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Schatzkammer Gurk feierlich eröffnet

30.04.2014
275 sakrale Kostbarkeiten aus mehreren Epochen in Propsteihof – LH Kaiser gratuliert – Ideale kulturelle Bereicherung für Gurk als geistlichem Zentrum
Diözesanbischof Alois Schwarz eröffnete heute, Mittwoch, im Rahmen eines Festaktes die „Schatzkammer Gurk“ im Propsteihof des Gurker Domes. Es ist gleichsam das neugeschaffene Diözesanmuseum, nachdem es in Klagenfurt aufgelassen bzw. nach Gurk übersiedelt wurde.

Auch Landeshauptmann Peter Kaiser kam nach Gurk und zeigte sich von der gelungenen Präsentation der sakralen Kostbarkeiten im neugeschaffenen Museum beeindruckt. Die Räume wurden sensibel gestaltet und durch Lichteffekte bereichert. So ist die kirchengeschichtliche Reise - jeder Epoche ist ein Raum gewidmet - für den Besucher sehr attraktiv. „Ein großer Tag für die Kirche und für die Marktgemeinde“, betonte Hausherr und Stiftspfarrer Gerhard Kalidz, der zahlreiche Ehrengäste willkommen hieß.

Landeshauptmann Peter Kaiser, LAbg. Franz Wieser (in Vertretung von LR Waldner) und Bürgermeister Siegfried Kampl gratulierten zur neuen Schatzkammer und dankten dem Bischof. Der Landeshauptmann sprach die Geschichtsmächtigkeit des Ortes Gurk als Wiege der Diözese an. Er verwies auf den für Gurk verwendeten Ausdruck der "steinernen Schatztruhe“, die nun durch eine "Schatzkammer“ bereichert worden sei.

Es gäbe kaum einen besseren geistlichen Ort, der so wie Gurk für diese Schatzkammer geeignet sei, sagte Kaiser und betonte die Rolle der Kirche als wesentlichen Kunst- und Kulturträger. Im einstigen Diözesanmuseum in Klagenfurt sei nun ein Betriebskindergarten untergebracht, womit die Brücke zwischen Geschichte und den Kindern bzw. der Zukunft bezeichnet sei, sprach Kaiser die sinnvolle Nachnutzung an.

Bischof Alois Schwarz sprach von der christlichen Prägung Europas und verwies auch auf den Papstbesuch des inzwischen heilig gesprochenen Johannes Paul II. in Gurk im Jahr 1988. Die kirchlichen Kunstwerke würden Schönheit und Hoffnung verkünden, was die Welt sehr nötig hätte. Die Schatzkammer bezeichnete der Bischof als berührbare Glaubensgeschichte. In die Schatzkammer seien 1,5 Mio. Euro investiert worden, so der Bischof.

Gurks Bürgermeister Kampl dankte für die Schatzkammer, die eine große Bereicherung für Gurk und Kärnten sei. LAbg. Franz Wieser betonte, dass Kirche, Kunst und Kultur seit jeher eine Einheit bilden. Sie wünschten dem neuen Museum viele Besucher.

Diözesankurator und Leiter der Schatzkammer Gurk, Eduard Mahlknecht, sagte, dass alle Beteiligten mit Leidenschaft an der Realisierung des Museums gearbeitet haben. Er empfinde Gefühle der Freude, Dankbarkeit und Begeisterung für das Werk und für den langen und schließlich erfolgreichen Weg, das Museum von Klagenfurt (Lidmanskygasse 10, beim Dom) nach Gurk zu bringen. Weiters informierte Mahlknecht über die Fülle und Einmaligkeit der Ausstellungsobjekte, die mit der Gestaltung der Räume gut harmonieren würden.

Geplant wurde das Museum vom Architektenpaar Roland Winkler und Claudia Ruck, sie waren als Sieger aus einem Wettbewerb hervorgegangen. Winkler lobte das rasche, unbürokratische und vertrauensvolle Zusammenarbeiten am Bau, wodurch es gelungen sei, etwas Außerordentliches zu schaffen.

Musikalisch und gesanglich umrahmt wurde die Eröffnung vom Bläserensemble der Bauernkapelle Isopp sowie dem Duo Kerstin und Regina. In der „Schatzkammer Gurk“ sind die Exponate nun sowohl in chronologischer als auch inhaltlicher Gruppierung präsentiert.

Die "Schatzkammer Gurk“ beherbergt in zehn Ausstellungsräumen auf einer Fläche von 920 m2 insgesamt 275 Exponate, die nach Epochen gegliedert sind. Unvergleichlich reich ist der Bestand an gotischen Objekten – die Gotik ist die beherrschende Kunstepoche in der Diözese Gurk – wie z. B. der Rangersdorfer Petrus- und Paulusaltar von 1422, die Kreuzigungstafel von Innernöring um 1460, Flitschler Altar von 1516, usw. Weitere Räume umfassen die Epochen der Romanik (mit dem bedeutenden Hölleiner Kruzifixus um 1180, der Magdalenenscheibe aus Weitensfeld um 1170, oder dem Gurker Tragaltar um 1200), der Renaissance und des Barock, Volksfrömmigkeit, u.v.m.

Unter den vielen Gästen waren: Generalvikar Engelbert Guggenberger, Bischofsvikar Olaf Colerus-Geldern, Prälat Horst-Michael Rauter, Landesschulratspräsident Rudolf Altersberger, Landesjägermeister Ferdinand Gorton, Generalvikar Engelbert Guggenberger, Oberst Gerhard Gritzner, WK-Präsident Franz Pacher, Militärmusikkapellmeister Sigismund Seidl, Alt-Landesrat Georg Wurmitzer und Schloßherrin BM a.D. Elisabeth Sickl sowie Vertreter des Denkmalamtes und vieler Gemeinden aus der Region.


Rückfragehinweis: Büro LH Kaiser
Redaktion: Karl Brunner
Fotohinweis: LPD/ Just