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Dellach/Gailtal: Gedenkfeier anlässlich 100 Jahre Kriegsbeginn 1. Weltkrieg

26.07.2014
LH Kaiser bei Enthüllung einer Friedensglocke - „Ich verneige mich vor den Gefallenen und Soldaten“ - 350 Rekruten angelobt
Die Gemeinde Dellach im Gailtal stand gestern, Freitag, im Zeichen der Gedenkfeier und einer Totenehrung anlässlich des Kriegsbeginns des 1. Weltkrieges vor 100 Jahren am örtlichen Heldenfriedhof. Ebenso fand am Sportplatz der Gemeinde die Angelobung von 350 Rekruten statt. Die Festredner, Landeshauptmann Peter Kaiser, der Landesgeschäftsführer der Landesstelle des österreichischen Schwarzen Kreuzes, Generalmajor in Ruhe Gerd Ebner und Militärkommandant Brigadier Walter Gitschthaler thematisierten die Folgen des 1. Weltkrieges und beleuchteten die derzeitigen Lage des Bundesheeres angesichts des Sparzwanges.

„Stille, schlichte, eiserne Kreuze mahnen an eine Zeit, die vor 100 Jahren mit dem Abbruch der diplomatischen Beziehungen und der Kriegserklärung an Serbien begann. Millionen verloren ihr Leben, Europa veränderte sich auf Landkarten aber auch im Geist“, blickte der Landeshauptmann auf den Ausbruch des 1.Weltkrieges zurück. Er sei 100 Jahre später immer noch Gegenstand vieler Forscher, ebenso wie von historischen und politischen Analysen. „Im Mittelpunkt müssen jedoch die 17 Millionen Toten und Versehrten stehen. Ich verneige mich vor den Gefallenen und den Soldaten die ihrer Pflicht nachkamen“, zollte Kaiser den Opfern seinen Respekt. Damit es nie mehr diese schrecklichen Ereignisse und Millionen von Opfern gebe, sei eine aktive Friedenspolitik, auch angesichts der Labilität in Osteuropa und im Nahen Osten, stärker denn je gefragt, betonte Kaiser.

Ebner hob hervor, dass neben dem Gedenken an die Toten auch das Mitgefühl gefragt sei. „Diese Geisteshaltung ist notwendig und sollte heute mehr denn je forciert werden, auch angesichts der Kämpfe in Syrien und der Ukraine“, so der Generalmajor. Gleichzeitig bedankte er sich bei allen, welche die Aufstellung und Enthüllung der Friedensglocke ermöglicht hätten.

Im Rahmen der Angelobung hob der Landeshauptmann die wichtige und notwendige, internationale aber auch nationale Rolle des Bundesheeres hervor. „Die Sicherheit und der Friede werden durch das Bundesheer und seine Rekruten bewahrt, ebenso ist der rasche Einsatz bei Katastrophen gewährleistet“, stellte er unmissverständlich fest. An die jungen Rekruten richtete er den Appell, ihren Aufgaben im Rahmen des Grundwehrdienstes nachzukommen. Gleichzeitig teilte er mit, dass seitens der politisch Verantwortlichen trotz Budgetkürzungen alles getan werde, damit der Grundwehrdienst auch weiterhin mit Qualität abgeleistet werden könne.

Für Militärkommandant Gitschthaler ist der Einsatz für den Frieden, auch angesichts der kriegerischen Handlungen in vielen Teilen der Welt das höchste Gut. Er appellierte aber auch an die Bundespolitik, die Mittel, welche das Heer benötige um Ausbildung und Betrieb aufrechtzuerhalten, diesem auch zur Verfügung zu stellen. „Nur ein starkes, leistungsfähiges Heer kann der Bevölkerung helfen und sie schützen. Die Rekruten sind das Humankapital und die Kader sind flexibel, effizient und motiviert“, stellte er fest.

Die 350 Rekruten, die gestern angelobt wurden, rückten Anfang Juni und Juli ein und kommen aus der Garnison Klagenfurt (Militärkommando Kärnten, Khevenhüller-Kaserne) und der Garnison Villach (Rohrkaserne, Lutschounig-Kaserne). Kommandant der ausgerückten Truppe war Major Tobias Sindler.

An der Gedenkfeier und Angelobung nahmen unter anderem Dellachs Bürgermeisterin Christine Ploner, die Landtagsabgeordneten Barbara Lesjak, Josef Zoppoth, Christoph Staudacher und Hartmut Prasch, Landespolizeidirektorin Michaela Kohlweiß, Landesfeuerwehrkommandant Stellvertreter Hugo Irrasch, der Vizepräsident des Landesgerichtes, Manfred Herrnhofer, Landesamtsdirektor Stellvertreter Markus Matschek und die Bezirkshauptleute Heinz Pansi (Hermagor) und Gert Klösch(Völkermarkt) teil.


Rückfragehinweis: Büro LH Kaiser, Militärkommando
Redaktion: Michael Zeitlinger 
Fotohinweis: LPD/fritz-press