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Land Kärnten, AMS und Sozialpartner gemeinsam für gezielte Arbeitsmarktstrategien

13.05.2014
LH Kaiser, LHStv.in Schaunig: Mit Kooperationen im Land und grenzüberschreitend höchstmögliche Arbeitsmarkt-Effekte erreichen
Kärnten bündelt seine Kräfte für eine Arbeitsmarktstrategie 2020. Landeshauptmann Peter Kaiser und Landesfinanz- und Arbeitsmarktreferentin LHStv.in Gaby Schaunig informierten heute, Dienstag, gemeinsam mit Vertretern der Sozialpartner über die geplanten Maßnahmen unter dem Motto „Step(s) for the future“.

So wird es u.a. neben einer Initiative für Hochschulabsolventinnen und –absolventen eine konkrete Maßnahme in Kooperation mit den Gemeinden und gemeindenahen Institutionen geben, die älteren bzw. Langzeitsarbeitslosen mittels gemeinnütziger Beschäftigungsprojekte den Wiedereinstieg in das Berufsleben erleichtern soll. Darüber hinaus wurde zwischen Land, Sozialpartnern und AMS vereinbart, gemeinsam bis zum Herbst eine Arbeitsmarktstrategie mit Berücksichtigung der aktuellen und zukünftigen Anforderungen zu erarbeiten, um Förderungen und EU-Programme so zu verknüpfen, dass Forschung und Entwicklung forciert, Infrastruktur geschaffen und (Aus-)Bildungsschwerpunkte den Anforderungen der Wirtschaft angepasst werden.

Man war sich einig: der Arbeitsmarkt ist angespannt, das Wirtschaftswachstum mit den prognostizierten 1,4 Prozent zu gering, umso notwendiger ist es, gemeinsam gezielte Schritte zu setzen. „Jede und jeder Arbeitslose ist einer zu viel“, sagte Kaiser. Er betonte die gemeinsamen Bemühungen zu Kooperationen zwischen Regierung und Sozialpartnern, um den Arbeitsmarkt zu verbessern.

„Ziel ist es, im Jahrschnitt konstant die Zahl von 200.000 Beschäftigen zu erreichen, derzeit ist man mit 203.000 Beschäftigten darüber“. Insbesondere wolle man bei älteren Arbeitslosen ansetzen. Auch die positive Entwicklung der überbetrieblichen Lehrwerkstätten werde forciert. Im Bereich der Kleinstkinderbetreuung habe man auch die Quote erhöht. Wichtige Beschäftigungsimpulse liefern Koralmbahn sowie die Kabeg, die über 60 Mio. Euro investiert. Beim Land sollen in den Sommerferien 120 junge Menschen Beschäftigung finden, 65 Verwaltungslehrlinge werden ausgebildet, 15 Personen absolvieren ein Praktikum, so Kaiser.

Der Landeshauptmann wies auf die zentrale Bedeutung der überregionalen Kontakte und Kooperationen wie Euregio oder Alpen-Adria-Allianz hin. Alle Förderschienen, gerade auch seitens der EU, seien zu verknüpfen, um Forschung, Entwicklung, Innovation und Industrie zu steigern. Mit effizientem Mitteleinsatz gilt es, höchst mögliche Effekt zu erreichen. „Es geht auch darum, den negativen Brain Drain zu stoppen.“ Zudem brauche es auch eine Steuerreform, die für die Leute spürbar sei. Diese könnte durch Kaufkraftstärkung mehr Binnennachfrage bewirken.

