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Zweitägige Bildungskonferenz stößt auf großes Interesse

31.03.2014
Kärnten-Besuch BM Heinisch-Hosek 3: Ministerin und LH Kaiser: „Bildungswege müssen für jeden offen sein“ - Landtagspräsidenten Rohr und Van Staa: „Konferenz soll Jugend Perspektiven vermitteln“
Im Medienraum des Amtes der Kärntner Landesregierung informierten heute, Montag, Bildungsreferent Landeshauptmann Peter Kaiser gemeinsam mit Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek und den Landtagspräsidenten Reinhart Rohr (Kärnten) und Herwig van Staa (Tirol) im Rahmen einer Pressekonferenz über die zweitägige Konferenz „Bildung als wichtigste Investition in unsere Jugend“. Sie findet heute und morgen mit sieben Referenten im Konzerthaus Klagenfurt statt.

Landeshauptmann Kaiser informierte, dass im Rahmen dieser Konferenz die Verknüpfung Bildung, Ausbildung und Berufsausbildung, das duale Ausbildungssystem und der tertiäre Bildungssektor ebenso im Fokus stehen werden wie die kritische Selbstreflexion. „Die Vorträge kommen alle aus berufenem Munde, das Thema stößt auf ein großes Interesse und es gibt 150 Anmeldungen zu dieser Konferenz“, teilte Kaiser mit.

Kaiser teilte in seiner Funktion als Bildungsreferent auch mit, dass es im Bildungsbereich keine Budgetkürzungen gebe. „Investitionen in die Bildung und Jugend sind Investitionen in die Zukunft. Bei der Landeshauptleute Konferenz wurde daher beschlossen, dass für den Ausbau des Ganztages-Schulwesen in Kärnten 31 Millionen Euro in den nächsten fünf Jahren zur Verfügung stehen werden. Ebenso gibt es vom Bund für die die frühkindliche Bildung der Ein- bis Dreijährigen neun Millionen Euro“, so Kaiser.

Vom Bildungsreferenten wurde auch die enge und gute Zusammenarbeit mit Brüssel und dem Kärntner Verbindungsbüro im bilingualen Schulwesen, bei den Auslandspraktika und beim Bildungsprogramm Erasmus + hervorgehoben.

Die Humanressource Mensch und das Voneinander-Lernen sind für Bildungsministerin Heinisch-Hosek unabdinglich. „Für jeden soll künftig jeder Bildungsweg offen sein“, so die Unterrichtsministerin. Für sie beginnt der Einstieg im Bildungssystem bereits in den Krabbelstuben und im Kindergarten. „Um bis zum Jahr 2018 weitere 50.000 Kinderbetreuungsplätze schaffen zu können, werden 350 Millionen Euro eingesetzt“, teilte die Ministerin mit. Seitens der EU fließen 28 Millionen Euro in den Bildungsbereich, allein 25 Millionen Euro für Schülerinnen und Schüler.

Neue Wege und Bildungsakzente sollen laut Heinisch-Hosek auch bei der Ausbildung der Elementarpädagoginnen und beim Übergang vom Kindergarten in die Schule eingeschlagen werden. „Die weitere Ausbildung der Kindergartenpädagoginnen soll nach der Matura auf Hochschulniveau über die Bühne gehen“, so die Ministerin. Mit 20 Netzwerkprojekten in ganz Österreich soll der sanfte Übergang Kindergarten-Schule in die Wege geleitet werden. Ausgebaut sollen bis zum Ende der Legislaturperiode auch ganztägige Schulformen werden. Auch die verbale Beurteilung in Volksschulen sei ein Thema.

Lob gab es von der Bildungsministerin auch für Kärnten. „Kärnten arbeitet gut und engagiert im Bildungsbereich. Es gibt gute Konzepte und auch die Mehrsprachigkeit ist ein Schatz dieses Landes“.

Landtagspräsident Rohr berichtete über den Kongress der Gemeinden und Regionen (KGRE) im Rahmen der 26. Plenartagung des Kongresses des Europarates in Straßburg, an dem er mit Landtagspräsident Van Staa und der zweiten Salzburger Landtagspräsidentin,Gudrun Mosler-Törnström, teilgenommen hatte und ein Referat zum Thema "Bildung und Ausbildung für unsere Jugend - das Gebot der Stunde" gehalten hatte. „Unsere Jugend braucht die beste Bildung und Ausbildung, denn durch Perspektivenlosigkeit sinkt auch das Selbstvertrauen und der Selbstwert“ so Rohr. Der Landtagspräsident wies zudem auf die besorgniserregende Jugendarbeitslosigkeit hin, die in Europa doppelt so hoch sei, wie die Arbeitslosenquote der Gesamtbevölkerung und in Teilen Südeuropas schon weit über 50% liege. “In Österreich liegt sie momentan bei 10,5 Prozent“, so Rohr.

Van Staa erinnerte in seiner Funktion als Präsident des Europarates der Gemeinden und Regionen daran, dass das österreichische Bildungssystem für viele europäische Staaten vorbildhaft sei. „In der allgemeinen Bildung und der dualen Ausbildung sind wir fast konkurrenzlos. Wir müssen jedoch auch darauf achten, dass es keine Zweiklassen-Bildungsgesellschaft gibt“, so Van Staa.

Die Konferenz wurde heute von der Bildungsministerin, dem Kärntner Landeshauptmann und den beiden Landtagspräsidenten eröffnet. Referate hielten die Mitglieder des Kongresses des Europarates Barbara Toce (Bürgermeisterin von Pedaso/Italien) und Mara Juzupa (Gemeinderatsvorsitzende Priekuli/Lettland).

Morgen, Dienstag, nehmen ab neun Uhr fünf Referenten zum Konferenzthema Stellung. Darunter von der Alpen-Adria- Universität Klagenfurt Rektor Univ. Prof. Oliver Vitouch, Dr. Robert Klinglmair und Univ. Prof. Werner Wintersteiner. Ebenso Germain Dondelinger (CDPPE-Vizevorsitzender/Luxemburg) und Infineon-Vorstandvorsitzende Sabine Herlitschka. Landeshauptmann Peter Kaiser beendet morgen die Konferenz mit einer Conclusio.


Rückfragehinweis: Büro LH Kaiser, Kärntner Landtag
Redaktion: Michael Zeitlinger
Fotohinweis: LPD/ fritzpress