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Das bringt das neue Schuljahr

03.09.2014
LH Kaiser und LSR-Präsident Altersberger präsentierten Daten und Fakten zum Schuljahr 2014/15 – 34.355 Pflichtschüler in 1.969 Klassen - Zahl zweisprachiger Schüler steigt - Klare Regeln für Nachmittagsbetreuung - Ausweitung Zentralmatura
Im Rahmen einer Pressekonferenz gaben heute, Mittwoch, Bildungsreferent LH Peter Kaiser und der amtsführende Präsident des Landesschulrates, Rudolf Altersberger, im Amt der Kärntner Landesregierung die wichtigsten Zahlen, Fakten und Neuerungen zum Schuljahr 2014/15 bekannt. „Themenschwerpunkte waren die Schülerzahlentwicklung in den Pflichtschulen und Höheren Schulen, der Ausbau der Ganztagesschule und der Inklusionsklassen, die Neue Mittelschule und aktuelle schulorganisatorische Veränderungen.

Die Pflichtschülerzahl teilt sich wie folgt auf: Insgesamt besuchen im heurigen Schuljahr 34.355 Pflichtschüler in 1.969 Klassen (um 689 Schüler bzw. zehn Klassen weniger als 2013/14) Kärntens Pflichtschulen. Von ihnen sind 20.447 Volksschüler in 1.228 Klassen (plus 25 Klassen, davon 5.543 „Taferlklassler“, um 63 mehr). In der NMS gibt es 12.799-Schüler in 637 Klassen (minus 14 Klassen), 691 PTS-Schüler in 33 Klassen (minus zwei Klassen) und 2.106 Schüler mit sonderpädagogischen Förderbedarf, davon 382 Schüler in Sonderschulen mit 51 Klassen (minus sechs Klassen) und 1.724 Schüler in Integrations- und Inklusionsklassenklassen.

Der Anteil der Schüler mit sonderpädagogischen Förderbedarf stieg um 77 Kinder und beträgt insgesamt 6,3 Prozent. 80 Prozent von ihnen werden bereits integrativ in Regelklassen mit nicht beeinträchtigten Kindern beschult“, teilte der Landeshauptmann mit. Fortgesetzt werde der Ausbau der Inklusion bzw. der Aufbau von Kleinklassen im Pflichtschulbereich für beeinträchtige Kinder. „Derzeit gibt es sieben Standorte wo beeinträchtige Kinder im Regelschulwesen in Kleinklassen aber integriert in die Schule unterrichtet werden“, so Kaiser. Im Endausbau bis 2018 sollen es rund 20 Standorte sein. Für verhaltensauffällige Kinder werden sieben zusätzliche Time-Out-Gruppen (fünf bis sieben Schüler) eingerichtet. Somit gibt es 15 Standorte.

Die Zahl jener Lehrer, die Kärnten über die vom Bund vorgegebene Anzahl hinaus beschäftigt, beträgt heuer insgesamt 382 und schlägt mit einem Finanzbedarf von 15 Millionen Euro im Landesbudget zu Buche. „160 davon entfallen aber allein auf den Sonderpädagogischen Förderbedarf, der in der Realitiät wesentlich größer ist, als vom Bund angenommen“, so Kaiser, der sich eine entsprechende Anpassung seitens des Bundes erwartet.

Im Schuljahr 2014/15 neu ist auch, dass alle Hauptschulstandorte Neue Mittelschulen und alle Klassen der fünften Schulstufe als NMS-Klassen geführt werden. Kärnten hat somit 63 NMS-Standorte mit 514 Klassen und 10.502 NMS-SchülerInnen.

Insgesamt wird es 327 Schulstandorte in Kärnten im heurigen Schuljahr geben (sechs weniger als 2013/14). Sie gliedern sich in 230 VS-Direktionen und 19 Exposituren, 62 NMS-Direktionen und eine Expositur, zehn Sonderschuldirektionen und sieben PTS-Direktionen. Aufgelöst werden fünf Schulstandstandorte (VS 3 Klagenfurt, VS Zweinitz Expositurklassen St. Philippen ob Sonnegg und Ebriach, HS Hüttenberg), ein Standort wird als Expositur weitergeführt (VS Kremsbrücke) und ein Standort wird von der Sonderschule zum Inklusionsstandort (Treffen).

