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Kärnten setzt neue Bildungsakzente

31.03.2014
Kärnten-Besuch BM Heinisch-Hosek 1: Bundesministerin und LH Kaiser eröffneten Geschlechterthema-Symposium an der Pädagogischen Hochschule
Bildungs- und Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek und Bildungsreferent Landeshauptmann Peter Kaiser kamen heute, Montag, zur Eröffnung des Symposiums „Gender- und diversitätskompetenter Unterricht“ an der Pädagogischen Hochschule Kärnten in Klagenfurt. Der Landeshauptmann bot an, dass Kärnten für neue bildungspolitische Wege und Angebote zur Verfügung stehen würde. In diesem Zusammenhang verwies Kaiser auf die Hochschulkonferenz, die in Kärnten Universität, Pädagogische Hochschule und Fachhochschule umfasse und auch räumlich bedingt künftig sehr konstruktiv zusammenwirken könnten. Die Zukunft werde sehr von Bildung bestimmt werden, sagte Kaiser.

Auch sei es gut, dass in Kärnten alle Agenden zum Thema Bildung im Bildungsreferat bzw. beim Bildungsreferenten zusammenlaufen. Sein Bildungsbegriff beinhalte jedenfalls nicht nur pädagogische und soziale Aspekte sondern auch emanzipative. Es gehe um die Erziehung der Menschen zu mündigen und kritischen Bürgerinnen und Bürgern. Kaiser machte noch auf wichtige Ereignisse aufmerksam, die aufzeigen, dass Kärnten im Bildungsbereich grenzüberschreitend aktiv sei und die Internationalität unterstütze.

Ministerin Heinisch-Hosek sprach wichtige Schwerpunkte ihrer Arbeit an. So müsse Elementar- und Grundschulpädagogik besser zusammengeführt bzw. sanftere Übergänge geschaffen werden. Weiters müsse der Ausbau der ganztägigen Schulformen vorangetrieben werden. Angesichts der Budgetknappheit brauche es einen gezielten Einsatz von Mittel und Personal, um Schwerpunktschulen zu schaffen. Ziel sei es, familiär bedingte Bildungsnachteile auszugleichen.

Auch die Schulautonomie sei ihr ein wichtiges Anliegen, um den Schulen mehr Bewegungsspielraum zu ermöglichen. Schließlich sollte Schule ein Haus sein, in das die Kinder gerne gehen, so die Ministerin. Sie sagte, dass es auch eine starke Gegenbewegung gegen Genderorientierung gebe, etwa in der Konsumwelt, wo Rollenbilder stark fixiert seien und weiter tradiert würden. Bildung habe hier die Aufgabe von Persönlichkeitsbildung und dem Aufbrechen von Rollen bzw. Annehmen von anderen Rollen.

Das Symposium ist ein Kooperationsprojekt zwischen Universität, IMST, BMBF, Pädagogische Hochschule und Land und dient der Fortbildung für LehrerInnen. IMST (Innovationen Machen Schulen Top) ist ein flexibles Unterrichtssystem für eine fachbezogene Innovationskultur zur Stärkung der naturwissenschaftlichen Fächer an den Schulen. Dabei ist die Förderung von Chancengerechtigkeit unter Berücksichtigung von Geschlechteraspekten von großer Bedeutung. Das Geschlechter-Thema und die Unterschiede zwischen Schülerinnen und Schülern – etwa im Bereich Mathematik oder Lesen – standen im Mittelpunkt der Vorträge, Diskussionen und Workshops.

Die Rektorin der Pädagogischen Hochschule, Marlies Krainz-Dürr, konnte viele Studentinnen und Studenten sowie Vortragende und Gäste willkommen heißen, unter ihnen auch Landesschulratspräsident Rudolf Altersberger, IMST-Projektleiter Heimo Senger, Universitätsprofessor Konrad Krainer von der Uni Klagenfurt, Claudia Schneider (Verein Efeu) und Ilse Bartosch (Uni Wien). Die Rektorin hob die erste Verbundprofessur hervor, die es in Kärnten für Universität und Pädagogische Hochschule gibt.

Susanne Dermuth (Uni Klagenfurt) befasste sich eingehend mit dem Geschlechterthema in der Schule und insbesondere mit den Folgen der Geschlechterhierarchien.

Info: www.imst.ac.at www.ph-kaernten.ac.at


Rückfragehinweis: Büro LH Kaiser
Redaktion: Karl Brunner
Fotohinweis: LPD/ fritzpress