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Schülerinnen und Schüler sollen politisch mitmischen!

07.04.2014
LH Kaiser, LT-Präsident Rohr und Bildungssprecher appellieren zu politischem Dialog und Beteiligung – LH Kaiser: „Demokratie braucht alle“
Bildungsthemen sind für Kärntens Schülerinnen und Schüler von größtem Interesse. Dieses reicht vom Benotungssystem, politischer Bildung, flexiblem Unterricht bis zur Neuen Mittelschule und der Zentralmatura. Beim Schülerlandtag diskutierten heute, Montag, an die 30 Schülerinnen und Schüler von Höheren Allgemeinen und Berufsbildenden Schulen mit Landeshauptmann Peter Kaiser sowie den Bildungssprechern der sechs Kärntner Parteien im Kärntner Landtag.

Mit Bildungsreferent Kaiser standen die Abgeordneten Bgm. Andreas Scherwitzl, BSI Johanna Trodt-Limpl, Bgm. Herbert Gaggl, Barbara Lesjak, Hannes Anton und Martin Rutter den kritischen Fragen und Bemerkungen der Schülerinnen und Schüler Rede und Antwort. Organisiert und moderiert wurde die Schüler-Landtagssitzung von AHS-Landesschulsprecher Manuel Gutleb und Landesschülervertreter Andreas Kavalirek. Eingangs wurden alle von Landtagspräsident Reinhart Rohr willkommen geheißen. Rohr sagte, dass an die Einrichtung einer Demokratiewerkstätte, auch unter Einbindung der Gemeinden, seitens des Landtages gedacht werde. Die Jugend solle sich verstärkt in den politischen Dialog einbringen. „Lebt Parlamentarismus“, so Rohr an die „Jungpolitikerinnen und Jungpolitiker“.

Der Landeshauptmann dankte den Schülerinnen und Schülern für ihr Engagement und betonte, dass Demokratie ständig neu erlernt werden müsse, sie sei nie selbstverständlich. Auch die neuen Informationsmedien würden eine enorme Herausforderung darstellen. Die Jugend sei sehr an Politik interessiert, eine Verdrossenheit zeige sich öfters an einzelnen parteipolitischen Vorgängen. „Mitmischen statt auslöffeln“ sollte die Devise lauten, so Kaiser. Demokratie brauche alle.

Für ihn sei Bildung umfassend, zu ihr gehöre auch manuelle und soziale Intelligenz. Auch auf die Neue Mittelschule (NMS) sowie auf die Zentralmatura und deren Mängel wurde Kaiser angesprochen. Bei der NMS sollte auch erwähnt werden, dass schwächere Schülerinnen und Schüler hier besser vorankommen würden. Er räumte ein, dass die Durchdringung seitens der Lehrerschaft noch nicht optimal sei. Auch bei der Zentralmatura sagte Kaiser, sei die Vorbereitung nicht optimal gewesen. Nun gelte es aber, Erkenntnisse aus den in den Pilotprojekten gemachten Fehlern zu gewinnen und diese auch umzusetzen. Grundsätzlich sei die Zentralmatura und damit Vergleichbarkeit und Durchlässigkeit innerhalb von Schulsystemen im europäischen Kontext wichtig.

Alle waren sich einig, dass Bildung lebenslang erfolgen müsse und bereits die frühkindliche Bildung und Förderung enorm wichtig sei. Sie ermunterten die Schülerinnen und Schüler auch, politisch weiter interessiert zu sein und sich einzumischen. LAbg. Scherwitzl unterstrich den Wert der gemeinsamen Schule und des verschränkten Ganztagesunterrichts. „Bildungs-Vererbung“ müsse durch entsprechende Angebote und Möglichkeiten durchbrochen werden. LAbg. Trodt-Limpl plädierte für die Aufwertung von Handwerksberufen. LAbg. Gaggl sprach sich für Bürgerbeteiligung und im Schulbereich für eine Schulraumkultur aus.

LAbg. Lesjak sprach sich für die Entwicklung politischer Kompetenzen aus, die Aneignung von Wissen allein sei zu wenig. LAbg. Anton möchte die tägliche Turnstunde bzw. mehr Bewegung an den Schulen forciert sehen. LAbg. Rutter forderte eine Entrümpelung der Lehrpläne sowie mehr Wirtschaftsbildung. Mehrfach wurde auch eine Evaluierung der NMS gefordert.

Unter den Zuhörern befanden sich auch Gerlinde Duller, Qualitätsbeauftragte im Landesschulrat (in Vertretung von LSR-Präsident Rudolf Altersberger), Elisabeth Poller von der Parlamentsdirektion Wien, Landesschulratsvizepräsidentin Elisabeth Dieringer-Granza und Landtagsamtsdirektor Robert Weiss.

Info: www.lsv-kaernten.at
http://www.ktn.gv.at/39861_DE-LAND_UND_POLITIK-Landtag


Rückfragehinweis: Büro LH Kaiser
Redaktion: Karl Brunner
Fotohinweis: LPD/Just