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Runder Tisch zum Thema Fischotter

12.06.2014
LR Ragger: Genau beobachten, ob international geschützter Fischotter zur Plage für Fischer wird
Es kommt in Kärnten in letzter Zeit vermehrt zu Beschwerden von Fischern, Fischereiausübungsberechtigten, Fischzüchtern etc. bezüglich der Raubtätigkeit von Fischottern. Jagdreferent LR Christian Ragger reagiert darauf in zweifacher Weise. „Wir wollen Gelder aus dem Artenschutzfonds zur Verfügung stellen, damit Betroffene um ihre Teiche Elektrozaunsysteme errichten können. Diese gelten als wirksame Fischotter-Abwehr. Weiters läuft derzeit eine umfassende Prüfung der Fischotter-Population. Wir wollen einen genauen Überblick, ob sich der Fischräuber tatsächlich so stark vermehrt hat wie Fischzüchter argwöhnen“, teilte Ragger heute, Donnerstag, mit.

Der Fischotter ist laut Kärntner Jagdgesetz als Wild anzusehen und ganzjährig geschont, das heißt der Fischotter darf weder bejagt, gefangen noch gestört bzw. beunruhigt werden. Auch bestehen – aufgrund des Washingtoner Artenschutzübereinkommens, der Artenschutzverordnung, der Biodiversitäts-Konvention, der Ramsar-Konvention und der Wasserrahmenrichtlinie – weitere internationale Verpflichtungen zum Schutz des Fischotters und dessen Lebensraumes. Aufgrund dieser Rechtslage wäre die Bejagung des Fischotters laut Ragger nur in absoluten Ausnahmefällen zulässig.

Ragger verweist aber darauf, dass Fischer einen etwaigen Schaden ersetzt bekommen. Nach einer entsprechenden Meldung an die Abteilung für Jagdrecht (MMag. Renate Scherling) erfolgen eine Schadensbegutachtung durch einen Wildbiologen und eine Schadensschätzung durch den Landesfischereiinspektor. Auf Basis dieser Expertisen anhand von Losungen und Fraßresten wird eine Entschädigung ausgezahlt. „Bisher wurden aber nur sehr wenige Schadensmeldungen erstattet. Das deutet nicht auf eine großflächige Plage hin“, erklärte Ragger. Er wird einen Runden Tisch einberufen, an dem Vertreter der Fischzuchtbetriebe und der Fischereiverbände sowie der Jagdausübenden den Status quo erörtern werden.

Als Jagdreferent strebt Ragger eine bessere gesetzliche Absicherung des Artenschutzfonds des Landes an. Dessen Dotierung erfolgt derzeit im freien Ermessen. Sie sollte gesetzlich festgelegt werden. Aus diesem Fonds werden Schäden durch geschützte Tiere wie Wolf, Bär, Luchs oder Fischotter ersetzt. „Wenn sich diese Arten, wie erhofft, auch in Kärnten verbreiten, muss für Schäden vorgesorgt werden. Sonst werden wir keine Akzeptanz der Landwirte und Tierzüchter erreichen“, betonte Ragger.


Rückfragehinweis: Büro LR Ragger
Redaktion: Jost/Böhm