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ÖBB-Großbauprojekte in Weißenstein fertiggestellt

12.10.2014
LH Kaiser, LR Holub und LR Köfer bei Eröffnungsfeier - Mehr Sicherheit durch neue Überführungen und Bahnsteige sowie Schließung von Eisenbahnkreuzungen
Das Land Kärnten, die Gemeinde Weißenstein und die ÖBB investieren bis Ende 2014 rund 19,5 Millionen Euro in mehr Sicherheit aber auch in einen verbesserten Zugang zur Bahn mit der Modernisierung der Haltestelle in Puch bei Gummern und dem Neubau der Verkehrsstation von Paternion/Feistritz. Heute, Sonntag, übergaben Landeshauptmann Peter Kaiser, die Landesräte Rolf Holub und Gerhard Köfer, Bürgermeister Hermann Moser und Christian Kern, Vorstandsvorsitzender der ÖBB-Holding AG, die Bauwerke ihrer Bestimmung.

„Bahn verbindet in umweltfreundlicher, nachhaltiger und schneller Form“, betonte der Landeshauptmann und verwies auf die Bedeutung der nun fertig gestellten Bauwerke. „Zusätzlich zum immensen beschäftigungspolitischen Aspekt, ist vor allem die Verbesserung der Sicherheit für die Bevölkerung und die örtliche Wirtschaft hervorzuheben.“ Namens des Landes Kärnten und der Bevölkerung dankte er der ÖBB als besten und größten Partner des Landes.

Kaiser verwies in diesem Zusammenhang auf den Koralmtunnel als Jahrhundertprojekt und Kernstück der Baltisch-Adriatischen Verkehrsachse. Die neue Südbahn bzw. Koralmbahn sei als Wirtschafts- und Beschäftigungsfaktor von größter Bedeutung. „Pro Jahr finden hier 600 Menschen durchgehend Arbeit und das Projekt bringt viel Nachfrage in der Umgebung sei es durch Unterkunft oder Verpflegung“, sagte Kaiser. Auch das Gerücht wonach hier großteils ausländische Arbeitskräfte im Einsatz wären, sei völlig unberechtigt. „Beim Tunnelbau sind zu 99 Prozent heimische Bauarbeiter, darunter viele Kärntner, im Einsatz.“

Gerade in konjunkturschwachen Zeiten sei es notwendig, dass öffentliche Aufträge mit großer Beschäftigungswirksamkeit durchgeführt werden, so der Landeshauptmann weiter. Die Koralmbahn sei ein wichtiges Bindeglied zwischen den Ländern Süd- und Osteuropas und den Adriahäfen und bedeute somit eine enorme Chance zur Stärkung des Wirtschaftsstandortes. Großes Entwicklungspotential sieht der Landeshauptmann für den Dry-Port Fürnitz in Zusammenarbeit mit den Nord-Adriatischen Häfen, als wichtigste Partner im Süden. „Für Kärnten im Schnittpunkt dreier großen Kulturen und als Herzstück des Alpen-Adria Raums, ist es eine große Zukunftschance und mit der ÖBB als Partner werden wir das schaffen“, betonte der Landeshauptmann.

Für Holub, stellen die Modernisierungen der Haltestellen Puch und Weißenstein sowie die Neuerrichtung der Haltestelle Paternion-Feistritz weitere wichtige Schritte für den Öffentlichen Verkehr in Kärnten dar: „Gemeinsam mit der ÖBB arbeiten wir ständig daran, das Angebot zu verbessern“, so der Referent für Öffentlichen Verkehr. Eine Reihe von Infrastrukturmaßnahmen sei in Planung und werde bereits umgesetzt. So beispielsweise die Modernisierung der Bahnhöfe St. Veit und Spittal, neue Lärmschutzwände auf der A2 Südautobahn oder zwei neue S-Bahn-Haltestellen Mössingerstraße und Universität.

„Infrastruktur ist das Kapital eines Landes“, sagte Köfer und bezeichnete die Bauwerke in der Marktgemeinde Weißenstein als Jahrhundertprojekt. Der Straßenbaureferent unterstrich die Bedeutung der gemeinsam durchgeführten Projekte: „Wir bemühen uns ein guter Partner der ÖBB zu sein, die in Kärnten sehr viel investiert.“ Für Köfer sei es aber wichtig, dass diese großen Bauvorhaben nun bald beendet seien, denn es stünden neue wichtige Investitionen - beispielsweise der Ausbau des Kärntner Radnetzes - an.

„Der Bahn gehört die Zukunft“, sagte Vorstandsvorsitzender Kern, der von 200.000 Besuchern bei der Eröffnung des Wiener Hauptbahnhofes berichten konnte. Mit einem Investitionsvolumen Instandhaltungs-, Neu- und Ausbauprojekte von rund 170 Millionen Euro, im heurigen Jahr, seien die ÖBB der größte Investor im Bundesland Kärnten. „Jede Investition in die Schieneninfrastruktur schafft Arbeitsplätze, sorgt für noch mehr Standortqualität und Wohlstand im Land“, so Kern.

„Nach fast 20-jährigem Bemühen sind die vielen Eisenbahnkreuzungen – innerhalb von 6,5 km waren es neun - fast zur Gänze Geschichte“, sagte Moser. Dies bedeute mehr Sicherheit für die Bevölkerung und auch die Blaulichtorganisationen könnten nun ungehindert zum Einsatzort gelangen. „Für unsere Betriebe (vor allem OMYA und der Chemiebetrieb EVONIK) nördlich der Bahnlinie ist das ebenfalls eine immense Verbesserung“, so der Bürgermeister.

Durch den Festakt und den anschließenden Radio Kärnten Frühschoppen führte ORF-Moderator Arnulf Prasch. Unter den zahlreichen Ehrengästen waren auch Landtagspräsident Reinhart Rohr, Franz Bauer, Vorstand Projektmanagement und Technik der ÖBB Infrastrukur AG, sowie ÖBB-Regionalleiter Siegfried Moser.

(I N F O: Die Projekte im Detail: neue Überführung im Bereich des Bahnhofes Gummern, neue Überführung unmittelbar bei der Haltestelle Weißenstein/Kellerberg, neue Überführung in Lansach und Umlegung der L37 Ferndorfer Landesstraße, barrierefreier Umbau der Haltestelle Puch bei Gummern, neue Geh- und Radwegbrücke über die Drau zur Verbesserung der Anbindung von Töplitsch an die Bahn (geplant), neue barrierefreie Haltestelle Paternion/Feistritz und Haltestellenverbesserung in Weißenstein)


Rückfragehinweis: Büros LH Kaiser, LR Holub, LR Köfer
Redaktion: Ulli Sternig
Fotohinweis: LPD/Oskar Höher, ÖBB