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Nachhaltige Unterstützung für Kärnten aus Brüssel

22.05.2014
BM Rupprechter, LR Benger, EU-Abgeordnete Köstinger: Neues Programm für Ländliche Entwicklung sichert Infrastruktur und Beschäftigung
Im Rahmen der Österreich-Tour von Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter wurden heute, Donnerstag, in Klagenfurt die Schwerpunkte des neuen Programms für Ländliche Entwicklung (LE) diskutiert. Die leitenden Prinzipien sind Regionalität und Vielfalt. „Die Ländliche Entwicklung sorgt dafür, dass auch Gebiete außerhalb der Städte und abseits touristischer Zentren lebendig bleiben. Zugleich ermöglichen die Maßnahmen des Programms wichtige Fortschritte in Bereichen, die die gesamte Bevölkerung betreffen. Dazu zählen beispielsweise Ernährungssicherheit, Naturschutz, die Klimawende, Arbeitsplätze und der Erhalt unserer natürlichen Ressourcen“, erklärte der Minister.

Das Programm Ländliche Entwicklung ist für Kärntens Agrarlandesrat Christian Benger ein Beispiel dafür, in welchem Ausmaß und für welche Bereiche Kärnten von der EU profitiert. In der neuen Förderperiode würden jedes Jahr wieder 104 Mio. Euro nach Kärnten fließen. Im Programm selbst werde es Verschiebungen geben. Augenmerk liege aber auf der Almwirtschaft sowie der Investitionsprämie. „Man hat zudem auch in Brüssel erkannt, dass unser ländlicher Raum als Arbeits- und Lebensraum zu stärken ist. Das neue Programm für Ländliche Entwicklung verdient diesen Namen auch wirklich“, betonte Benger.

So wurden beispielsweise die Mittel für Maßnahmen, die zur Erhaltung der Strukturen im ländlichen Raum wichtig sind, von 23 auf über 29 Mio. Euro pro Jahr aufgestockt. „Da geht es um Nahversorger, Wegenetz und Straßenbau, Nutzung erneuerbarer Energie, soziale Dienste, Bildung oder Mittel für den Naturschutz“, erläuterte Benger. Damit werde ein tatsächlicher finanzieller Beitrag für den Lebens- und Wirtschaftsraum abseits der Zentralräume geschaffen.

Wichtige Entscheidungen für unser Land werden laut Benger auf EU-Ebene getroffen. „Sicher ist nicht alles Gold, was in Brüssel glänzt. Aber nichtsdestotrotz profitieren wir von der Europäischen Gemeinschaft. Daran führt kein Weg vorbei. Also liegt es in unserer Hand, wie stark wir in Zukunft in Entscheidungen eingebunden sind“, meinte er.

„Zwei Drittel der Bevölkerung leben im ländlichen Raum. Diesen Lebensraum für rund sechs Millionen Menschen gilt es, aktiv zu gestalten und den Landgemeinden, die Aufgaben wie Arbeitsplätze und Infrastruktur bereitstellen zu erfüllen haben, unter die Arme zu greifen. Auch die EU leistet durch das Zusammenspiel der Finanzierungs-Fonds einen wichtigen Beitrag. Ohne das Programm für Ländliche Entwicklung wäre etwa eine flächendeckende, umweltgerechte Bewirtschaftung durch wettbewerbsfähige bäuerliche Familienbetriebe nicht denkbar“, weiß EU-Abgeordnete Elisabeth Köstinger. Die Kärntnerin hat in den letzten Jahren die LE-Programme, aus dem beispielsweise das Bergbauern- und Agrarumwelt gespeist wird, in Brüssel chefverhandelt. 530.000 Jobs seien direkt oder indirekt von der Landwirtschaft abhängig, so Köstinger. Ohne das LE-Programm gäbe es schlagartig 100.000 Arbeitsplätze in Österreich weniger. Für Kärnten wäre das ein Schwund von rund 6.000 Jobs.

Das Umweltagrarprogramm „ÖPUL“ zählt zu den zentralen Instrumenten für einen umfassenden Schutz der Lebensgrundlagen und den Erhalt der Lebensqualität. „Die Vielfalt der österreichischen Natur und Landschaft liefert die Grundlagen für unsere starke Wirtschaft und den Wohlstand unserer Gesellschaft. Wir müssen die Anstrengungen zum Schutz der Biodiversität noch weiter verstärken. Die Ländliche Entwicklung leistet dazu einen besonders wichtigen Beitrag“, sagte Rupprechter. Die Ländliche Entwicklung sei auch in der neuen Periode bis 2020 das zentrale Element der Umsetzung der gemeinsamen Agrarpolitik in Österreich. Sie solle zusätzliche Erwerbschancen für den gesamten ländlichen Raum bringen, aber auch soziale Aspekte und die Entwicklung von Klein- und Mittelunternehmen sowie den Ausbau der Infrastruktur unterstützen. Erstmals seien in der neuen Periode drei Prozent der EU-Mittel für soziale Dienstleistungen reserviert.


Rückfragehinweis: Büro LR Benger
Redaktion: Robitsch/Böhm