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Projekt „Goal“: Großübung im Rosental erfolgreich abgeschlossen

10.05.2014
LH Kaiser, BH Leitner, Zivilschutzverband und Einsatzkräfte aus Kärnten, der Steiermark, Slowenien und Friaul-Julisch Venetien in Pressekonferenz – Erstmals Übungsinformation von Medien und Bevölkerung auf www.ktn.gv.at
Rund 1.000 Personen aus Kärnten, der Steiermark, Slowenien und Friaul-Julisch Venetien übten gestern, Freitag, und heute, Samstag, im Rosental gemeinsam für den Katastrophenfall. Diese Großübung bildete den erfolgreichen Abschluss für das von der EU-geförderte und seit 2011 laufende Projekt „Goal“. Heute, Samstag, informierten Katastrophenschutzreferent Landeshauptmann Peter Kaiser sowie Vertreter der Behörden und Einsatzorganisationen aller beteiligten Länder im Wahaha Freizeitzentrum in Feistritz im Rosental über die Übung, die unter dem Motto „Hilfe ohne Grenzen“ lief.

Kaiser betonte das Ziel von „Goal“, nämlich die Zusammenarbeit der Behörden und Einsatzkräfte im Alpen-Adria-Raum auszubauen. Einsatzpläne, Hilfeleistungen sollen für den Ernstfall verstärkt aufeinander abgestimmt werden. Dies sei umso wichtiger, da Auslöser für Katastrophen immer komplexer und umfangreicher würden. Der Landeshauptmann gab bekannt, dass die grenzüberschreitende Sicherheitskooperation auch nach dem Auslaufen von „Goal“ fortgesetzt werde.

Zudem werde eine konkrete Analyse der neuen Herausforderungen für den Katastrophenschutz gestartet. Kaiser nannte insbesondere die Häufung von Hangrutschen, Muren, Lawinen, Überflutung, Waldbränden und Schneemassen. Präventionsmaßnahmen hätten einen besonderen Stellenwert. Kaiser dankte allen Verantwortlichen und Teilnehmenden der Übung namens der Kärntner Bevölkerung: „Eure Einsatzbereitschaft und eure Fähigkeiten tragen maßgeblich zur hohen Lebensqualität im Lande bei.“

Der Landeshauptmann verwies noch auf die erstmals bei einer Übung verwendete und für den möglichen Ernstfall konzipierte Homepage hin. Sie wurde vom Landespressedienst erstellt und betreut und ist unter www.ktn.gv.at zu finden. Bevölkerung und Medien finden dort Infos zu „Goal“ sowie aktuelle Pressemeldungen und Fotos, die von den einzelnen Organisationen geliefert wurden.

Leiter des behördlichen Krisenstabes im Rahmen der Übung war der Klagenfurter Bezirkshauptmann Johannes Leitner. Den Übungsverlauf beschrieb er als sehr gut. Die Koordination mit den Einsatzorganisationen sei zu seiner vollsten Zufriedenheit erfolgt, der Einsatzstab sei gut trainiert. Als erfolgreich bewältigte Szenarien nannte Leitner u.a. einen Flugzeugabsturz im Wörthersee, einen Waldbrand, einen Brand auf einem Schiff oder einen Unfall in einem Propangaslager.

Der zweite Landtagspräsident Rudolf Schober sprach in seiner Funktion als Präsident des Kärntner Zivilschutzverbandes allen freiwilligen Helfern ein hohes Lob aus. Er betonte, dass jede und jeder einzelne etwas zur Vermeidung von Katastrophen tun könne. Der Zivilschutzverband kläre die Menschen auch dahingehend auf, wie bei Ereignissen richtig zu handeln sei.

Aus Slowenien sprach Branko Dervodel vom Verteidigungsministerium. Auch er maß dem Feld der Prävention große Bedeutung zu. Durch „Goal“ sei die Einsatzkommunikation maßgeblich verbessert worden. Dervodel dankte zudem für die Nachbarschaftshilfe während des schweren Eisregens im Februar.

Aus Friaul-Julisch Venetien betonte Nadia di Narda vom dortigen Zivilschutzverband die wunderbar funktionierende Zusammenarbeit. Auch sie verwies auf mehrere gemeinsam bewältigte echte Einsätze wie den Brand auf der Montasioalm. Von den italienischen Einsatzkräften meldete sich Alessandro Sancin als Vizekommandant der Feuerwehr Triest zu Wort.

Landesrettungskommandant Georg Tazoll betonte wie alle die gute Kooperation. Das Rote Kreuz habe neben dem Katastrophenschutz- und Sanitätsdienst auch 3.000 Essen aus seiner Feldküche für die Übungsteilnehmenden geliefert. Vom Kärntner Landesfeuerwehrverband dankte Hugo Irrasch den Freunden aus Friaul-Julisch Venetien, Slowenien, der Steiermark und allen Einsatzorganisationen. Heimo Krajnz vom steirischen Landesfeuerwehrverband überbrachte die Grüße von Kommandant Albert Kern. Krajnz meinte, dass die Nachbarschaftshilfe im bilateralen Bereich besonders wichtig sei. Oberst Georg Rosenzopf vom Bundesheer meinte, dass „Schutz und Hilfe“ die wahrscheinlichste Inlandsaufgabe sei und verwies auf die gemeinsamen Übungen mit den Bezirkshauptmannschaften im Rahmen von „Combined Success“.

Den Rahmen der Pressekonferenz nutzen der Landeshauptmann und die Vertreter der Einsatzkräfte, um Wasserrettungslandesleiter Heinz Kernjak zum 60. Geburtstag zu gratulieren.

Das Projekt „Goal“ läuft bereits seit 2011, das Land Kärnten ist dabei sogenannter Lead-Partner. Die jetzige Übung im Rosental ist die Letzte von insgesamt drei. Aus Kärnten mit dabei waren Feuerwehr, Polizei, Rotes Kreuz, Österreichisches Bundesheer, Bergrettung, Wasserrettung, Österreichische Rettungshundebrigade, Samariter Hundestaffel, Höhlenrettung. Die Steiermark stellte Einsatzkräfte von Feuerwehr und Wasserrettung. Aus Slowenien beteiligten sich Feuerwehr, Rotes Kreuz Slowenien, Bergrettung, Rettungshundestaffel, Höhlenrettung, Unterwasserrettungsverband und Zivilschutz. Aus Italien nahmen Feuerwehr, Civile Protezione (Zivilschutz), Corpo Forestale (Forstwache), Bergrettung, Höhlenrettung und eine Rettungshundestaffel teil. Im Vorjahr wurde im Loibltunnel geübt, 2012 in der steirischen Gemeinde Soboth.

Infos unter www.goal-siat.eu


Rückfragehinweis: Büro LH Kaiser
Redaktion: Markus Böhm
Fotohinweis: LPD/fritzpress