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TV-Doku porträtiert „Olympiasieger und Überflieger“ Karl Schnabl

20.11.2014
LH Kaiser lud zur Vorpremiere der vom Land mitunterstützten Produktion – Schnabl ist unverzichtbare Gallionsfigur des Kärntner Sports
Karl Schnabl gehörte dem österreichischen Skisprungwunderteam der 70er-Jahre an, wurde 1976 in Innsbruck Weltmeister und Österreichs erster Skisprung-Olympiasieger, begann nach der sportlichen eine medizinische Karriere und wird jetzt auch als Leiter des neuen Olympiazentrum Kärnten junge Spitzensportler mit seiner großen Erfahrung begleiten. Gestern, Mittwoch, feierte im Sportpark Klagenfurt die vom Land Kärnten mitunterstützte TV-Dokumentation „Olympiasieger und Überflieger – Karl Schnabl und das Skisprungwunderteam“ Vorpremiere. Dazu eingeladen hatte Sportreferent Landeshauptmann Peter Kaiser. Ausgestrahlt wird der 40-minütige Film von Regisseur Ferdinand Macek (Best Media GmbH) und Sportreporter Sigi Bergmann am 23. November um 20.15 Uhr auf ORF Sport+.

Kaiser bezeichnete Schnabl in seinen Grußworten als unverzichtbare Gallionsfigur des Kärntner Sports. Er berichtete, dass er bei Schnabls Olympiagold-Sprung „als Zeitzeuge“ vor dem Fernseher saß. Mittlerweile verbinde ihn mit diesem eine enge persönliche Freundschaft. Der Sportreferent konnte der Kärntner Sportfamilie vom gestern gefällten einstimmigen Beschluss der Landesregierung für das Olympiazentrum Kärnten berichten. Schnabl sei für dieses tatkräftiger Netzwerker und Aushängeschild. Der Landeshauptmann kommt aber auch in der Doku über Schnabl zu Wort. Dort würdigt er dessen Leistungen als Sportler sowie Sportmediziner und betont ebenfalls, dass die Erfolgsstory Olympiastützpunkt eng mit Schnabl zusammenhänge.

Filmemacher Macek hat mit Boxer Joe „Tiger“ Pachler und Eishockeyspieler Sepp „Karawankenbär“ Puschnig bereits zwei Kärntner Sportlegenden porträtiert. Sein Film über Karl Schnabl beschreibt, wie dieser 1970 als Talent des zweisprachigen Sportvereins Achomitz (Športno društvo Zahomec) vom damaligen ÖSV-Trainer Baldur Preiml entdeckt wurde und schließlich an die Spitze der Weltelite sprang. Der Bogen wird vom Beginn des Wunderteams, das Schnabl mit Anton Innauer, Alois Lipburger, Willi Pürstl und Reinhold Bachler bildete, bis in die Gegenwart gespannt. Dargestellt werden die damals revolutionären Trainingsmethoden Preimls und die optimalen Bedingungen im Skigymnasium Stams. Bergmann interviewt zudem die drei anderen österreichischen Olympiagold-Springer Anton Innauer, Ernst Vettori und Thomas Morgenstern sowie Andreas Goldberger, der als erster Mensch inoffiziell über 200 Meter sprang. „Karl Schnabl stellt sich nicht gerne in den Mittelpunkt, wir mussten ihn aus seinem Schneckenhaus kitzeln“, meinte Macek augenzwinkernd über die Arbeit an der Doku.

Schnabl meinte, dass das kleine Österreich eine Weltmacht im Skispringen sei und Baldur Preiml Vater dieses Wunders. Ohne diesen Wundertrainer hätte er auch nicht seinen Olympiasieg geschafft. Preiml habe stets ein gesundheitsbewusstes Training betrieben, wichtig sei zudem die Charakterbildung gewesen. „Er hat den Athleten als Mensch in den Vordergrund gestellt, nicht den Erfolg. Und er hat uns vermittelt, dass nach der kurzen Sportkarriere noch ein langes Leben kommt“, berichtete Schnabl. Viele gute Springer aus Preimls Schule seien gute Trainer für die nächste Generation geworden. Das neue Olympiazentrum werde bestimmt zu einem Gewinn für Kärnten und seine Athleten, meinte Schnabl außerdem: „Es erhöht unsere Chancen ungemein.“

Preiml schilderte vor allem, welche Möglichkeiten sich durch Mentaltraining eröffnen. Es gelte, den Verstand als Hilfsmittel zu nutzen, um Zugang zu den inneren Kräften zu finden. Preiml hob die Bedeutung der Mannschaft als Kraftfeld hervor. Nicht das Superego solle im Vordergrund stehen, sondern das Miteinander – vor allem auch in unserer heutigen Gesellschaft.

Schnabl war in einer Lehre als Elektroingenieur, bevor er durch Preiml ins Skigymnasium Stams kam. Bei den Olympischen Winterspielen und den Nordischen Skiweltmeisterschaften 1976 in Innsbruck holte er jeweils Gold und Bronze, 1975 sprang er am Kulm mit seiner persönlichen Bestweite von 151 Metern zu Bronze bei den Skiflug-Weltmeisterschaften. 1978 beendete Schnabl seine sportliche Laufbahn und begann in Innsbruck mit dem Medizinstudium. Seine erste Anstellung als Arzt erhielt er im Landeskrankenhaus Villach, 1989 eröffnete er in Innsbruck seine eigene sportmedizinische Praxis und war auch Mannschaftsarzt der österreichischen Skispringer. Seit 1994 leitet er das Sportmedizinische Institut des Landes Kärnten. Der 60-Jährige ist verheiratet und Vater eines Sohnes, er wohnt in Latschach, Gemeinde Magdalensberg.

Bei der Vorpremiere waren u.a. Klagenfurts Sportstadtrat Jürgen Pfeiler, Landessportdirektor Arno Arthofer, Filmproduzentin Irmtraud Macek, die Doku-Protagonisten Joe Pachler und Sepp Puschnig, zahlreiche Vertreter der Sportdachverbände und Sportvereine sowie Sportpark-Geschäftsführer Gert Unterköfler. Begeistert zeigten sie sich nicht nur von den laufenden Bildern der Doku, sondern auch von denen, die an den Wänden der Aula im Sportpark hängen – sie stammen von Hobbymaler Karl Schnabl.


Rückfragehinweis: Büro LH Kaiser
Redaktion: Markus Böhm
Fotohinweis: Landessportreferat/Kuess