News

POLITIK

St. Andrä feierte Basilika-Erhebung seiner Wallfahrtskirche

26.10.2014
LH Kaiser, LR Ragger und LR Benger bei von Bischof Schwarz geleitetem Festgottesdienst
Papst Franziskus hat per Dekret vom 21. Juli 2014 die Wallfahrtskirche Maria Loreto in der ehemaligen Bischofstadt St. Andrä zur „Basilica minor“ erhoben. Mit diesem päpstlichen Ehrentitel werden nur herausragende Kirchen mit überregionaler Bedeutung ausgezeichnet. Um dies zu feiern, fand sich die Kirchengemeinde um den Dompfarrer und Rektor der Basilika, Gerfried Sitar, heute, Sonntag, gemeinsam mit zahlreichen Ehrengästen und geistlichen Würdenträgern zum Pontifikalamt ein, das Diözesanbischof Alois Schwarz leitete. Seitens der Landesregierung waren Landeshauptmann Peter Kaiser sowie die Landesräte Christian Ragger und Christian Benger anwesend, die ihre Freude über die Basilika-Erhebung ausdrückten. Auch St. Andräs Bürgermeister Peter Stauber dankte Pater Gerfried und Bischof Schwarz für ihr Engagement, durch das es gelungen ist, den ehemaligen Bischofssitz zur Basilika zu ernennen.

Kaiser betonte in seinen Grußworten, dass die Feier zur Basilikaerhebung am Nationalfeiertag besondere Symbolkraft habe. Er dankte in diesem Sinne dem kirchlichen Kärnten für die stetige Bereitschaft, wichtige Dinge gemeinsam anzugehen. An den Bischof gewendet meinte er, dass es in der politischen Verantwortung gut tue, ihn und die Kirche, die für starke Menschlichkeit und Humanität stehe, an der Seite zu wissen. Auch die volle Kirche bei der Feier zur Basilikaerhebung zeige den inneren Zusammenhalt im Land. Der Landeshauptmann bat in seiner Rede zudem darum, am Nationalfeiertag auch jener Menschen zu gedenken, die für ein freies und souveränes Österreich eingetreten sind und dafür ihr Leben lassen mussten.

Von den ca. 9.000 Kirchen in Österreich stehen immerhin nur 32 im Rang einer Basilika, darunter ist auch die Kärntner Wallfahrtskirche Maria Schnee in Maria Luggau. Weltweit gibt es nur rund 1.600 Basiliken. Der Erhebung geht ein strenges Verfahren voraus, bei dem eine Reihe von Kriterien geprüft wird. Voraussetzungen sind eine über die Landesgrenzen hinausreichende historische Bedeutung, die kunsthistorische Bedeutung des Bauwerkes und nicht zuletzt ein reges spirituelles Leben. Eine Basilika ist berechtigt, das päpstliche Wappen zu führen, ebenso die päpstliche Prozessionsglocke, das Tintinnabulum, sowie den päpstlichen Prozessionsschirm, das Umbraculum. Damit ist aber auch die Verpflichtung verbunden, ein besonderes Zentrum für die Feier der Liturgie und die Verbreitung des Glaubens zu sein.

Die Ursprünge der nunmehrigen Basilika Maria Loreto reichen in das Jahr 1647 zurück. Der St. Andräer Bischof Albert von Priamis ließ um eine „Loretomadonna“ eine Kapelle errichten, die schon zu Beginn viele Wallfahrer anzog. Die Wunderberichte mehrten sich, sodass Fürstbischof Caspar von Stadion zwischen 1683 und 1687 die mächtige Barockkirche erbauen ließ, die heute noch zu den größten Sakralbauten Kärntens zählt. 2010 übernahmen die St. Pauler Benediktiner die Leitung der Pfarre und Betreuung der Rektoratskirche Maria Loreto. Nach der umfassenden Generalsanierung 2012 bis 2014 wurde das Gotteshaus im heurigen Mai durch den Apostolischen Nuntius in Österreich, Stephan Peter Zurbriggen, wieder eröffnet.


Rückfragehinweis: Büros LH Kaiser/LR Ragger/LR Benger
Redaktion: Markus Böhm
Fotohinweis: LPD/Just