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Völlig neuer Weg in der Kärntner Literaturförderung

22.04.2014
LR Waldner richtet neuen Literaturschwerpunkt mit rund 500.000 Euro auf drei Säulen aus – Großes Arbeitsstipendium, Erweiterung des literarischen Gedächtnisses, Neuausrichtung der Verlagsförderung
Als durchaus „vernachlässigt“ könne man laut Kulturreferent LR Wolfgang Waldner die Literaturförderung in Kärnten in den letzten Jahren bezeichnen. Daher präsentierte er heute, Dienstag, anlässlich des morgigen Tages des Buches in der Klagenfurter Buchhandlung Heyn gemeinsam mit Musil-Institutsleiter Klaus Amann eine neue Offensive für die Literaturförderung. Immerhin könne Kärnten – mehr als andere Bundesländer – als Land der Literatur bezeichnet werden, da es seit 1945 eine große Anzahl österreichischer Schriftstellerinnen und Schriftsteller von internationaler Reputation hervorgebracht habe. Die Zahlen würden diese Vernachlässigung von Seiten der Kulturpolitik der letzten Jahrzehnte belegen: 3.000 Euro an Förderungen wurden beispielsweise in den Jahren von 1996 bis 2013 für Vor- und Nachlässe ausgeschüttet. „Nach jahrzehntelanger karger Subventionspolitik im Bereich Literatur setzen wir heute einen neuen, umfassenden und vor allem nachhaltigen Schwerpunkt mit drei Säulen“, so Waldner.

In Kooperation mit dem Musil-Institut werde als erste Säule der Literatur-Offensive ein neues, großes Arbeitsstipendium in den Sparten Prosa und Lyrik geschaffen. Unterstützt werde der literarische Schaffensprozess – ohne Altersbegrenzung – mit 13.200 Euro. „Damit wollen wir das literarische Schaffen der Kärntner Autorinnen und Autoren fördern“, sagte Waldner. Zusätzlich gebe es weiterhin das Dramatikerstipendium (5.250 Euro) und das Jahresstipendium für Literatur (10.500 Euro) – beide alle zwei Jahre.

Die zweite Säule ist laut Waldner die Erweiterung der Sammlung des Kärntner Literaturarchivs im Robert Musil-Institut. „Es geht um das literarische Gedächtnis und Erbe unseres Landes. Erstmals schütten wir dafür 160.000 Euro in den nächsten drei Jahren für den Ankauf von Vor- und Nachlässen aus“, wies er hin. Erstmals werde damit die Basis für den gezielten Erwerb von literarischen Materialen gelegt. Amann unterstrich die Notwendigkeit und Wichtigkeit dieser Maßnahme. „Die angekauften Materialien bleiben im Eigentum des Landes und werden dem Musil-Institut zur wissenschaftlichen Erschließung, Pflege, Demonstration und Präsentation zur Verfügung gestellt“, erläuterte er.

Als dritte Säule der Literatur-Offensive verwies Waldner auf die Neuausrichtung der Kärntner Verlagsförderung. „Derzeit werden dafür transparente Richtlinien von den Vertretern der Verlage, der IG AutorInnen und der Fachabteilung für Kultur erarbeitet. Das Budget in Höhe von 100.000 Euro ist fixiert“, so Waldner. Mit diesen drei Säulen für die Literatur, die ein Gesamtbudget von rund 500.000 Euro umfassen, werde in Kärnten nach Jahrzehnten des Darbens eine zeitgemäße und verantwortungsvolle Literaturförderung ermöglicht.


Rückfragehinweis: Büro LR Waldner
Redaktion: Robitsch/Böhm
Fotohinweis: Büro LR Waldner