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Equal Pay Day – Gleichberechtigung als Querschnittsmaterie

11.10.2014
LHStv.in Prettner und Kärntner Frauenreferat machten mit Verteilaktion auf Gehaltsunterschiede aufmerksam
Der Equal Pay Day rückt heuer zwei Tage nach hinten. Geht es in diesem Tempo weiter, muss Frau noch bis 2055 auf ihre gerechte Entlohnung warten. Um keine 41 Jahre ausharren zu müssen, gingen Kärntens Frauenvertreterinnen heute, Samstag, auf die Straße: Mit einer öffentlichen Verteilaktion machten Frauenreferentin LHStv.in Beate Prettner, das Referat für Frauen und Gleichbehandlung sowie verschiedene Frauenvertreterinnen Kärntens auf die Problematik aufmerksam

Nicht selten sind Frauen aufgrund prekärer Teilzeitbeschäftigung und verlorener Versicherungszeiten von Altersarmut betroffen. Frauenreferentin LHStv.in Beate Prettner betonte, dass die Gleichstellung der Geschlechter als Querschnittsmaterie über alle gesellschaftlichen Bereiche gesehen und bearbeitet werden muss. „Über das Frauenreferat werden vielfältige Impulse für die Geschlechtergerechtigkeit gesetzt, doch darf dies nicht das Ende der Fahnenstange sein. Konkrete Maßnahmen zum Schließen der Einkommensschere müssen in allen Lebensbereichen erfolgen“.

„Durch mehr Einkommenstransparenz kann die Basis für gerechtere Gehaltsverhandlungen gelegt werden. Frauen steigen vor allem bei den Zulagen oft aus Unwissenheit schlechter aus“, so Michaela Slamanig, Frauenbeauftragte des Landes Kärnten.

Der Kampf um gerechte Entlohnung für Frauen ist noch lange nicht ausgefochten. Noch immer verdienen Frauen um rund 22,7 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen – und das für die gleiche Arbeit. Der Equal Pay Day soll auf dieses Problem aufmerksam machen: Von diesem Tag an arbeiten Frauen, statistisch gesehen, bis zum Ende des Jahres gratis. Als Grundlage dieser Berechnung werden die durchschnittlichen Gehälter von Vollzeitbeschäftigten auf zwölf Monate hochgerechnet und verglichen. 2013 wurde der Equal Pay Day am 8. Oktober begangen – heuer arbeiten Frauen also genau zwei Tage weniger gratis. Geht es in diesem Tempo weiter, muss Frau allerdings noch bis zum 31. Dezember 2055 auf ihre gerechte Entlohnung warten. Dann nämlich würde der letzte Equal Pay Day „gefeiert“.

Mit der vom Referat für Frauen und Gleichbehandlung organisierten öffentlichen Verteilaktion, bei der Postkarten mit einem fiktiven Zeitungsartikel aus dem Jahre 2055 unter die Menschen gebracht wurden, sollte auf humorvolle und doch bestimmte Weise auf das Problem hingewiesen werden. Denn noch immer gelten mangelnde Kinderbetreuungsangebote, fehlende Ganztagsschulen, zu wenige Männer in Karenz sowie unzureichende Einkommenstransparenz mit zu den Hauptgründen, die Frauen im Berufsleben benachteiligen – was sich nicht zuletzt auch im Alter ganz konkret auf die Einkommenssituation der Betroffenen auswirkt.

(I N F O unter: www.frauen.ktn.gv.at oder unter 0800 / 20 33 88)


Rückfragehinweis: Büro LHStv.in Prettner
Redaktion: Schmied/Sternig
Fotohinweis: Büro LHStv.in Prettner