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Hervorragende Inklusionsprojekte mit INCLUSIA ausgezeichnet

25.04.2014
LH Kaiser: Es ist noch viel Bewusstseinsbildung notwendig - Dank an engagiertes INCLUSIA-Team und Gewinner
Der „Verein INCLUSIA, Menschen – wie wir sind“ hat zum vierten Mal den Preis „INCLUSIA – Auszeichnung für hervorragende Inklusionsprojekte“ ausgeschrieben. Ausgezeichnet werden Schulklassen, Jugendgruppen, Horte, Kindergärten oder Einzelpersonen (bis 25 Jahre) für Projekte im Bereich der Inklusion von Menschen mit mentaler oder Mehrfachbeeinträchtigung. Im Rahmen einer großen Gala im Kärntner Landesarchiv wurden gestern, Donnerstagabend, vier Inklusionsprojekte ausgezeichnet, sie waren von einer Jury ausgewählt worden. Insgesamt wurden 2.350 Euro an Preisgeld gestiftet.

Landeshauptmann Peter Kaiser gratulierte den Preisträgern und dankte dem INCLUSIA-Team um Gründer und Obmann Dieter Klammer für das langjährige große Engagement. Kaiser sprach die UN-Behindertenrechtskonvention und die großen Herausforderungen an, die Inklusion und im Besonderen ein inklusives Bildungssystem bedeuten. Es gebe weitreichende Beschlüsse und Vorgaben, doch das Bewusstsein vieler Menschen sei noch nicht so weit, daher sollte man nicht überhastet vorgehen. Für die Inklusion brauche es eine breite Bewegung, von der Bildung über barrierefreies Bauen bis zu Angeboten an Gebärdendolmetschern, u.v.m. Es sei enorm viel zu tun, so Kaiser. Anspielend auf die aktuelle Bildungsdebatte sagte Kaiser, dass es gelungen sei, Rückschritte beim sonderpädagogischen Förderbedarf zu vermeiden.

Auch die Preisstifter Werner Pietsch (Kelag), Landesschulratspräsident Rudolf Altersberger und Frank Frey (Die Grünen) betonten den Wert der Inklusion. Sie zeigten sich von den Bemühungen um die Inklusion und den Projekten beeindruckt. Altersberger betonte, dass die Schulen bzw. über 700 Schülerinnen und Schüler beim Fest INCLUSIA , das Anfang April stattgefunden hatte, begeistert mitgewirkt haben.

Die Behindertenanwältin Isabella Scheiflinger, unterstützt von ihrer Mitarbeiterin Rita Koder, führte durch das Programm. Sie stellten die Projekte näher vor und überreichten allen Ausgezeichneten zusammen mit Obmann Klammer jeweils eine INCLUSIA-Lilie. INCLUSIA sei ein internationales Begegnungsfest der besonderen Art, sagte Scheiflinger. Auch viele Freundschaften seien dabei begründet worden. In Kärnten sei die Integrationsquote vergleichsweise hoch. INCLUSIA-Obmann Klammer dankte seinen Vereinsmitgliedern sowie allen Partnern und Sponsoren. Das große positive Feedback bestärke ihn, die Inklusionsbemühungen weiter voranzutreiben.

Die Galaveranstaltung wurde vom Duo Masis musikalisch schwungvoll untermalt. Natascha Stingl und Barbara Reinisch fungierten als Gebärdendolmetscherinnen.

Den Preis der Kelag gab es für die Offene Jugendarbeit Bludenz – Villa K., wo eine integrative Disco im Jugendhaus eingerichtet wurde. Hier werde Begegnung auf Augenhöhe und verbunden mit viel Spaß ermöglicht und gelebt, betonten die Projekteinreicher.

Den Preis der Grünen im Kärntner Landtag erhielt die Private Schule Elisabethinum in Axams, die sich österreichweit als erste private Bildungseinrichtung für Kinder mit speziellen Bedürfnissen geöffnet hat. Das Besondere, auch hier werden junge Menschen mit und ohne Behinderung zusammengeführt, was auch stets mit vielen Gesprächen und Überzeugungsarbeit verbunden ist.

Der Preis des Landesschulrates für Kärnten ging an das Sonderpädagogische Zentrum Holzhausergasse in Wien für das Projekt „Inclusion 2.0 – fake or reality?“. Das grenzüberschreitende Projekt zielt auf „media literarcy“ sowie auf Diversität, Interkulturalität und sprachliche Annäherung. Hier arbeitet das Sonderpädagogische Zentrum mittels Skypen und in englischer Sprache mit einer Schule in der Slowakei zusammen.

Für die Wiener Pfadfinder und Pfadfinderinnen Gruppe 5 „Berg Karmel“ gab es den Preis des Vereines INCLUSIA. Die Pfadfindergruppe lebt Integration, schon seit zehn Jahren ist Christian, der unter Trisomie leidet, vollwertiges Mitglied der Gruppe.

Die Veranstaltung INCLUSIA 2014 fand bereits vom 1. bis 3. April statt, und dies bereits zum zwölften Mal. INCLUSIA sieht Menschen mit Behinderung als wertvollen Teil der Gesellschaft an und lebt die Begegnung auf Augenhöhe.

Unter den vielen Gästen befanden sich Landesamtsdirektor Dieter Platzer, Bischofsvikar Josef Marketz, Thomas Pseiner von der Alpen-Adria-Allianz, Gemeinderätin Sieglinde Trannacher, Univ. Prof. Dieter Kropfberger sowie viele Vertreterinnen und Vertreter von Behindertenorganisationen.

Info: Verein INCLUSIA, Menschen – wie wir sind hat seinen Sitz in der St. Anna Str. 23, A 9081 Reifnitz am Wörthersee, Tel: +43 (0)4273 - 21017, +43 (0)664 - 7382 7132; Email: info@inclusia.at; Internet: www.inclusia.at


Rückfragehinweis: Büro LH Kaiser
Redaktion: Karl Brunner
Fotohinweis: LPD/Just