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Landschaft des Wissens 2014

11.10.2014
LH Kaiser bei Podiumsdiskussion des Kongresses mit Fokus auf Thema „Gesellschaftliche Veränderungen verstehen und gestalten“ am Weißensee
„Wage zu denken!“ – Der Leitgedanke der Aufklärung von Immanuel Kant war das Motto eines hochkarätigen Kongresses im Veranstaltungs- und Seminarzentrum „Weißensee-Haus“. Vom 8. bis 10. Oktober wurde zum Thema “Gesellschaftliche Veränderungen verstehen und gestalten” diskutiert. Veranstalter war der Universitäts.club|Wissenschaftsverein Kärnten in Kooperation mit der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt. An der Podiumsdiskussion gestern, Freitag, nahmen neben Landeshauptmann Peter Kaiser auch die Landtagsabgeordneten Barbara Lesjak und Ferdinand Hueter sowie der deutsche Politiker Gerald Häfner teil. Moderiert wurde die Diskussion von Horst Peter Groß, Präsident des Universitäts.club|Wissenschaftsverein Kärnten.

„Demokratie muss tagtäglich neu erarbeitet werden“, betonte der Landeshauptmann in Bezug auf den Vortrag von Häfner zum Thema „Vom Untertan zum Mitgestalter – Verantwortung für das Gemeinwesen“. Es müsse ein Durchlüften mit Demokratie geben, es muss Lust auf Demokratie gemacht werden. „Als Vorsitzender der LH-Konferenz werde ich fordern, dass politische Bildung ab der siebten Schulstufe verpflichtend als Unterrichtsgegenstand zu verankern ist.“ Er sei gegen eine Zuschauerdemokratie, bei der die Demokratie nur die Hülle und der Zuschauer am Ende des Tages der Verlierer sei. „So verliert die Demokratie an Substanz und Qualität“, sagte Kaiser. In einer sozialen Demokratie mit Partizipation kann der Einzelne die Entscheidungsfindung mitentwickeln, was zur höchsten Identifizierung führe. Es müsse eine kritische Auseinandersetzung mit Begebenheiten stattfinden. „Wir müssen die Neugierde und das Bewusstsein zum Selbstbewusstsein wecken“, betonte der Landeshauptmann. Das müsse von der Politik forciert werden. „Es ist im ureigensten Interesse der Politik und macht die Vermittlung von Inhalten leichter“, so Kaiser.

Lesjak bekräftigte die Forderung des Landeshauptmannes nach Verankerung des Gegenstandes politische Bildung in den Schulen. Aktive Beteiligung von Bürgern an politischen Prozessen erfordere einen Lernprozess und sei auf der Kommunalebene leichter umzusetzen. Hueter meinte, dass vielen Politikern der Bezug zu den Menschen abhandengekommen sei. "Man muss sich die Sorgen und Nöte der Menschen anhören", so Hueter.

Häfner betonte, dass partizipative und direkte Demokratie nicht gegensätzlich seien und ein ganzer Instrumentenkasten gebraucht werde. „Es macht Sinn, die Menschen zu beteiligen“, sagte Häfner und verwies auf die Schweiz, wo beispielsweise das Projekt „Bahn 2000“ per Volksabstimmung durchgesetzt worden sei. „Heute fahren in der Schweiz fünf Mal so viele Menschen Bahn wie im übrigen Europa.“

Mit der „Landschaft des Wissens“ stellt der Universitäts.club|Wissenschaftsverein Kärnten gemeinsam mit der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt und engagierten Kooperationspartnern seit 2013 eine Plattform zur Verfügung, auf der engagierte Menschen aus unterschiedlichen Organisationen und Institutionen Möglichkeiten der Wahrnehmung gesellschaftlicher Verantwortung aufgreifen und kritisch hinterfragen können. Die bereits zweite Veranstaltung zur „Landschaft des Wissens“ fand zum Thema “Gesellschaftliche Veränderungen verstehen und gestalten” statt. Beim Kongress, der unter dem Ehrenschutz von Bundespräsident Heinz Fischer stand, referierten u.a. Peter Heintel (österreichischer Philosoph und emeritierter Hochschullehrer an der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt für Philosophie und Gruppendynamik), Hubert Canaval (Autor und Regisseur) und Friedrich von Borries (Architekt, lehrt Designtheorie und kuratorische Praxis an der Hochschule für bildende Künste Hamburg).

(I N F O unter www.uniclub.aau.at/ldw-2014)


Rückfragehinweis: Büro LH Kaiser
Redaktion: Ulli Sternig
Foto: LPD/fritzpress