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POLITIK

Mehr Mut in Bildungspolitik dringend notwendig

01.04.2014
LH Kaiser und Landtagspräsident Rohr: Bildungskonferenz im Klagenfurter Konzerthaus soll als Impulsgeber fungieren
Ganz im Zeichen der Bildung stand gestern, Montag, und heute, Dienstag, eine große Konferenz im Klagenfurter Konzerthaus. Rund 150 Teilnehmer hörten Beiträge von nationalen und internationalen Referenten zum Thema „Bildung als wichtigste Investition in unsere Jugend“. Bildungsreferent LH Peter Kaiser und Landtagspräsident Reinhart Rohr bezeichneten die Tagung als „wichtigen Impulsgeber“, man habe dazugelernt und neue Aspekte gewonnen.

„Die Zusammenführung von Wissenschaft, Politik und Wirtschaft ist auf breiter Ebene unabdinglich“, sagte der Landeshauptmann in seiner Conclusio der vergangenen zwei Tage. Kaiser berichtete, dass man dies bereits in jeder sechsten Regierungssitzung umsetze, wo mit Sozialpartnern und Arbeitsmarktservice gemeinsame Planungen und Konzepte erarbeitet würden. Im Pilotprojekt „Kärnten Cockpit“ würden dann alle Maßnahmen der Kärntner Landesregierung gegen Arbeitslosigkeit, Armut und Abwanderung begleitet und bei Bedarf korrigiert. „Das zeigt die Lernbereitschaft von Landesregierung und auch Landtag, denn dazulernen und gescheiter werden, ist das angewandte Prinzip der Dialektik.“

Die Referate der vergangenen zwei Tage hätten sehr deutlich gezeigt, dass Kärnten bei den Basisdaten zur Bildung im Österreichvergleich sehr gut liege, aber es dann nicht gelinge, den „Turn around“ ins Praktische im selben Ausmaß zu vollziehen. So gebe es beispielsweise in Klagenfurt die höchste Maturantinnen- und Maturantenquote. Aber diese Humanressourcen müssten weiterentwickelt werden, damit der notwendige gesellschaftliche Reichtum auch vor Ort vorgefunden werden kann.

Eine der wesentlichsten Aussagen dieser Tagung ist für den Bildungsreferenten, dass es im österreichischen Bildungssystem keine Chancengerechtigkeit gebe. „Nachteile, die durch unser differenziertes Schulsystem für Kinder aus sozialbildungsfernem Umfeld erwachsen, müssen beseitigt werden.“ Hier sei dringender Handlungsbedarf. Bildungsferne habe große Auswirkungen, dies sei ein negativer Schlüssel für geringere Erwerbsbeteiligung, geringeres Einkommen und weniger eigenbestimmtes Leben. „Bildung ist in letzter Konsequenz der höchstmögliche Schutz vor Arbeitslosigkeit.“

Der Landeshauptmann beschwor mehr Bereitschaft für Veränderungen und die Courage, auch einmal sicheres Terrain zu verlassen. Unsicherheit werde dann vielleicht durch Neugierde, Interesse und das Erreichen von neuen Horizonten kompensiert. „Ein bisschen mehr Mut der handelnden Personen im Bildungsbereich ist gefordert, oft können auch schon kleinere Änderungen größere Horizonte eröffnen.“ So sei Kaiser für die Einführung des Pflichtfachs „Politische Bildung“ in der fünften Schulstufe. „Das ist eine Investition in die Zukunft, denn das Verstehen von Demokratie ist die Basis für viele weitere Schritte.“ Auch habe er bereits in einem Brief an Bundespräsident Fischer gefordert, Kärnten als Standort der Akademie der Wissenschaften zu installieren.

„Ich weiß noch, wann eine der wichtigsten bildungspolitischen Wenden in Kärnten begonnen hat – am 1. April 2014, diese Worte sollen bei einer nachfolgenden Tagung gesprochen werden“, zeigte sich Kaiser von der Effizienz und Wichtigkeit dieser Konferenz überzeugt.

Gestern sprachen Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek, Landeshauptmann Peter Kaiser, Landtagspräsident Reinhart Rohr sowie Herwig van Staa, Präsident des Kongresses des Europarates und Präsident des Tiroler Landtages. Referate hielten Barbara Toce, Bürgermeisterin von Pedaso (Italien) und Mitglied des Kongresses des Europarates, Mara Juzupa, Vorsitzende des Gemeinderats von Priekuli (Lettland) und Mitglied des Kongresses des Europarates. Die heutigen Referenten waren Rektor Oliver Vitouch, Robert Klinglmair und Werner Wintersteiner von der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt, Germain Dondelinger vom Ministerium für Hochschulwesen und Forschung in Luxemburg sowie Sabine Herlitschka, Vorstand für Technik und Innovation Infineon Technologies Austria AG.


Rückfragehinweis: Büros LH Kaiser, Landtagspräsident Rohr
Redaktion: Ulli Sternig
Fotohinweis: fritzpress