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POLITIK

Spielregeln für neue EU-Förderperiode fixiert

10.10.2014
LR Benger: Agrarreferentenkonferenz erzielte Einigkeit über höhere Mittel für Bergbauern in besonders exponierten Lagen – Für mehr Flexibilität bei Förderrichtlinien für ländliche Entwicklung
Zahlreiche wichtige Ergebnisse brachte die Landesagrarreferenten-Konferenz gestern, Donnerstag, unter Vorsitz von Kärntens Agrarlandesrat Christian Benger im Parlament im Wien. Vor allem die Spielregeln für die neue EU-Förderperiode, die detaillierten Maßnahmen, Abwicklungsfragen und Umsetzungsmöglichkeiten wurden diskutiert, verhandelt und vereinbart.

„Die bürokratischen Hürden nehmen überhand. Auch im Programm Ländliche Entwicklung herrscht Zettelwirtschaft, das müssen wir vermeiden. Für die Entbürokratisierung, die in unserem Bereich liegt, haben wir eine eigene Arbeitsgruppe festgesetzt“, berichtete Benger.

Weiters sei man übereingekommen, dass es für die Bundesländer künftig eine größere Flexibilität bei den Förderrichtlinien und der Finanzplanung geben soll. „Man kann Kärntens ländlichen Raum beispielsweise nicht mit dem Burgenland vergleichen“, erklärte Benger die Notwendigkeit, auf die jeweiligen Gegebenheiten in den Bundesländern Rücksicht zu nehmen.

Erfreuliches bringt die neue EU-Förderperiode für Kärntens kleinstrukturierte Landwirtschaft: Besonders Bergbauern in den Erschwerniszonen drei und vier werden im neuen EU-Programm in allen Bereichen Verbesserungen erfahren. „Die Landwirtschaft sichert unseren Lebens- und Erholungsraum. Ohne die Bewirtschaftung der Almen gibt es beispielsweise keinen Tourismus – weder im Sommer noch im Winter. Erfolgt keine zielgerichtete Bewirtschaftung der Almen, wachsen sie zu“, wies Benger hin.

Weiters konnten die Agrarreferenten der Länder in Verhandlungen mit Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter eine Absicherung der Kofinanzierung des Bundes für den ländlichen Wegebau und die Diversifizierung erreichen. Für forstliche Maßnahmen und Leader-Projekte konnte ein für Kärnten günstiger Verteilungsschlüssel erwirkt werden. Mit dem Leader-Programm fördert die EU die Umsetzung hochwertiger Strategien für eine nachhaltige Entwicklung des ländlichen Raums. „Dass der Bund auch weiterhin seinen Kofinanzierungsanteil bereit stellt, ist entscheidend für die Unterstützung der ländlichen Gebiete“, betonte Benger.

Eine weitere Initiative ist die stärkere Vernetzung über die Bundesländergrenzen hinweg im Bereich der Genuss- und Kulinarikaktivitäten, zudem will man sich intensiver mit dem Thema Herdenschutz und Beutegreifer beschäftigen. „Wir haben hier einen Bericht angefordert über ein Pilotprojekt, das seit drei Jahren läuft. Darauf aufbauend werden wir unsere weitere Vorgangsweise abwägen“, so Benger. Immer öfter kommt es beispielsweise auf Almen zu Konflikten zwischen Tierherden und Bär, Luchs oder Wolf. Für die Befassung mit dem Schwerpunkt Almwirtschaft wird Benger nach Kärnten einladen.


Rückfragehinweis: Büro LR Benger
Redaktion: Robitsch/Böhm