News

POLITIK

LR Benger übernimmt Vorsitz in Landesagrarreferentenkonferenz

27.06.2014
Themen: Nationale Umsetzung GAP-Reform - Ausgestaltung neue ländliche Entwicklung – Dürre-Versicherunglösung - Sonderförderprogramm für Drahtwurmschäden im Kartoffelanbau
Heute, Freitag, findet in Rust im Burgenland die Agrarreferentenkonferenz statt. Für Kärnten wird es eine besondere Sitzung, denn LR Christian Benger übernimmt nach fast zwei Monaten im Amt als Agrarlandesrat für ein halbes Jahr den Vorsitz in dieser Konferenz. Damit ist Benger Vorsitzender eines Gremiums in dem die Agrarreferenten der Länder mit dem Landwirtschaftsminister tagen und in dieser Runde aktuelle agrarpolitische Themen beraten und entscheiden.

Immerhin eine spannende Zeit, gilt es doch die GAP-Reform umzusetzen und die ländliche Entwicklung auszugestalten. Außerdem gehört Benger in dieser Funktion neben dem Landwirtschaftsminister der österreichischen Delegation an, die im nächsten Halbjahr an den Sitzungen der europäischen Agrarminister in Brüssel teilnehmen wird. Bis Jahresende sind zahlreiche wichtige agrarpolitische Weichenstellungen zu beraten.

Im Mittelpunkt wird die nationale Umsetzung der ersten Säule der GAP-Reform stehen. „Hier gilt es, die Vorgaben aus Brüssel vor allem praxistauglich und unseren Landwirten entgegenkommend umzusetzen. Eine klare und eindeutige Almförderung muss auf den Tisch“, betonte Benger.

Weiters gilt es, das neue Regionalmodell mit ausreichenden Übergangszeiten umzusetzen, eine unbürokratische Kleinlandwirte-Regelung neu einzuführen und die neuen Möglichkeiten der besseren Unterstützung von Junglandwirten mit Leben zu erfüllen. Die Ziele sind ehrgeizig, denn bis Jahresende müssen diese Punkte finalisiert sein damit die neue GAP in Österreich ab 2015 starten kann.

Ein weiterer Schwerpunkt wird die Ausgestaltung des neuen ländlichen Entwicklungsprogramms sein. Nach der bereits im Frühjahr erfolgten Grundsatzeinigung über die Eckpunkte der Finanzierung des Programms gilt es nun, die einzelnen Maßnahmen zu konkretisieren, Förderrichtlinien zu erarbeiten sowie Zuständigkeiten und Abwicklungsprozedere festzulegen. „Jetzt geht es ans Eingemachte. Je weniger Bürokratie, desto besser. Weniger Verwaltung, bedeutet auch weniger Kosten“, erklärte Benger.

Die Agrarreferenten beraten unter anderem auch über die Aufnahme einer umfassenden Dürre-Versicherungslösung in das Katastrophenfondsgesetz. Hier besteht die Forderung nach dem Modell der Hagelversicherung auch die Prämien einer Dürreversicherung aus Mitteln des Katastrophenfonds zu unterstützen. Benger, großer Befürworter dieses Modells, appelliert aber auch an die Landwirte: „Niemand hängt mehr von der Witterung ab als unsere Bauern. Daher ist es besser gerüstet zu sein, als im Nachhinein die Feuerwehr zu brauchen!“ Die jüngsten Hagel-Unwetter in Kärnten haben wieder deutlich gemacht, wie schnell eine Ernte zunichte gemacht ist und wie wichtig die Versicherung ist. Vier Millionen Euro jährlich werden in Kärnten an Versicherungsprämie aufgewendet, zwei Millionen Euro davon zahlen Bund und Land.

Laut Benger werde heute auch der Landwirtschaftsminister aufgefordert, umgehend die in Aussicht gestellten Finanzmittel zur Abgeltung der Dürreschäden des Vorjahres bereit zu stellen. Bislang wurde erst eine erste Tranche vom Landwirtschaftsministerium freigegeben, diese wurde vor drei Wochen umgehend an die Kärntner Bauern ausbezahlt. Es war dies die Abgeltung für Schäden an bestimmten Acker- und Dauerkulturen. Die Beihilfen für die Ankaufsaktion für Ersatzfuttermittel an rund 2.300 Bauern in Kärnten können jedoch erst erfolgen, wenn die Bundesmittel in Kärnten eingelangt sind. „Wir sind mit unseren Vorarbeiten fertig, stehen Gewehr bei Fuß und können, sobald das Bundesgeld eingetroffen ist, sofort auszahlen“, sagte Benger.

Außerdem wird bei der Landesagrarreferentenkonferenz ein Sonderförderprogramm für Drahtwurmschäden im Speisekartoffelanbau beraten und beschlossen werden. Konventionelle Erdäpfelbetriebe laufen Gefahr, aufgrund der kurzfristig nicht erteilten Notzulassung des Pflanzenschutzmittels „Goldor Bait“ einen wirtschaftlichen Schaden zu erleiden, da sie mit vermehrtem Drahtwurmfraß an ihren Erdäpfelkulturen rechnen müssen.

Benger hat für Kärnten die Teilnahme an dieser außerordentlichen Unterstützungsaktion zugesagt. Für die betroffenen 15 bis 20 spezialisierten Kartoffelanbaubetriebe soll diese Förderaktion eine Abfederung drohender Verluste bringen. „Wichtig wird aber sein, dass wir für nächstes Jahr eine Regelung treffen, die nicht wieder zu so einer Situation wie heuer führt“, betonte Benger.

Weitere Beratungspunkte der heutigen Landesagrarreferentenkonferenz sind die Finanzierung der Lehrerkosten für das landwirtschaftliche Schulwesen, die künftige Ausgestaltung und Finanzierung der Cross Compliance Kontrollen sowie die künftig neu vorgesehene Digitalisierung von Landschaftselementen.


Rückfragehinweis: Büro LR Benger
Redaktion: Robitsch/Zeitlinger