern auch Schulen zur Verfügung gestellt werden sollen.

„Es werden aber auch mittel- und langfristige Maßnahmen im Landesetappenplan Berücksichtigung finden müssen, unter Einbezug aller Referatsbereiche des Landes. Denn Chancengleichheit ist eine Querschnittsmaterie und liegt in unser aller Verantwortung“, so Prettner, die damit auch auf den einstimmigen Beschluss zur Umsetzung der UN-Konvention aufmerksam machte.


Rückfragehinweis: Büro LHStv.in Prettner
Redaktion: Schmied/Brunner
Foto: Büro LHStv.in Prettner