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POLITIK

Sprachförderungs- und Nachhaltigkeitsoffensive für Kärntner Tourismus-Mitarbeiter

16.10.2014
LHStv. Schaunig, LR Benger, LR Holub: durch Kurs- und Seminarangebote Qualität im Kärntner Tourismus steigern
Das Land startet eine Bildungs- und Qualitätsoffensive für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Tourismusbereich. Es geht um gezielte Sprachförderung sowie um Ausbildung rund um das Thema Nachhaltigkeit. Kooperationspartner des Landes sind das Wifi und das bfi.

Heute, Donnerstag, wurden die Details von Finanz- und Arbeitsmarktreferentin LHStv.in Gaby Schaunig, Tourismuslandesrat Christan Benger und Umweltlandesrat Rolf Holub präsentiert. Ebenfalls dabei waren Vertreter der Ausbildungsanbieter Wifi, bfi und der Hotellerie.

Es sei enorm wichtig, dass die Gäste in Kärnten nicht nur von der schönen Landschaft, sondern auch vom Service und Angebot begeistert sind, wies Schaunig auf den Tourismus als Dienstgeber und auf seine enorme volkswirtschaftliche Bedeutung hin. Im August 2014 waren in Kärnten insgesamt 10.281 Personen im Beherbergungswesen beschäftigt, (davon 3.384 Männer und 6.897 Frauen). Zusätzlich waren 7.957 Personen in der Gastronomie beschäftigt (davon 2.894 Männer und 5.063 Frauen). Besonders wichtig sei ein gut ausgebildetes Personal mit entsprechender Sprachkompetenz. Sprachförderung und Nachhaltigkeit würden somit einen weiteren Förderbereich des Landes darstellen, der gemeinsam und gezielt durchgeführt werde.

Die ressortübergreifend geplante Bildungsinitiative soll nun in wenigen Wochen vor der Wintersaison mit einem Pilotprojekt in Bad Kleinkirchheim beginnen, ist aber für ganz Kärnten geplant. Die angebotenen Kurse werden stark gefördert, sodass sie für den Tourismusmitarbeiter oder auch für den Tourismusunternehmer nur noch jeweils 30 Euro kosten. Wie Schaunig sagte, würden die Schulungsmaßnahmen ohne Förderung durch das Land 150 Euro für Sprachkurse und 300 Euro für Seminare zum Thema Nachhaltigkeit betragen.

Tourismusreferent Benger unterstrich die Notwendigkeit, Qualität im Tourismus zu bieten, denn gerade hier spüre der Gast einen Mangel sofort. Daher setze man auf eine Willkommenskultur und Sprachen gehörten dazu. Ebenso wichtig sei der richtige Umgang von Tourismusarbeitern mit den Gästen. Es würden immer mehr Gäste aus Osteuropa, wie Polen, Rumänien, Russland, usw. nach Kärnten kommen. Die Initiative will Kärnten als offenes Land positionieren. Er erwähnte, dass 500 Betriebe seit 2012 mit dem Qualitätsgütesiegel ausgezeichnet wurden, wobei es um einen Qualitätsschub in der Hardware gehe. Nun setze man einen Impuls für die Software, denn jeder Betrieb sei nur so gut wie seine Mitarbeiter. In einem ersten Call wolle man 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in unterschiedlichen Sprachen schulen, so Benger. Die Initiative gelte für den Winter- und für den Sommertourismus.

Umweltlandesrat Holub sprach scherzhaft auch von politischer „Biodiversität“ im Hinblick auf die Gemeinsamkeit dieser Qualifizierungsstrategie. Die Bewusstseinsbildung und Schulung in punkto Nachhaltigkeit sei sehr wichtig. Man wolle, dass der Tourismus auch „nachwächst“ und zwar durch Qualität. Das Thema Regionalität müsse dabei eine zentrale Rolle spielen. Regionale gesunde Produkte sollten wertgeschätzt werden, ebenso die Produzenten, die auf Natur und Umwelt Bedacht nehmen, so Holub. Gerade im Hinblick auf die derzeitigen Diskussionen rund um TTIP, dem äußerst umstrittenen Freihandelsabkommen zwischen der EU und den USA, sei dieses Thema von zentraler Bedeutung.

Kurt Lassnig (bfi Kärnten) teilte mit, dass Workshops (ebenfalls vor Ort, falls gewünscht) angeboten werden, um Aspekte der Nachhaltigkeit, auch in sozialer und ökologischer Hinsicht, bewusst zu machen. Die Sensibilität müsse geschärft werden, u.a. auch für das Thema Energieeffizienz.

Andreas Görgei (Wifi Kärnten) informierte über das Kursangebot, das man vor Ort den Mitarbeitern, Unternehmern, deren Angehörigen sowie auch Lehrlingen und Personen mit Einstellungszusagen, anbieten wolle. Man wolle einen wichtigen Beitrag leisten, die Sprachkompetenz der TourismusmitarbeiterInnen zu verbessern.

Josef Petritsch (Fachgruppe Hotellerie) lobte die gemeinsame Initiative für den Kärntner Tourismus. Erfreulich sei die einfache Abwicklung. Er regte an, den MitarbeiterInnen auch ein umfassendes Kärnten-Wissen bzw. Tipps für die Gäste mitzugeben.


Rückfragehinweis: Büro LHStv. Schaunig/
LR Benger/LR Holub
Redaktion: Karl Brunner