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Auszeichnung für Kärntner Historikerin

11.04.2014
LH Kaiser und Geschichtsverein für Kärnten verliehen Preis an Manuela Maier – Festvortrag des Slowenischen Botschafters
Mit dem „Preis des Geschichtsvereins für Kärnten und des Landeshauptmanns von Kärnten“ wurde gestern, Donnerstag, am Abend Historikerin Manuela Maier für ihre Dissertation über den Franziszeischen Kataster ausgezeichnet. Überreicht wurde ihr die mit einer Dotation von 3.000 Euro verbundene Auszeichnung von Landeshauptmann Peter Kaiser und Geschichtsvereinsdirektorin Claudia Fräss-Ehrfeld im Rahmen der Mitgliederversammlung 2014 im Landesarchiv in Klagenfurt. Den Festvortrag hielt der Botschafter der Republik Slowenien in Österreich, Andrej Rahten, unter dem Titel „Eine verhinderte Allianz? Franz Ferdinand und die Südslawen am Vorabend des Ersten Weltkrieges“. Mitte Juni erscheint sein Buch über dieses Thema.

Kaiser stellte als studierter Soziologe Thesen darüber auf, warum es den Preis des Geschichtsvereins und des Landeshauptmannes gibt. „Der Geschichtsverein ist ein unverzichtbarer Bestandteil des wissenschaftlichen und geistigen Lebens in Kärnten und sein Motto ‚Alles für Kärnten‘ deckt sich auch mit der Intention eines Landeshauptmannes“, lautete eine davon. Zum Thema der Preisträgerin führte er aus, dass der von 1817 bis 1861 erstellte Franziszeische Kataster im Rahmen des KAGIS (www.kagis.ktn.gv.at) digitalisiert abrufbar sei. Erstellt worden sei der Kataster aber nicht nur aus kulturellen und statistischen Gründen, sondern einfach um zu sehen, bei wem man unter welcher Begründung Steuern einheben könne, meinte er mit einem Augenzwinkern.

Fräss-Ehrfeld sagte, dass man mit den Preisverleihungen möglichst viele junge Menschen dazu bringen wolle, an der Geschichte Kärntens zu arbeiten. Kärnten ziehe seine Identität nämlich ganz stark aus der Geschichte. „Ohne Geschichte geht nichts in Kärnten“, meinte die Historikerin.

Der „Preis des Geschichtsvereins für Kärnten und des Landeshauptmanns von Kärnten“ wird seit 1997 gestiftet. Er soll Studierenden zuerkannt werden, die eine ausgezeichnet beurteilte Dissertation oder gleichwertige Arbeit zur Kärntner Landesgeschichte verfasst haben. Die heurige Preisträgerin Manuela Maier gab ihrer Dissertation den Titel „Pittoreske Merkwürdigkeiten – Volksfrömmigkeit – kärglicher Alltag. Der Franziszeische Kataster für Kärnten als kulturgeschichtliche Quelle des ländlichen Raumes“. Die Laudatio hielt ihr Doktorvater Universitätsprofessor Werner Drobesch von der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt.

Der Geschichtsverein für Kärnten wurde 1844 gegründet und ist mit rund 3.000 Mitgliedern der zahlenmäßig größte historische Verein Österreichs. Er bemüht sich um die Pflege der Geschichte und Kulturgeschichte Kärntens sowie insbesondere um ein vertieftes Verständnis für das Werden der historischen Einheit des Landes und die Stärkung des Zusammengehörigkeitsbewusstseins aller Kärntner. Der Verlag des Geschichtsvereines, er gibt u.a. die Vereinszeitschrift „Carinthia I“ heraus, ist seit 1849 aktiv und damit der älteste kontinuierlich tätige wissenschaftliche Verlag im Land.

Infos unter www.geschichtsverein.ktn.gv.at


Rückfragehinweis: Büro LH Kaiser; Geschichtsverein für Kärnten
Redaktion: Markus Böhm
Fotohinweis: LPD/fritzpress