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Projekt Mölltaler Gletscher: Projektwerber muss neue Variante für Abfahrt erbringen

28.07.2014
LH Kaiser, LR Holub, LR Benger: Geplante Abfahrt in diesem Gebiet würde Leib und Leben von Menschen gefährden – Möglichkeit anderer Route ist zu untersuchen
„Aus Gründen des Schutzes von Leib und Leben für Menschen ist die von der Schultz-Haselsteiner-Gruppe geplante Ski-Abfahrt im Bereich um den Haselsteinspeicher am Mölltaler Gletscher unmöglich realisierbar. Der Projektwerber wird aufgefordert, seinerseits durch entsprechende Gutachten eine alternative Route zu prüfen“, so lautet das einhellige Ergebnis des heutigen von Landeshauptmann Peter Kaiser initiierten Gespräches über die Ergebnisse der ebenfalls von ihm, Kaiser, in Auftrag gegebene Stellungnahme der Verfassungsabteilung des Landes.

Sowohl Politik, neben Kaiser und Naturschutzreferent Rolf Holub, LR Christian Benger, LR Christian Ragger und LR Gerhard Köfer, als auch Landesexperten aus den Bereichen Natur- und Umweltschutz sowie Geologie und Vertreter der Wirtschaftskammer, nahmen an dem Gespräch in der Landesregierung teil. LR Holub wird die Projektwerber unverzüglich schriftlich über das Ergebnis und die ihrerseits erforderlichen Schritte informieren.

„Faktum ist, dass es ein absolutes KO-Kriterium gibt, nämlich dann wenn der Schutz von Menschen durch die Errichtung einer Skiroute gefährdet ist, weil es sich hier um ein labiles Gebiet handelt. Das heißt, es wären schlimme Erdbewegungen, Felsabstürze zu befürchten“, macht Kaiser deutlich. Wie Landesgeologe Richard Bäk deutlich machte, drohe bei einer Realisierung der jetzt geplanten Route die Rutschung von bis zu 40 Millionen Kubikmeter Gelände.

Laut Kaiser liege es nun am Projektwerber, ob er an der eingereichten Route festhalten wolle, dann sei das ein „KO-Kriterium“, oder ob er das Projekt modifiziert und mit einer anderen Route einreicht. Kaiser hält fest, dass es noch nie zuvor eine Landesregierung gegeben habe, die sich über eine derart lange Zeit, 14 Monate, bemüht habe, einem Projektwerber zu helfen, damit für die Menschen in dem Gebiet etwas zustande kommt. „Letztendlich steht der Schutz von Menschenleben für mich über allem!“, macht Kaiser deutlich.

Laut Holub, wie auch für die anderen Teilnehmer am heutigen Gespräch, sei jedenfalls der Projektwerber am Zug: „Die Geologie spricht eine eindeutige Sprache. Ein möglicher Eingriff für die geplante Skiabfahrt ist daher nicht nur aus Naturschutzgründen, sondern auch aus geologischer Sicht undenkbar. Die Forderung nach einer Änderung der bestehenden Naturschutzverordnung ist daher auch aus Gründen der geologisch instabilen Situation vor Ort kein Thema“, bestätigte Holub seine bisherige Position. Grundsätzlich sei ein Hotelbau im Rahmen der bestehenden Gesetze und Verordnungen weiterhin denkbar.

Für Benger ist heute konkretisiert worden: „Der Projektwerber muss nun seine Varianten für eine Schiroute auf den Tisch legen, beispielsweise, wie er den rutschenden Hang umfahren möchte.“ Naturschutzgesetz oder Verordnungen seien heute in dieser Gesprächsrunde nachrangig behandelt worden. „Für mich bleibt für das Projekt klar: Wo ein Wille, da ein Weg – unter Einhaltung der Gesetze“, fasst Benger zusammen.


Rückfragehinweis: Büro LH Kaiser/
Büro LR Holub/Büro LR Benger
Redaktion: Schäfermeier/Brunner