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Starke Eltern – starke Kinder

07.10.2014
Jugendreferentin LHStv.in Prettner lud zur alljährlichen Kinderschutzfachtagung nach Ossiach
Mit Halt, Schutz und Orientierung zu einer „neuen Autorität“ – ein gangbarer Weg, wenn es nach Diplomsozialarbeiter und Hauptreferent Hans Steinkellner geht. Wie kann man Eltern stärken - Das war die zentrale Fragestellung der diesjährigen 14. Kinderschutzfachtagung, zu der Jugendreferentin LHStv.in Beate Prettner gestern, Montag, im Stift Ossiach geladen hatte. Rund 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Expertinnen und Experten aus dem Bereich der Kärntner Kinder- und Jugendhilfe trafen sich zum fachlichen Austausch. Als namhafte Hauptreferentin konnte neben Steinkellner auch Diplompädagogin Elisabeth Schmutz gewonnen werden.

„Hinter der Kärntner Kinder- und Jugendhilfe stehen hunderte motivierte Fachleute, die ihr Wissen tagtäglich einsetzen, um Familien in Krisensituationen zu helfen“, hob Prettner die Leistung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hervor. Elternarbeit erfordere vor allem aber eines: Mütter und Väter die bereit seien, an sich zu arbeiten, appellierte Prettner an alle Kärntner Eltern, immer das Wohl ihrer Kinder im Fokus zu haben. Die am Vormittag im Rahmen der Hauptvorträge vermittelten Inputs konnten am Nachmittag bei fünf vertiefenden Workshops angewandt werden. „So wie in jedem Bereich sind das Kennenlernen neuer Ansätze und anderer Sichtweisen eine gute Möglichkeit, die tägliche Arbeit positiv zu beeinflussen“, betonte Prettner die hohe Qualität der Arbeit des Kinder- und Jugendhilfebereichs.

Schmutz wie Steinkellner betonten den Stellenwert der Eltern für eine positive Entwicklung der Minderjährigen. Durch Angebote zur Stärkung der Familienkompetenz und Erziehungsverantwortung der Eltern profitieren letztlich die Kinder. Besonders in Familien, in welchen die Kinder das Geschehen bestimmen, müssen Eltern unterstützt werden, um durch Präsenz und gewaltloses Handeln zu einer neuen Autorität zu finden.

Durch das im Vorjahr in Kraft getretene neue Kinder- und Jugendhilfegesetz bekommt die Präventionsarbeit einen neuen Stellenwert. „Prävention in diesem Kontext bedeutet, Probleme im sozialen Umfeld von Minderjährigen rechtzeitig zu identifizieren“, erklärte die Leiterin der Kärntner Kinder- und Jugendhilfe, Christine Gaschler-Andreasch. Daher liegt ein Schwerpunkt der Arbeit auf dem Unterstützen von Familien, z.B. bei der Erziehung. Denn immer mehr Eltern sind mit den multiplen Aufgaben des Alltags überfordert. Aber, so Gaschler-Andreasch: „Leider wissen viele Eltern nicht, dass die regionalen Jugendämter auch unterstützende Maßnahmen anbieten – daher ist es wichtig, so oft wie möglich auf diese Hilfen hinzuweisen.“

Ein Trend geht in die Richtung, schon sehr früh Erziehungshilfen für Familien in belasteten Situationen bzw. Unterstützung anzubieten, etwa für Familien mit Kindern im Alter von 0 – 3 Jahren. In Wolfsberg wird seit April 2014 der Pilotversuch „Frühe Hilfen“ (Kooperation: LKH Wolfsberg, AVS Kärnten und KGKK) durchgeführt, welcher im Rahmen eines der fünf Workshops vorgestellt wurde. „Wichtig ist dabei, den Eltern individuelle und niederschwellige Hilfen anzubieten, aber auch die beteiligten Fachkräfte vor Ort bestens zu vernetzen“, nannte Prettner Faktoren für den Erfolg der „frühen Hilfen“. Nicht zuletzt vermeiden frühzeitige Unterstützungen häufig eine spätere Fremdunterbringung der Minderjährigen.


Rückfragehinweis: Büro LHStv.in Prettner
Redaktion: Schmied/Sternig