Presseaussendungen

POLITIK

4. Raumordnungstagung thematisierte "Zukunft der Ortszentren"

07.05.2014
LH Kaiser, LHStv.in Schaunig und LR Holub bei Abschlussveranstaltung im Haus der Architektur
Unter dem Titel „Raum ordnen - Lebensqualität schaffen. Wohin das Kärnten von morgen bauen?“ fanden im Klagenfurter Haus der Architektur seit Jänner 2014 drei Tagungen statt. Heute, Mittwoch, wurde die Veranstaltungsreihe der Kärntner Landesregierung für eine moderne Raumordnung mit der vierten Tagung zum Thema „Zukunft Ortszentren“ abgeschlossen. Ihr wohnten die drei für die Raum- und Bauordnung zuständigen Referenten, LH Peter Kaiser (strategische Raumplanung), LHStv.in Gaby Schaunig (örtliche Raumplanung) und LR Rolf Holub (überörtliche Raumplanung) bei. Sie skizzierten in ihren Statements angedachte künftige Schwerpunkte einer novellierten Raum- und Bauordnung für Kärnten.

Wie Landeshauptmann Kaiser bekannt gab, soll der Prozess für das neue strategische Leitbild des Landes, in dem auch die Raum- und Bauordnung eine wesentliche Rolle spielen werden, im Herbst fertig sein. „Grund und Boden sind nicht vermehrbar. Damit gewinnt die Höhe für den Raum künftig an Bedeutung aber auch die Sparsamkeit“, stellte Kaiser fest. Notwendig werde auch bei Planungen eine neue Verantwortlichkeit unserer Generation gegenüber der älteren Generation sein. Der Landeshauptmann ist sich bewusst, dass es bei der Novellierung des Raumordnungs- und Baugesetzes wichtig sei, künftig Entwicklungen zu ordnen und Themen wie die Demographie-Entwicklung, die gesellschaftliche Zusammensetzung und Entwicklung, die Bausubstanz aber auch den Klimawandel zu berücksichtigen. „Die neuen Raumordnungs- und Bauleitlinien müssen diese Punkte beinhalten, zudem muss es eine Partizipation der Bürger in diesem Leitbild geben“, so Kaiser.

Nicht verhehlt von ihm wurde auch, dass auf Grund der knappen Budgetmittel die Effizienz und Effektivität in beiden Bereichen zu steigern sei. Als Beispiel nannte er das intelligente Sparen bei Schulbauten durch die Errichtung von sogenannten Bildungszentren.

LHStv.in Schaunig erklärte, dass für einige Punkte noch Lösungen zu erarbeiten seien. Gleichzeitig gestand sie auch ein, dass Kärnten einen Baulandüberhang habe. „Bauland gehört bebaut und nicht gehortet“, lautet eine ihrer Forderungen. Wichtige Anliegen für die Baureferentin sind die Weitentwicklung der Baukultur, eine zufriedenstellende Lösung für die zunehmenden Leerstandbereiche, eine neue Orts- und Regionalentwicklung und die Neugestaltung der Wohnbauförderung. „Es muss in Kärnten einen Kulturwandel geben mit einer aktiven Zivilgesellschaft, die künftig mitgestaltet“, forderte Schaunig.

Gleichzeitig gab sie bekannt, dass die einzelnen Tagungsthemen mit einer Kerngruppe nun analysiert werden in Bezug auf ihre Umsetzung. „Die Inputs sollen einen rechtlichen Rahmen bekommen. Neue Gesetze sind nicht der Abschluss, sondern auch der Anfang für eine neue Bewusstseinsbildung“, betonte Schaunig.

Auch für LR Holub ist eine neue und gemeinsame Bewusstseinsbildung für eine transparente Raumordnung wichtig. „Die Gesetze sind an den Ist-Zustand anzupassen, sie müssen bei den Menschen so ankommen dass sie Sinn machen und die Verfahren müssen transparent sein“, lautete seine Forderung. Man müsse zudem bei allen Planungen an die Ressourcen denken. „Mit weniger Ressourcen kann man die Infrastruktur nicht aufrechterhalten. Wir brauchen sowohl Zentralräume als auch den ländlichen Raum“, so Holub.

Der Raumordnungsreferent kann sich auch eine Neuausrichtung und Umgestaltung des bestehenden Raumordnungsbeirates vorstellen. „Es ist für mich denkbar, dass es künftig einen Fachbeirat mit Sachverständigen gibt, der sich auf Initiative der Raumordnungsreferenten Einzelfälle anschaut aber auch strategische Empfehlungen abgibt“, sagte Holub. Zudem plädierte er dafür, dass die überörtliche Raumordnung gestärkt werde. Alle drei Referenten sehen es als notwendig an, dass die Beratung der Gemeinden und ihrer Bewohner ausgebaut werden muss.

Eingeladen waren diesmal Bürgermeisterin Ulrike Böker aus Ottensheim (OÖ) und Johann Stixenberger aus Waidhofen/Ybbs zu Gast.

Stixenberger stellte in seinem Vortrag Ausgangssituation und Maßnahmen für eine positive Stadtentwicklung von Waidhofen/Ybbs vor. Bereits vor 20 Jahren wurde in Waidhofen ein Stadtentwicklungs-Masterplan auf den Weg geschickt, der den „Lebensraum Stadt“ unter eine gesamtheitliche Betrachtung stellte. Die Belebung und Weiterentwicklung des Stadtkerns unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen und touristischen Betriebe stand dabei im Mittelpunkt der Bemühungen des Masterplans.

Böker, eine von insgesamt 128 Bürgermeisterinnen Österreichs, betonte in ihrem Beitrag die Wichtigkeit der Bewusstseinsbildung in der Raumordnung. Die wichtige Thematik der Raumordnung müsse den Menschen nähergebracht werden und Konzepte im Sinne einer aktiven Bürgerinnen- und Bürgerbeteiligung gemeinsam mit der Bevölkerung erarbeitet werden. Ähnlich wie in Waidhofen/Ybbs stand auch die Marktgemeinde Ottensheim vor der Herausforderung, den Stadtkern wiederzubeleben und weiterzuentwickeln. Auch die Erhaltung der alten Kulturlandschaften im Umfeld eines Ortszentrums betonte Böker als zentrale Aufgabe der Raumordnung.


Rückfragehinweis: Büro LH Kaiser, LHStv.in Schaunig, LR Holub
Redaktion: Zeitlinger/ Rauber
Fotohinweis: LPD/Peter Just

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