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Militärische Allerseelenfeier in Klagenfurt-Annabichl

03.11.2014
LH Kaiser und LR Benger nahmen seitens der Landesregierung an Gedenkfeier teil – Festansprache durch Historiker Stefan Karner
Beim Ehrenmal am Friedhof Klagenfurt-Annabichl fand heute, Montag, wieder die militärische Allerseelenfeier statt. Gedacht wurde aller Gefallenen und Opfer der beiden Weltkriege und des Kärntner Abwehrkampfes, der im Dienst und bei friedenserhaltenden Einsätzen gestorbenen Soldaten sowie Einsatzkräften, die im Dienst für die Allgemeinheit verunglückt sind. Seitens der Landesregierung waren Landeshauptmann Peter Kaiser und Landesrat Christian Benger anwesend. Die Festansprache hielt diesmal der Historiker Stefan Karner.

Karner blendete 100 Jahre zurück auf den Beginn des Ersten Weltkriegs, der zu Millionen militärischer und ziviler Opfer, Genoziden wie jenen der Türken an den Armeniern, traumatisierten Menschen und zerrütteten Volkswirtschaften geführt habe. Er strich das Recht der toten Soldaten auf den eigenen Namen hervor, aber auch das Recht geschundener und Repressalien ausgesetzter Zivilisten auf den eigenen Namen und das eigene Grab. Der Historiker sprach sich für eine neue Form der Gedenkkultur aus, in deren Rahmen auch der Opfer in anderen Staaten gedacht werde. Er verwies auf die vielen Initiativen des Österreichischen Schwarzen Kreuz, das mit seiner Kriegsgräberfürsorge Arbeit für den Frieden leiste. Diese Gräber von Soldaten der verschiedensten Nationen seien Brücken zwischen den Menschen und Ländern sowie Brücken für ein zusammenwachsendes Europa.

Kärntens Militärkommandant Brigadier Walter Gitschthaler bezeichnete die Allerseelenfeier als feste und gut begründete Tradition. Es gelte, vor allem den Sinn der Jugend dafür zu schärfen, dass Frieden keine Selbstverständlichkeit sei, sondern ein fragiler Zustand. Er verwies auf die aktuelle Situation in der Ukraine und Syrien und meinte, dass der zivilisatorische Fortschritt des Menschen noch enormer Kraftanstrengungen bedürfe.

Für das Schwarze Kreuz sprach der Landesgeschäftsführer und frühere Kärntner Militärkommandant Generalmajor i.R. Gerd Ebner. Die Gedenkmesse zelebrierten die Militärpfarrer Emmanuel Longin und Michael Matiasek, Polizeiseelsorger Christian Stromberger und der altkatholische Pfarrer Erich Ickelsheimer. „Wir stehen auf ihren Schultern“, meinte Longin über jene, die in Uniform gestorben sind. Und er zitierte den englische Katholik Gilbert Keith Chesterton mit „Tradition ist Demokratie für die Toten“.

Im Rahmen der Allerseelenfeier, die neben dem Bundesheer auch von den Kärntner Blaulicht- und Einsatzorganisationen sowie Traditionsverbänden mitgestaltet wurde, erfolgten Kranzniederlegungen. Für die musikalische Umrahmung sorgte die Militärmusik Kärnten unter Oberst Sigismund Seidl. Die Landespolitik war u.a. auch durch die Landtagspräsidenten Reinhart Rohr, Rudolf Schober und Josef Lobnig vertreten, an der Spitze der vielen Vertreter aus der Verwaltung kam Landesamtsdirektor Dieter Platzer zur Feier, von der Stadt Klagenfurt waren u.a. Bürgermeister Christian Scheider und Vizebürgermeisterin Maria-Luise Mathiaschitz anwesend.


Rückfragehinweis: Büros LH Kaiser/LR Benger; Militärkommando Kärnten
Redaktion: Markus Böhm 
Fotohinweis: LPD/fritzpress