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KULTUR

Im Schatten des Blätterwaldes

10.06.2014
Die Bruecke zeigt kulturelle Seiten des Sommers: vom Bachmannpreis bis zur Kunst der Sorben
„Aufgeworfen“ wird die Frage nach dem Bürgerrecht für öffentliche Bibliotheken – Josef Winkler hat sein beherztes Plädoyer dazu exklusiv der Bruecke als Erstabdruck ermöglicht. Die „Tage der deutschsprachigen Literatur“ werden im „Rewind- und Forward-Modus“ abgespult. In der Nacht kann man sich dagegen „Schlechte Texte“ im KunstHaus Sudhaus in Villach anhören. „Holiday am Wörthersee“ (von J.F. Perkonig) der anderen Art machen die Lausitzer Sorben, die ihre Literatur- und Kunstschätze gleich dreisprachig präsentieren. Die „Vor.Lese“ beweist, dass deren Botschaften als Minderheit auch im zweisprachigen Kärnten angekommen sind. Im k.e.-Theater angekommen ist der erste Fink-Literaturpreisträger Antonio Fian, der das Publikum durch den Dramolettenwald führt.

Was sich hinter Bücher-Lärmschutzwänden verbirgt und wie man Zeichensprache auch interpretieren kann, zeigen die „Kari.Cartoons“. Auch sie verfolgen literarische Ziele. Was alles noch zur Literatur gehört, beinhaltet u.a. das Urheberrecht. Gefüllt mit Literatur sind naturgemäß auch die Buchtipps. Aktuelles zur Fußball-WM bis zum Rückblick auf die frühen Jahre von Ingeborg Bachmann – die passsende Sommerlektüre sollte jeden Geschmack treffen.

Mit Blick auf literarische und musikalische Vielfalt empfiehlt der Maler Peter Krawagna, dessen Retrospektike im MMKK zu sehen ist, noch das richtige Sehen. Dabei kann der Fokus sogar mehrere Länder umfassen, wie auch die „Konfrontation VII“ Interferenzen zwischen Rumänien und Österreich anhand der Arbeiten von Richard Kaplenig, Bela Szakats und Bogdan Tomsa zeigt. Die Familienbande von drei Generationen mit zahlreichen Querverweisen wird im Museum des Nötscher Kreises zwischen Cornelius, Thaddäus und Anton Kolig geknüpft. Römische Kunstgeschichte(n) – vom Aufstieg samt kultureller Glanzleistungen bis zum Verfall des Großreichs – reichen von der Ewigen Stadt Rom bis zu Siedlungen und Ausgrabungsstätten in Kärnten. Dort wieder angekommen, sorgen hohe „Wellen der Kunst am Millstättersee“ durch das neue Kunstlabor artLAB Seeboden samt Forum Kunst und Netzwerk AKS für Aufsehen. Auch die neue Kärntner TanzLUST wird durch das CCB zwischen Ober- und Unterkärnten geweckt.

Ein Streifzug durch die Festivallandschaft Kärntens in der Juni-Juli Bruecke verschafft einen Überblick zu den aufregendsten Theaterproduktionen. Die wichtigsten Musiksommerfestivals zwischen Ossiach und St. Paul zeigen sich heuer erfrischend anders und riskieren von Viktring einen musikalischen Blick nach Afrika. Noch weiter reicht der (Aus)Blick beim Internationalen Chorwettbewerb auf Schloss Porcia.

Im Bereich Popmusik wiederum wurde im Klagenfurter Stereoclub ausgezeichneter talentierter Nachwuchs erstmals dank der neuen „pop.awards“ gesichtet. Unter freiem Himmel sind zahlreiche musikalische Weltstars wie Konstantin Wecker & Angelika Kirchschlager, Albert Hammond, Jeff Beck oder James Blunt in Kärnten (Finkenstein, St. Veit, Maria Wörth) oder in den angrenzenden Regionen (Friaul, Kroatien) zu Gast – jeder ein Herkules (auf seine in Kärnten hinterlassenen Spuren begibt sich die „Antike Welt“) aus der Show- und Musikbranche. Echte Schmuck-Stücke findet man auch im neuen Katalog der Künstlerin Isolde Baumhakl-Oswald.

Während man den sommerlichen Kulturhighlights im Bruecke-Kalender und in den Horizonten gespannt entgegenblickt, kann man sich auch gern ein paar Tage Zeit nehmen, um Hochschobers „Musik und Literatur am Berg“ auf der Turracher Höhe, das „Hotel Konkurrenz“ oder „Kulturgastspiele“ im Ronacher in Bad Kleinkirchheim zu genießen.

In der aktuellen Doppel-Ausgabe kann man ebenso mit dem speziellen Verein „Nostalgiebahnen“ reisen, um sich dem Leben und Wirken des Universalgenies Carl Auer von Welsbach im Museum in Althofen zu widmen. Die nicht so erfreulichen Seiten des Sommers (1914) zeigt die nächste Bruecke dann für August und September mit Schwerpunkt Erster Weltkrieg.

Infos: www.bruecke.ktn.gv.at


Rückfragehinweis: Die Bruecke
Redaktion: Herzog/Trauhsnig