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Armutsvermeidung heißt das primäre Ziel

01.07.2014
LH Kaiser, LHStv.in Prettner bei 1. „Soziale-Dialog-Konferenz-Kärnten“ in Klagenfurt - Tagung setzte sich mit Strategien zur Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung auseinander
Im ÖGB-AK Bildungsforum in Klagenfurt fand heute, Dienstag, die Fachtagung „Soziale-Dialog-Konferenz-Kärnten“ statt. Expertinnen und Experten präsentierten in Impulsreferaten und Vorträgen Strategien zur nachhaltigen Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung. Seitens des Regierungskollegiums wohnten Landeshauptmann Peter Kaiser und Sozialreferentin LHStv.in Beate Prettner der Tagung bei.

Für den Landeshauptmann ist die Armutsvermeidung oberstes Anliegen. „Der Polylog zwischen Politik, Verwaltung und NGO´s wie bei dieser Fachtagung ist wichtig und die Ideen und Ergebnisse sollten auch in die Politik einfließen“, sagte er. Bei der Diskussion um die Armutsbekämpfung und -vermeidung sind für ihn Bildung, ein gerechtes Einkommen und Maßnahmen gegen das negative Triple A (Arbeitslosigkeit, Armut und Abwanderung) zu berücksichtigen. „Der Zugang zur Bildung muss erleichtert werden und es muss eine Chancengleichheit geben“, stellte er klar. Gegen „Working Poor“ (Armut trotz Erwerbstätigkeit) sei ein gerechtes Einkommen notwendig. „Die Kluft zwischen Höchst- und Mindesteinkommen muss geschlossen werden“, lautete seine Forderung. Im Kampf gegen das negative Triple A sei noch viel Arbeit zu tun. „Die Mindestsicherung ist derzeit zwar eine Auffangmöglichkeit, wichtig sind jedoch kollektivvertragliche Mindestlöhne, damit die Einkommensunterschiede abgeflacht werden“, so Kaiser.

Sieglinde Trannacher vom Kärntner Netzwerk gegen Armut und soziale Ausgrenzung berichte, dass die Idee zu der Tagung von Sozialreferentin LHStv.in Beate Prettner nach einem Gespräch mit ihr aufgegriffen wurde. Für Prettner und Trannacher müssen nachhaltige und langfristige Strategien entwickelt werden, um dem Schreckgespenst Armut und Ausgrenzung Herr zu werden.

Heinz Stefan Pichler von der Arbeiterkammer Kärnten hielt das Impulsreferat „Armut- soziale-Ausgrenzung-Working Poor-Eine Bestandsaufnahe für Kärnten“. Sein Resümee: Die Armutsbetroffenheit ist in Kärnten, nach Befragung von 407 Haushalten bzw. 890 Menschen mit 92.000 Personen zu beziffern (Durchschnitt der letzten drei Jahre). Die Zahl der „Working Poor“ (armutsgefährdete Personen im Erwerbsalter von 18 bis 64 Jahre) wird in Kärnten auf rund 20.000 Personen geschätzt. Zählt man die Angehörigen dazu, dürften es rund 44.000 Personen sein. In Österreich lag diese Zahl 2011 bei 198.000 Personen. Die Armutsgefährdung würde sich beim Wegfall sozialer Transfers mehr als verdoppeln.

Den Hauptvortrag „Präventive Armutspolitik –Strategien und Aktivitäten im Kanton Bern“ hielten der Berner Gesundheits- und Fürsorgedirektor und Regierungsvizepräsident Philippe Perrenoud und Generalsekretär Pascal Coullery.


Rückfragehinweis: Büro LH Kaiser, LHStv.in Prettner
Redaktion: Michael Zeitlinger