LHStv.in Schaunig sprach die gute Kooperation zwischen Land, AMS und Sozialpartnern an, die gleichsam das Erfolgsgeheimnis sei. Die bis Herbst erarbeitete neue Arbeitsmarktstrategie 2020 soll neue Impulse bringen, wies Schaunig auf zentrale Themen wie Facharbeiterbedarf, Arbeitsmarktförderung, Förderung von Forschung und Entwicklung und das Bündeln aller Förderschienen hin. Eine wichtige Maßnahme sei es, hochqualifizierte Kärntnerinnen und Kärntner nach ihren Studien im Rahmen der neu geschaffenen Aktion „Akademikerjobs in Kärnten“ wieder ins Land zu holen und hier zu behalten. Diese erste Chance am Arbeitsmarkt unterstützt das Land mit bis zu 50 Prozent der Lohnkosten und maximal 18.000 Euro. Pro Unternehmen können bis zu fünf Arbeitsplätze gefördert werden. Schaunig hofft, dass dieses Förderprogramm, verbunden mit einem Mentoring, viel Zuspruch findet.

Auch die Eingliederung von älteren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern (50 +) ist eine enorme Herausforderung. AMS und Land werden zusätzlich 70 Arbeitsplätze für diese Gruppe für die Gemeinden zur Verfügung stellen. Aufgewendet werden dafür über 450.000 Euro.

AMS-Landesgeschäftsführer Franz Zewell betonte, dass man die angestrebten 200.000 Beschäftigten im Jahresschnitt erreichen werde. Von den neun Millionen Euro zusätzlichem Budget vom Bund werden sechs Millionen bereits 2014 dafür genutzt, um neue Beschäftigung zu schaffen. Das Land arbeite kreativ, um gemeinsam die Arbeitslosensituation zu verbessern. Ältere Menschen bleiben länger arbeitslos, unterstrich Zewel die Bedeutung der Qualifizierungsmaßnahmen. Er wies auf die Kampagne hin, wonach es eine Lohnkosten-Förderung für 750 Arbeitsplätze in Unternehmen geben werde.

Erfolgreich sei, wer umsetzt, sagte Wirtschaftskammerpräsident Franz Pacher, der auf ein neues Projekt verwies, wo ältere Mitarbeiter mit ihrem Know-how als Ausbilder junger Menschen in Betrieben eingesetzt werden sollen. Durch Unterstützung der Einpersonen-Unternehmen könnte der Arbeitsmarkt stark belebt werden.

Industriellenvereinigung-Geschäftsführerin Claudia Mischensky lobte, dass durch die Kooperation differenzierte Antworten auf komplexe Problemstellungen gegeben werden könnten. Wesentlich sei, dass arbeitsmarkt- und wirtschaftspolitische Strategien ganz eng verwoben sind. Facharbeiter seien das Rückgrat der Wirtschaft, besonders wesentlich sei somit das Ausbildungsniveau der Mitarbeiter, so Mischensky.

„Bildung ist wirtschaftlicher Rohstoff und wir müssen den Kampf um die besten Köpfe gewinnen“, betonte AK-Präsident Günther Goach. Er verwies auf die Wichtigkeit zwischenbetrieblicher Lehrwerkstätten und regte an, dafür auch Berufsschulen in den Ferienzeiten zu öffnen. Noch mehr Schwerpunkt solle auch auf die Berufsorientierung vorab gesetzt werden. Auch der Zukunftsfonds sei teilweise anzusprechen, wenn es um die Zukunft und damit auch um die Ausbildung der Jugend gehe, regte Goach an.

Landesvorsitzender Hermann Lippitsch vom Österreichischen Gewerkschaftsbund verwies ebenfalls auf die Wichtigkeit der Berufsorientierung. „Viele junge Menschen brechen ihre Ausbildung ab und setzten sie auch nicht mehr fort.“ Aber positiv sei, dass Kärnten einen Rückgang der nicht vermittelbaren Lehrlinge im Vergleich zu den anderen österreichischen Bundesländern habe. Von allen Vertretern der Sozialpartner gelobt wurde der neue Stil der Kärntner Landesregierung: „Es wird gemeinsam trotz oft unterschiedlicher Auffassungen für das Land gearbeitet, was der Bevölkerung zu Gute kommt.“


Rückfragehinweis: Büro LH Kaiser/Büro LHStv. Schaunig
Redaktion: Brunner/Sternig 
Foto: LPD/fritzpress