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Nockregion: Demografie-Check und Lösungsansätze

04.06.2014
LHStv.in Schaunig: Belebung der Ortszentren und interkommunale Kooperationen forcieren
Die LAG Nockregion-Oberkärnten präsentierte gestern, Dienstagabend, in der Fachhochschule in Spittal/Drau die eindrucksvollen Ergebnisse eines in 16 Gemeinden durchgeführten Demographie-Checks und mögliche Lösungsansätze. Auch Gemeindereferentin LHStv. Gaby Schaunig war gekommen und zeigte mögliche neue Wege auf.

Der demografische Wandel und die Globalisierung machen vor keiner Region halt. Unerbittlich zeigen sich die Auswirkungen. Die LAG Nockregion-Oberkärnten hat mit den beiden Expertinnen Universitätsprofessorin Gerlind Weber und Tatjana Fischer von der BOKU in Wien einen „Demographie-Check“ der Gemeinden durchführen lassen.

„Es geht hierbei nicht um die bloße Darstellung durchschnittlicher Veränderungen von Einwohnerzahlen, Arbeitsplätzen, Altersentwicklung, usw. sondern um eine vertiefte Betrachtung darüber, wie sich die demografischen Veränderungen auf gewisse Schwerpunkte wie Wirtschaft, Tourismus, Landwirtschaft, Soziales, Finanzen der Gemeinden auswirken“, betonten die beiden Expertinnen vor zahlreich erschienenen Bürgermeistern und interessierten Bewohnern der Region.

„Regionalentwicklung kann von der Politik nicht diktiert, aber unterstützt werden“, weiß Gemeindereferentin LHStv.in Gaby Schaunig. „Gemeinden dürfen nicht länger mit den Problemen der Abwanderung und Strukturschwäche alleine gelassen werden“. Sie sagte, dass wir soziale Anknüpfungspunkte brauchen, um junge Menschen wieder zurück ins Land zu bekommen.

„Neue Wege in der Raumordnung, Belebung der Ortszentren, Vereinfachung der Bauvorschriften sowie eine Entflechtung der Transferbeziehungen zwischen Land und Gemeinden seien nur einige der zahlreichen Aufgabenschwerpunkt des Gemeindereferates“, so Schaunig. Die interkommunale Zusammenarbeit, die über den Weg der Mehrzweckverbände eine neue Richtung einschlagen werde, solle in den kommenden Jahren intensiviert werden. Gemeindegrenzen könnten keine Grenzen des Denkens sein. Damit seien aber keinesfalls Gemeindezusammenlegungen gemeint, denn Gemeinden würden die Identität für die Menschen vor Ort bilden, sagte Schaunig.

Grund und Boden sind nicht vermehrbar. Damit gewinnt die Höhe für den Raum künftig an Bedeutung aber auch die Sparsamkeit. Notwendig werde auch bei Planungen eine neue Verantwortlichkeit unserer Generation gegenüber der älteren Generation sein. Es wird bei der Novellierung des Raumordnungs- und Baugesetzes wichtig sein, künftige Entwicklungen zu ordnen und Themen wie die Demographie-Entwicklung, die gesellschaftliche Zusammensetzung und Entwicklung, die Bausubstanz aber auch den Klimawandel zu berücksichtigen. Die neuen Raumordnungs- und Bauleitlinien müssen diese Punkte beinhalten, zudem muss es eine Partizipation der Bürger in diesem Leitbild geben.

„Die Gemeinden sind der Motor für die regionale Wirtschaft und damit verantwortlich für den Wohlstand im gesamten Land“, ist sich die Gemeindereferentin durchaus bewusst. Eine Mischung aus jungen und älteren Menschen sei für jede Landgemeinde bedeutend, gleichermaßen wichtig seien die Beteiligung der Gemeindebewohnerinnen und -bewohner an Planungsprozessen und eine effiziente interkommunale Zusammenarbeit zwischen Nachbargemeinden.„Grund und Boden sind nicht vermehrbar, umso sensibler muss man damit umgehen. Ein modernes Raumordnungsrecht, das flexibel ist und auch den ökologischen Anforderungen Rechnung trägt, ist notwendig“, betonte Schaunig. Sie bedankte sich bei Regionalmanagerin Christine Sitter und ihrem Team für ihr einzigartiges Engagement für die Nockregion Oberkärnten.


Rückfragehinweis: Büro LHStv.in Schaunig
Redaktion: Kohlweis/Brunner
Fotohinweis: Büro LHStv. Schaunig