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Illegale Prostitution und Menschenhandel: Sie haben ein Recht auf Hilfe!

20.11.2014
LHStv.in Prettner präsentiert neuen Opferschutz-Folder für Betroffene
Denkt man an Menschenhandel oder illegale Prostitution, so bringt diese Themen kaum jemand mit Österreich oder Kärnten in Verbindung. Die traurigen Tatsachen beweisen jedoch das Gegenteil. Derartige Formen der Menschenrechtsverletzung machen auch vor unserer Heimat nicht halt. Aus diesem Grund präsentierten heute, Donnerstag, Kärntens Frauenreferentin LHStv.in Beate Prettner, Frauenbeauftragte Michaela Slamanig und Landespolizeidirektorin Michaela Kohlweiß einen neuen Opferschutz-Folder, der Betroffenen Auswege aus der Krise aufzeigen und wichtige Kontaktadressen vermitteln soll.

„40 Bordelle, rund 400 gemeldete Prostituierte, immer mehr davon unter 20 Jahren – dass das Geschäft mit der Liebe in Kärnten boomt, ist schon lange kein Geheimnis mehr. Nicht ohne Folgen für die betroffenen Frauen: Menschenhandel, illegale Prostitution und Gewalt stehen häufig auf der Tagesordnung“, macht Prettner auf die zunehmende Problematik aufmerksam. Nachdem Prostitution in Slowenien und Italien verboten wurde, weicht die Branche aus und das südlichste Bundesland Österreichs avanciert zum neuen „El Dorado“ für Freier.

Erpressung und Gewaltandrohung gegenüber Familienangehörigen gehören für viele zum Alltag. „Oft werden die Frauen mit falschen Versprechungen (z.B. Heirat) nach Österreich gelockt und dann zu sexuellen Handlungen gezwungen. Nicht selten werden Betroffenen die Papiere genommen und sie müssen angebliche Schulden abarbeiten“, weiß Kohlweiß aus der Praxis zu berichten. Angst, Scham und nicht zuletzt Sprachbarrieren tragen schließlich ihr übriges dazu bei, dass die meist sehr jungen Frauen kein Entkommen aus dieser Hölle sehen.

Um den Betroffenen zu helfen und auf dem Weg in ein gewaltfreies Leben zu unterstützen, hat das Referat für Frauen und Gleichbehandlung des Landes Kärnten gemeinsam mit dem LKA Kärnten und der Caritas einen Opferschutz-Folder entworfen. „Der Folder, der in den Sprachen Deutsch, Englisch, Bulgarisch, Rumänisch und Ungarisch aufliegen wird, soll den Frauen unkomplizierte, schnelle und anonyme Hilfe bieten“, so Slamanig.

Kontaktadressen und Helplines des LKA Kärnten (Ermittlungsbereich Menschenhandel), der Caritas-Beratungsstelle für Sexdienstleisterinnen und Betroffene von Menschenhandel „Thalita“ sowie der LEFÖ – IBF Interventionsstelle für Betroffene des Frauenhandels finden sich ebenso in der Info-Broschüre wie klare und leicht verständliche Definitionen von Menschenhandel und illegaler Prostitution, anhand derer die Frauen ihre Situation leichter einschätzen und handeln können. Der Folder soll vor allem in sensiblen Bereichen wie Gesundheitsämtern, in Wartezimmern von Gynäkologinnen und Gynäkologen oder Beratungsstellen aufliegen, um einen niedrigschwelligen Zugang zu garantieren.

Informationen unter: www.frauen.ktn.gv.at oder unter 0800/20 33 88.


Rückfragehinweis: Büro LHStv.in Prettner
Redaktion: Schmied/Brunner
Fotohinweis: Büro LHStv.in Prettner