News

LOKAL

Landeswappen für Kärntner Bergretter

29.03.2014
LH Kaiser dankte bei Landesversammlung für freiwilligen und idealistischen Einsatz – 543 Einsätze und 7.540 Einsatzstunden im Jahr 2013 – Ortsstelle Lesachtal feiert 50-Jahr-Jubiläum
Wenn in Kärntens Bergen oder im unwegsamen Gelände Menschen in Not geraten sind, stehen die zumeist Ehrenamtlichen und Freiwilligen der Bergrettung immer rasch bereit – und das im Sommer und im Winter. Katastrophenschutzreferent Landeshauptmann Peter Kaiser richtete heute, Samstag, seinen herzlichen Dank an die engagierten Mitglieder und konnte der Landesleitung Kärnten des Österreichischen Bergrettungsdienstes das Recht zur Führung des Kärntner Landeswappens verleihen. Den Rahmen dafür bot die Landesversammlung der Bergrettung in St. Lorenzen im Lesachtal. Die dortige Ortsstelle feiert heuer ihr 50-jähriges Bestandsjubiläum.

„Es sind starke Menschen, starke Organisationen, es ist ein starkes Land, das solche Leistungen erbringt“, begann der Landeshauptmann seine Dankesrede anlässlich der Urkundenverleihung. Die Tätigkeit der Bergretterinnen und Bergretter sei oftmals verbunden mit Entbehrungen, dem Riskieren des eigenen Lebens und dem Opfern der eigenen Zeit für andere. „Das ist die Lebensqualität, die wir in Kärnten haben, weil hier so viele bereit sind, sich in den Dienst der Allgemeinheit zu stellen“, sagte Kaiser. Er strich den Zusammenhalt und die perfekt funktionierende Kette der Sicherheit zwischen Rettungs- und Blaulichtorganisationen, Bundesheer und Behörden hervor. Dies habe sich auch gerade erst bei der Schneekatastrophe in Kärnten gezeigt, von der auch das Lesachtal stark betroffen war. „Das Landeswappen soll eine sichtbare heraldische Auszeichnung dafür sein, was Sie für dieses Land und seine Menschen tun“, richtete sich der Landeshauptmann an die Bergrettungsmitglieder.

Bergrettungs-Landesleiter Otmar Striednig sieht im Recht zur Führung des Landeswappens nicht nur eine Auszeichnung, sondern auch ein wichtiges Zeichen dafür, dass sich die Bergrettung in den Dienst der Allgemeinheit stelle und damit bereit sei, Verantwortung für das Land, die Bevölkerung und vor allem auch für die Gäste zu übernehmen. „In unserer Zusammenarbeit mit den Nachbarregionen stärkt das zudem unsere regionale Verbundenheit mit der Bevölkerung sowie den Behörden und Institutionen Kärntens“, so Striednig.

Die Kärntner Landesorganisation des Österreichischen Bergrettungsdienstes wurde 1946 gegründet und zählt derzeit 18 Orts- und eine Außenstelle. Ansässig ist die Landesleitung in der Klagenfurter Rosenegger Straße. Von den 957 Mitgliedern sind 739 aktive Bergretter und 33 aktive Bergretterinnen. Zudem gibt es 23 Lawinen- und Suchhunde-Teams. 2013 absolvierte die Kärntner Bergrettung 543 Einsätze, 2012 waren es noch 468. Insgesamt leisteten die Retterinnen und Retter im Vorjahr 7.540 Einsatzstunden. 582 Personen wurden geborgen, davon 311 verletzt und 18 tot.

Der Bergrettungsdienst arbeitet eng mit den Blaulichtorganisationen, dem Bundesheer, den Behörden und Flugrettungsstellen sowie dem ÖAMTC zusammen. Außerdem versieht er in den großen Skigebieten Kärntens die traditionellen Pistendienste. Unter dem überwiegend ehrenamtlich tätigen Personal sind u.a. auch viele Ärztinnen und Ärzte, Tierärztinnen und Tierärzte, Sanitäterinnen und Sanitäter, Funkerinnen und Funker. In ihrer Freizeit absolvieren die Freiwilligen außerdem laufend Schulungen, Übungen und Prüfungen.

Die jubilierende Ortsstelle Lesachtal wurde am 18. 10. 1964 in Luggau noch als Außenstelle der Ortsstelle Kötschach gegründet. Schon 1965 wurde sie in St. Lorenzen zur selbständigen Ortsstelle Oberes Lesachtal. Unter Ortsstellenleiter Jan Salcher sind derzeit 60 Mitglieder von St. Jakob bis Obertilliach dabei, vier Lawinen- und Suchhunde ergänzen das Team. Ihr Einsatzgebiet umfasst beinahe 200 Quadratkilometer.

Bei der Landesversammlung im Lesachtal sprach auch Bürgermeister Franz Guggenberger Grußworte, Oberstleutnant Pete Hauser hielt einen Vortrag zum Thema „Ruf der Wildnis! Gedanken über Mensch und Natur“. Neben den üblichen Berichten erfolgten auch Ehrungen verdienter Bergretter, die zwischen 25 und sogar 60 Jahren Mitglieder sind. Anwesend waren auch mehrere Vertreter von Partnern der Bergrettung.

Infos unter http://www.kaernten.bergrettung.at


Rückfragehinweis: Büro LH Kaiser; Bergrettung Kärnten
Redaktion: Markus Böhm 
Fotohinweis: LPD/fritzpress