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Kärnten braucht mehr Obstbauern

13.11.2014
LR Benger: 900 Tonnen Obst im Jahr reichen für den Kärntner Markt. Trend zu heimischen und gesunden Lebensmitteln steigt.
„Kärntens Obstbauern sind mit der Ernte heuer qualitativ und quantitativ zufrieden. Besonders erfreulich: Der Kärntner Apfel bleibt in Kärnten“, sagt Agrarreferent LR Christian Benger zum bevorstehenden Tag des Apfels, morgen, Freitag. In Summe werden 900 Tonnen Obst in Kärnten im Jahr geerntet. Im Vergleich dazu fallen in der Steiermark 230.000 Tonnen an und in Südtirol immerhin 1,2 Millionen Tonnen.

„Der Vergleich macht deutlich, dass Kärnten kein Obstbauland im großen Stil ist. Die Nachfrage nach gesunden, heimischen Lebensmitteln schafft jedoch neues Potenzial. Kärnten braucht mehr Obstbauern“, erklärt Benger. Derzeit gibt es 21 Erwerbsobstbauern und rund 5.000 Streuobst-Bauern, die das Obst zu Säften und mehr verarbeiten und verwerten. Erfreulich beim Obst: Was in Kärnten erzeugt wird, bleibt auch in Kärnten. „Der Konsument hat damit die Sicherheit, dass sein Produkt nicht quer durch Europa geführt wird. Hier gewachsen, hier geerntet, hier gegessen – besser geht’s nicht“, so Benger.

Auch Hans Innerhofer vom Landesobstbauverband Kärnten bestätigt die Notwendigkeit, in den Obstbau zu investieren. „Das geht nicht von heute auf morgen, aber es wäre für viele Bauern ein gutes, zusätzliches Einkommen und würde dem steigenden Bedarf nach heimischem Obst gerecht werden“, ist Innerhofer überzeugt. Der Trend, regionale Lebensmittel anbieten zu können, mit kurzen Lieferwegen, raschen Lieferzeiten, einer Herkunftsgarantie, sei ungebrochen. „Auf den Zug müssen wir aufspringen. Mit den derzeitigen Kapazitäten kommen wir gut zurecht, aber die Möglichkeit für mehr ist da“, so Innerhofer. Mit Aktionen rund um den Tag des Apfels beispielsweise möchte man das Bewusstsein für die heimischen Produkte, für gesunde Lebensmittel und eine saubere Umwelt durch kurze Lieferwege schärfen.

Auf Obst und Gemüse aus der Heimat voll aufgesprungen sind Kärntens Schulen und Kindergärten.

„Mit der Ausweitung der Initiative „Gesunde Jause“ sind wir richtig gelegen. Über 31.000 Kinder in Kärnten werden aktuell täglich mit heimischem Obst und Gemüse versorgt“, berichtet Benger von der Aktion, die von der EU und dem Land unterstützt wird. 242 Volksschulen und 223 Kindergärten nehmen seit dem Ausweiten der Aktion im September teil. 4.688 Kilogramm heimisches Obst und Gemüse werden wöchentlich ausgeliefert! „Das ist für unsere Obstbauern eine Herausforderung, die sie aber gerne angehen, weil der heimische Markt der wichtigste für sie ist“, sagt Benger.
Der Landesobstbauverband (LOVK) als Interessensgemeinschaft stellt Know-how für den Obstbau in Kärnten zur Verfügung. Es können sowohl Einzelpersonen als auch Vereinigungen (z.B. Mostvereine oder Arbeitsgemeinschaften) Mitglied des LOVK werden.

Derzeit hat der Landesobstbauverband rund 700 Mitglieder. Seit seiner Gründung 1953 tritt der LOVK für die Erhaltung und Intensivierung des Kärntner Obstbaus ein. Dies umfasst sowohl den Erwerbsobstbau in Intensivanlagen, als auch die bäuerlichen Streuobstanlagen des Landschaftsobstbaus.


Rückfragehinweis: Büro LR Benger
Redaktion: Robitsch/LPD