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„Großes Goldenes Ehrenzeichen“ für Wilhelm Wadl

24.09.2014
LH Kaiser zeichnete gemeinsam mit LR Benger und LR Holub den Direktor des Kärntner Landesarchivs aus
Er gilt als profunder Historiker und Archivar, der in allen geschichtlichen Perioden versiert ist, stets relevante Fragen zur Kärntner Geschichte stellt und seine Forschungsergebnisse für jede und jeden verstehbar präsentieren kann. Am 3. August feierte der Direktor des Kärntner Landesarchivs, Wilhelm Wadl, seinen 60. Geburtstag. Aus diesem Anlass luden der Geschichtsverein für Kärnten und das Landesarchiv heute, Mittwoch, zu einem Empfang in seine Wirkungsstätte. Landeshauptmann Peter Kaiser verlieh dem Jubilar dabei gemeinsam mit Kulturlandesrat Christian Benger und LR Rolf Holub das „Große Goldene Ehrenzeichen des Landes Kärnten“. Von der Stadt Klagenfurt wurde er mit der „Goldenen Medaille“ ausgezeichnet und vom Verlag des Geschichtsvereins wurde anlässlich seines Geburtstages eine Festschrift mit dem Titel „Archivwissen schafft Geschichte“ herausgegeben.

Kaiser dankte Wadl und dessen exzellenten Team für das Wissen, das sie täglich zur Verfügung stellen würden. Er charakterisierte den Geehrten als „Hüter wertvollen Papiers“, der stets verantwortungsvoll und akribisch als Archivar, Wissenschaftler und selbst Publizierender wirke. Der Landeshauptmann nahm in seiner Rede auf einen Zeitungsartikel Bezug, der Wadl als „Kärntner des Tages“ vorstellte. In diesem werde er als „Landesbediensteter, der immer seine Willensfreiheit bewahrte“ beschrieben und es werde geschildert, wie ihm unlängst der Reißwolf Konkurrenz machte.

Benger drückte Wadl gegenüber ebenfalls seinen Dank aus. Der Jubilar wahre mit hoher Verantwortung das historische Gedächtnis unseres Landes, öffne es für die Wissenschaft und schaffe Neugierde bei den Menschen auf das Woher. Benger bezeichnete das Landesarchiv als modernes, offenes Haus der Geschichte. Durch Wadls Wirken gerate nichts in Vergessenheit, das ermögliche es uns, heute vom Gestern für morgen zu lernen. Als Agrarreferent zog Benger einen Vergleich mit Wadls Tätigkeit als Landwirt, durch die er es ebenfalls gewohnt sei, an die nächsten Generationen zu denken.

Die Laudatio für Wadl hielt der frühere Archivdirektor Alfred Ogris, der den Menschen, Archivar und Wissenschaftler vorstellte. Er bezeichnete die Anstellung Wadls im Landesarchiv als Glücksfall für das Land Kärnten und hatte auch eine amüsante Episode zu erzählen. So habe der „sub auspiciis-Mann“ Wilhelm Wadl als junger Archivar im damals noch im Landhaus untergebrachten Archiv übernachtet, um eine hineingeschlichene Katze zu fangen.

Die zahlreichen Festgäste, unter denen auch Wadls Gattin Gerda war, wurden von Geschichtsvereinsdirektorin Claudia Fräss-Ehrfeld und dem stellvertretenden Archivdirektor Wilhelm Deuer begrüßt. Fachliche Würdigungen erfolgten durch den steirischen Landesarchivdirektor Josef Riegler, den Historiker Johannes Grabmayer von der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt und die Geschichtsvereinsdirektorin. Für die Stadt Klagenfurt sprach Bürgermeister Christian Scheider Grußworte. Die Festschrift präsentierte Christine Tropper vom Kärntner Landesarchiv. Für die musikalische Umrahmung der Feier sorgte „schnittpunktvokal“.

Wadl wurde 1954 in St. Ulrich bei Feldkirchen geboren. Er studierte Geschichte und Germanistik in Wien und promovierte 1979 „sub auspiciis praesidentis“. Seit 1980 ist er im Kärntner Landesarchiv tätig, seit 2001 als dessen Direktor. Er engagiert sich in zahlreichen wissenschaftlichen Gesellschaften und Kulturvereinen und ist Lektor am Institut für Geschichte der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt. Wadl ist Vorstandsmitglied des Geschichtsvereins für Kärnten und Schriftleiter der Carinthia I, der ältesten historischen Zeitschrift Österreichs. Weiters ist er Vorsitzender des Kulturgremiums des Landes Kärnten und des Fachbeirats für Wissenschaft.

Wadl verfasste rund 330 Publikationen zur Kärntner Landesgeschichte. Ab 1987 betreute er die österreichisch-jugoslawischen Archivverhandlungen mit, die 2001 im Falle Kärntens im Sinne einer pragmatischen Lösung zu einem Abschluss gebracht werden konnten. 1984 erhielt er den „Förderungspreis des Landes Kärnten für Wissenschaft“. Für seine wesentliche Beteiligung bei der Kärntner Landesausstellung 2011 „Glaubwürdig bleiben – 500 Jahre protestantisches Abenteuer“ wurde er von der Evangelischen Kirche mit der „Kirchlichen Auszeichnung in Gold“ gewürdigt.


Rückfragehinweis: Büro LH Kaiser
Redaktion: Markus Böhm 
Fotohinweis: LPD/Just