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POLITIK

Katastrophenschutz-Projekt „GOAL“ erfolgreich abgeschlossen

20.11.2014
LH Kaiser zog mit Projektpartnern aus Slowenien, Kärnten und der Steiermark Bilanz – Grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Katastrophenschutz soll fortgesetzt werden
Ein Waldbrand, Hochwasser, Unfälle mit gefährlichen Stoffen und ein Schiffsunglück im heurigen Mai im Großraum Feistritz im Rosental, ein Unfall im Loibltunnel 2013 und 2012 ein schwerer Waldbrand auf der Soboth – zum Glück waren das nur angenommene Szenarien, die von Behörden und Einsatzkräften mit großem Erfolg grenzüberschreitend geübt wurden. Am EU-geförderten Katastrophenschutz-Projekt „GOAL“ waren Kärnten, die Steiermark und Slowenien beteiligt, aber auch Friaul-Julisch Venetien und Kroatien wurden eingebunden. Heute, Donnerstag, wurde im Rahmen einer Abschlussveranstaltung in Klagenfurt Bilanz gezogen und alle Partner bekräftigten, dass man die Zusammenarbeit im Katastrophenschutz noch stärker ausbauen wolle.

Katastrophenschutzreferent Landeshauptmann Peter Kaiser betonte bei der Pressekonferenz im Landesfeuerwehrverband, dass internationale Zusammenarbeit bei Prävention und Katastrophenschutz unabdingbar sei. „GOAL“ habe gezeigt, dass man hier im Alpen-Adria-Raum in der Lage sei, grenzüberschreitend zu wirken. Bei der heutigen Schlussveranstaltung wolle man gleichzeitig Weichenstellungen für die Zukunft vornehmen. In erster Linie wolle man gemeinsam das Problembewusstsein der Bevölkerung schärfen und entsprechende Initiativen für Jugendliche bzw. Schulen starten. Es gelte aber auch, ein prophylaktisches Vorgehen im Zusammenhang mit neu auftretenden Gefahrenaspekten bei Naturkatastrophen zu finden. Auch bei teuren Investitionen, z.B. für Gerätschaften, könnte man mit den Nachbarn zusammenwirken, insbesondere auch bei der Akquirierung von EU-Fördermitteln.

Kaiser nannte einige beeindruckende Zahlen aus über drei Jahren „GOAL“. So habe es seit dem allerersten Meeting am 17. August 2011 neben den drei Großübungen noch zwei Übungen im engen Zusammenhang mit „GOAL“, 23 Meetings, Arbeitssitzungen und Besprechungen, neun Workshops, ein Training, drei große Veranstaltungen und sieben sonstige Veranstaltungen bzw. Pressetermine gegeben. „Das sind über 50 internationale Termine“, betonte der Landeshauptmann und konnte die Pressekonferenz gleich nutzen, um „Kärntens Mister Katastrophenschutz“ Egon Rauter zum 60. Geburtstag zu gratulieren. Der Katastrophenschutzbeauftragte des Landes Kärnten habe auch in „GOAL“ viel Herzblut fließen lassen, dankte Kaiser.

Darko But, in Slowenien für Zivilschutz und Rettungswesen zuständig, freute sich ebenfalls über den erfolgreichen Abschluss von „GOAL“ und betonte, dass sich Slowenien eine Fortsetzung wünsche. „Uns bedrohen die gleichen Gefahren, daher ist es wichtig, uns zusammenzutun. Wir wissen nun, wer wir sind, wo wir uns befinden und wie unsere Organisationen funktionieren. Wir haben uns einander gut kennengelernt“, so But.

Gerald Lichtenegger vom Landesfeuerwehrverband Steiermark überbrachte die Grüße von Kommandant Albert Kern. „Wir haben uns durch ‚GOAL‘ besser kennen und verstehen gelernt. Wir gehen mit viel Mut aus dem Projekt“, betonte er und drückte ebenfalls den Wunsch nach weiteren gemeinsamen Aktivitäten aus.

Der zweite Landtagspräsident Rudolf Schober erklärte als Präsident des Kärntner Zivilschutzverbandes, dass für den Katastrophenschutz ein Zusammenwirken von Behörden, Einsatzorganisationen und Bevölkerung besonders wichtig sei. Vor allem die Jugend binde man daher ein, etwa durch die Kindersicherheitsolympiade oder die Sicherheitstage. Wichtig sei auch die Zusammenarbeit mit den Medien, meinte Schober und dankte diesen, insbesondere dem ORF, für die umfangreiche Berichterstattung über „GOAL“. Weiters erwähnte er die enge Vernetzung aller Kärntner Gemeinden über den Zivilschutzverband.

Kärntens Landesfeuerwehrkommandant Josef Meschik sagte, dass die Feuerwehren schon immer die grenzüberschreitende Zusammenarbeit gelebt hätten. Durch Initiativen wie „GOAL“ werde den Einsatzorganisationen nun auch die rechtliche Last bei grenzüberschreitenden Einsätzen von den Schultern genommen.

Bei der Pressekonferenz waren u.a. auch Landesamtsdirektor Dieter Platzer, Vojko Artac von der Berufsfeuerwehreinheit Kranj sowie Nicola Namor und Damiano Giordani vom Zivilschutz in Friaul-Julisch Venetien anwesend. Zur Abschlussveranstaltung von „GOAL“ im Landesfeuerwehrverband waren neben den projektteilnehmenden Organisationen auch Schülerinnen und Schüler des Europagymnasiums und des Slowenischen Gymnasiums aus Klagenfurt eingeladen.

Infos unter www.goal-siat.eu

Rückfragehinweis: Büro LH Kaiser
Redaktion: Markus Böhm
Fotohinweis: LPD/fritzpress