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POLITIK

Klares Bekenntnis zur Attraktivierung des Arbeitsplatzes Krankenhaus

25.09.2014
LHStv.in Prettner: EU-Richtlinie zu Ärztearbeitszeit ist umzusetzen – Verständnis für viele Forderungen seitens des Landes
Mit großem Verständnis für einen Großteil der Anliegen der Ärzteschaft in Kärntens Krankenhäusern reagierte Gesundheitsreferentin LHStv.in Beate Prettner auf die heute, Donnerstag, abgehaltene Betriebsversammlung der Spitalsärztinnen und -ärzte. „Viele der vorgetragenen Forderungen haben durchaus ihre Berechtigung, wie beispielsweise eine Verkürzung der Arbeitszeiten, verbesserte Aus- und Weiterbildungsangebot, eine Optimierung der Diensteinteilungen usw. Dies alles sind Punkte, für die wir seitens des Landes offen für Verhandlungen sind, um einen gemeinsamen Weg zu finden“, betonte Prettner.

Bisher seien ernsthafte Verhandlungen mit der Ärztekammer diese Problematiken betreffend jedoch gescheitert, da es sich dabei ausschließlich um eine Gehaltsdebatte gehandelt hätte, was Prettner zu wenig weitreichend ist. „Über mehr Geld alleine zu verhandeln wird für die Ärztinnen und Ärzte in den Spitälern keine Entlastung bringen. Gerne bin ich aber bereit, mich in einem partnerschaftlichen Modell an einem weitreichenden Umstrukturierungsprozess einzubringen und mitzuarbeiten, soweit dies in meinen Kompetenzbereichen liegt“, erinnerte Prettner daran, dass die Einteilung von Dienstplänen in den operativen Geschäftsbereich der Kabeg fällt und betriebsintern geregelt werden muss.

Die Umsetzung der EU-Richtlinie zur Ärztearbeitszeit habe absolute Priorität, doch brauche diese Neugestaltung wie bereits erwähnt auch entsprechende Übergangszeiten. „Mit dem Arbeitszeitmodell 48/60 das die Ärztekammer vorgelegt hat, kann diese Phase der Umstrukturierung gut überbrückt werden und wird seitens des Landes auch begrüßt. Doch Dauerlösung darf es nicht sein, dass gewisse Ärztinnen und Ärzte weiterhin über das von der EU vorgeschriebene Maß hinaus arbeiten – immerhin handelt es sich hier um eine Richtlinie zum Arbeitnehmerschutz“, unterstrich Prettner.

Klare Ablehnung gibt es zur Forderung, neben der Tätigkeit im Spital uneingeschränkten Nebentätigkeiten nachzugehen. „Auf der einen Seite soll die Arbeitszeit in den Spitälern reduziert werden – dann kann es nicht sein, dass die restliche Zeit nicht der Erholung und Regeneration gewidmet wird, sondern weiteren beruflichen Nebenbeschäftigungen wie beispielsweise in einer Privat- oder Kassenordination nachgegangen wird“, stellte Prettner klar.

Eine Anhebung der Gehälter bei gleichzeitiger Verringerung der Arbeitszeit sei derzeit ein unrealistisches Szenario, so Prettner. „Zum einen ist der budgetäre Rahmen äußerst knapp, zum anderen wäre höheres Gehalt bei weniger Arbeit ein Unikum und Kärnten liegt bei der finanziellen Abgeltung der Spitalsärztinnen und –ärzte auch jetzt bereits im österreichischen Spitzenfeld“, erklärte Prettner. Vielmehr gehe es um Optimierungen in der Ausbildung, der täglichen Arbeit und der MitarbeiterInnenbindung, um den Arbeitsplatz Krankenhaus positiver zu gestalten.


Rückfragehinweis: Büro LHStv.in Prettner
Redaktion: Schmied/Zeitlinger