Ein heißes Eisen, das immer wieder diskutiert wird und vom Land doppelt gefördert wird ist die schulische Tagebetreuung. „Sie wird weiter vorangetrieben und im heurigen Schuljahr wird es 223 Gruppen mit 3.577 Kindern geben“, teilte Kaiser mit. Neben der Bundesförderung (8.000 Euro) pro Gruppe fördert auch das Land 8.000 Euro, wenn fünf Tage lang zehn Kinder die Betreuung in Anspruch nehmen. Der Bildungsreferent verhehlte jedoch nicht, dass die Landesförderung gewissen Regeln unterliege. “Es liegt in der Verantwortung der Eltern, ihr Kind für ein, zwei, drei, vier oder fünf Tage Nachmittagsbetreuung anzumelden. Natürlich gibt es Ausnahmen, beispielsweise bei Sport- oder Musikkursen und selbstverständlich bei Krankheit. Ein Kommen und gehen je nach Wetterlage kann es aber nicht geben“, stellte er klar. Bis 2018 stehen 32 Millionen für den Ausbau von Ganztagesangeboten zu Verfügung.

Für Horte, derzeit gibt es 105 Standorte mit 224 Gruppen und rund 4.200 Kinder, wendet das Land 4,6 Millionen Euro auf. Zum zweisprachigen Unterricht an rund 70 Volksschulen gibt es 2.070 Anmeldungen, das entspricht einer Steigerung von 1,3 Prozent auf 45,8 Prozent. Der Bildungsreferent teilte zudem mit, dass ab kommenden Montag und Dienstag die Einschreibung in den Musikschulen beginne. „Wir haben heuer 79 Musikschulstandorte mit 470 Lehrern und 15.000 Schülerinnen und Schülern in 27 Organisationseinheiten. Ab kommenden Schuljahrwird die Glasbena sola als 28. Schule in das Musikschulwesen integriert.“

Altersberger berichtete, dass 5,5 Millionen Euro in Baumaßnahmen in Bundesschulen investiert wurden, davon 700.000 Euro für die Barrierefreiheit. Im heurigen Schuljahr gäbe es 94 Bundeslehrer mehr, wobei 22 aus anderen Bundesländern zurückkehrten. „Bei den Schülerzahlen ist mit einem Schülerzuwachs, sowie einer Stabilisierung der Schülerzahlen im HAK-Bereich zu rechnen“, so der amtsführende Präsident.

Im kommenden Schuljahr werden 12.950 SchülerInnen (7.500 Unterstufe, 5.490 Oberstufe, plus 155) eine AHS besuchen. 4.900 SchülerInnen (plus 34) eine HTL, 5.350 SchülerInnen (plus elf) eine wirtschaftsberufliche Schule, 3.390 SchülerInnen (minus 11) eine Handelsakademie und 530 SchülerInnen die Bundesanstalt für Kindergartenpädagogik (BAKIP).

„Ganztagesklassen aufsteigend für die ersten und zweiten Klassen in verschränkter Form gibt es im Europagymnasium Klagenfurt und BG/BRG Völkermarkt und erstmals am BRG Spittal eine erste Klasse. Abgewandelte Formen der Ganztagesklassen gibt s am BRG/BORG Wolfsberg und RG/ORG St. Ursula.

Die standardisierte Reife- und Diplomprüfung (S-RDP) wird erstmals in 58 AHS-Maturaklassen stattfinden, im BMHS-Bereich ist die Einführung im Schuljahr 2015/16 vorgesehen. Die neue modulare Oberstufe wird als Schulversuch an Handelsakademien (außer Spittal) sowie am BG/BRG Mössingerstrasse angeboten. „Sie geht mehr auf die Interessen der Schüler ein. Jedes Modul muss dabei positiv abgeschlossen werden und es gibt Modulzeugnisse“, sagte Altersberger. Neue Lehrpläne gibt es in allen Handelsakademien. Neu ist das 300 Stunden Pflichtpraktikum in der HAK und 150 Stunden Pflichtpraktikum in der Handelsschule. Im HTL-Bereich wird eine vierjährige Technikfachschule errichtet.

Erfreulich ist für den amtsführende Präsidenten, dass Kärnten über 28 eLSA zertifizierte Schulen verfügt und für EU-Projekte (Leonardo) 870.000 Euro im Schuljahr 2014/15 zur Ausschüttung kommen werden. „Kärnten hat damit den höchsten finanziellen Input bei EU-Projekten“.


Rückfragehinweis: Büro LH Kaiser, Landesschulrat
Redaktion: Michael Zeitlinger
Fotohinweis: Büro LH Kaiser, Bürger