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Feierliches „Ich gelobe“ in St. Andrä

25.10.2014
LH Kaiser zwei Tage vor Nationalfeiertag bei Angelobung von über 600 Jungsoldatinnen und -soldaten – Redner appellierten für Sicherstellung der notwendigen Mittel für das Bundesheer
Über 600 Rekrutinnen und Rekruten des österreichischen Bundesheeres wurden gestern, Freitag, also nur zwei Tage vor dem österreichischen Nationalfeiertag, am Sportplatz in St. Andrä im Lavanttal feierlich angelobt. Sie sind Anfang September und Oktober in allen Kärntner Kasernen eingerückt. Bei den Reden ging es um die Bedeutung der Ereignisse des Jahres 1955, das Friedensprojekt EU und natürlich auch um die Zukunft des Bundesheeres.

„Österreich braucht junge Menschen wie Sie. Wir sind stolz auf das was Sie leisten“, richtete sich Landeshauptmann Peter Kaiser an die angetretenen Rekrutinnen und Rekruten. Er betonte, dass 1955 auch die Gegenwart und das Schicksal Österreichs bestimmt habe. Die Erlangung von Souveränität und Neutralität habe identitätsstiftend in der jungen Republik gewirkt. Daraus habe man ein wunderbares Land mit einer guten Gesellschaft, Zusammenhalt und Solidarität aufgebaut.

Heute stehe man wieder vor großen Herausforderungen, verwies Kaiser auf die Konflikte bzw. Bedrohungsszenarien sowie schrecklichen Ereignisse in der Ukraine und Syrien. Neben den Friedensbemühungen gelte es, auch permanente Wachsamkeit walten zu lassen. „Das was uns wichtig ist zu schützen, wäre ohne das Bundesheer nicht vorstellbar“, machte der Landeshauptmann deutlich. Das Bundesheer sei stark in der Bevölkerung verankert und leiste auch im Katastrophenschutz gemeinsam mit den Einsatzorganisationen und vielen Ehrenamtlichen Unverzichtbares. „Wenn Leistungen eingefordert werden, braucht es aber auch die notwendige Ausstattung“, meinte er in Bezug auf die Budgetsituation des Bundesheeres. Einen entsprechenden Antrag an den Bund solle es von der Landeshauptleutekonferenz geben, deren Vorsitzender Kaiser aktuell ist.

Militärkommandant Brigadier Walter Gitschthaler sagte, dass Friede, Freiheit und staatliche Ordnung nicht selbstverständlich seien und es sie nirgends auf der Welt zum Nulltarif gebe. Die Rekrutinnen und Rekruten würden mit ihrem Grundwehrdienst einen wesentlichen Beitrag für die Aufgabenerfüllung des Bundesheeres leisten. Gitschthaler verhehlte jedoch nicht, dass er mit Sorge in die Zukunft des Bundesheeres sehe. Angesichts der „enormen Sparmaßnahmen“ appellierte er an alle Verantwortlichen, „uns die für unsere Aufgabenerfüllung notwendigen Mittel zu geben“. Nur so könne das Bundesheer auch in Zukunft der Bevölkerung Schutz und Hilfe geben, nur so könne Österreich seinen Beitrag im Friedensprojekt EU leisten. Am Sportplatz von St. Andrä, wo das Fußballwunder des WAC begonnen hat, hoffte der Militärkommandant auch auf „Glück für ein neues Bundesheer“.

St. Andräs Bürgermeister Peter Stauber betonte ebenfalls, dass Österreich auch in Zukunft ein gut ausgebildetes und modern ausgerüstetes Heer brauche. Daher müsse die Regierung dem Bundesheer die nötigen finanziellen Mittel zur Verfügung stellen. Stauber appellierte dafür, „das unwürdige Schauspiel der Diskussionen“ rasch zu beenden. „Denn ohne Geld ka Musi“, meinte er.

Die Angelobung wurde vom Militärkommando Kärnten gemeinsam mit dem Führungsunterstützungsbataillon 1 aus Villach durchgeführt. Die Rekrutinnen und Rekruten der Garnison Spittal an der Drau kamen vom Hochgebirgsjägerbataillon 26 aus der Türk-Kaserne. Die Villacher Garnison war mit Jungsoldatinnen und -soldaten des Pionierbataillons 1 aus der Rohr-Kaserne, des Führungsunterstützungsbataillons 1 aus der Lutschounig-Kaserne und des Dienstbetriebes des Militärkommandos Kärnten aus der Hensel-Kaserne vertreten. Die Rekrutinnen und Rekruten der Garnison Klagenfurt gehören dem Stabsbataillon 7 in der Windisch-Kaserne, der Feldambulanz des Sanitätszentrums Süd in der Laudon-Kaserne sowie der Stabskompanie und dem Dienstbetrieb des Militärkommandos Kärnten in der Khevenhüller-Kaserne an. Aus der Goiginger-Kaserne in der Garnison Bleiburg kamen die Einjährig-Freiwilligen (EF).

Die feierliche Angelobung wurde von Kindern der Volksschule St. Ulrich, Einsatzorganisationen wie Feuerwehren, Wasserrettung, Bergrettung oder Samariter-Hundestaffel, Trachtengruppen und Traditionsverbänden mitgestaltet. Oberst Arno Kronhofer begrüßte die zahlreichen Ehrengäste aus u.a. Kirche, Politik, Verwaltung, Bundesheer, Einsatzorganisationen und öffentlichem Leben. Worte der Besinnung sprachen die Militärpfarrer Emmanuel Longin und Michael Matiasek. Kommandant der ausgerückten Truppe war Oberst Ernst Berthold vom Führungsunterstützungsbataillon 1, die Gelöbnisformel verlas Hauptmann Markus Witschnigg. Die Militärmusik Kärnten unter Oberst Sigismund Seidl sorgte für die musikalische Umrahmung der Veranstaltung. Mit der Aufführung des „Großen Zapfenstreich“ setzte sie auch deren eindrucksvollen Schlusspunkt.


Rückfragehinweis: Büro LH Kaiser; Militärkommando Kärnten
Redaktion: Markus Böhm
Fotohinweis: LPD/Just