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WIRTSCHAFT

Innovations- und Forschungspreis: Kärnten hat starken Technikbereich

21.11.2014
LH Kaiser und LR Holub bei Preisverleihung - Technologie und Innovation brauchen fundierten Bildungsunterbau
Der Innovations- und Forschungspreis ist die höchste Auszeichnung, die der Kärntner Wirtschaftsförderungsfonds (KWF) im Auftrag des Landes Kärnten im Bereich Innovation & Forschung jährlich vergibt. Er ist mit insgesamt 58.000 Euro dotiert und wird jährlich in den Kategorien Großunternehmen, Klein- und Mittelunternehmen (KMU), Kleinstunternehmen sowie als Sonderpreis (Innovationskultur) verliehen. Im heurigen Jahr gab es 22 Einreichungen und 33 Bewertungen. An der Preisverleihung gestern, Donnerstag, im Casineum Velden nahmen seitens des Landes Landeshauptmann Peter Kaiser und Landesrat Rolf Holub teil.

Für den Landeshauptmann haben Forschung, Technologie und Innovation einen hohen Stellenwert in Bezug auf die Investitionsstimulierung und Arbeitsplatzbeschaffung. „Kärnten wird immer technikaffiner und hat eine hohe Wertschöpfungsquote. Forschung, Technologie und Innovation benötigen jedoch einen fundierten Unterbau und der liegt bei der Bildung, wo man derzeit in Kärnten verlorenes Terrain zurückerobern muss“, verhehlte er nicht.

Auf die Frage, ob es trotz des Sparbudgets noch Handlungsspielräume für die Entwicklung des Landes gäbe, meinte er:. „Sparen ist nicht gleich sparen. In Kärnten ist seit dem Regierungswechsel intelligentes Sparen angesagt und ein effizienter Steuereinsatz gefragt. Zudem kooperieren wir eng mit den Sozialpartnern“. Im Hinblick auf wichtige Entwicklungsschritte des Landes bis zum Jahr 2020 ist Kaiser optimistisch. „Kärnten hat dank seiner Lage im Alpen- Adria-Großraum beste Voraussetzungen im Technologie- und Bildungsbereich und wird diese auch nützen. Im Mittelpunkt muss und sollte jedoch dabei das humanitäre und soziale stehen“, betonte er.

Die KWF-Vorstände Sandra Venus und Erhard Juritsch betonten, dass man seitens des KWF in der neuen EU-Förderperiode bis 2020 Schwerpunkte im Forschungs-, Entwicklungs- und Innovationsbereich stärken wolle und mit Hilfe sogenannter Start up-Darlehen weiterhin Projekte unterstützen werde. In die Forschungsflaggschiffe Lakeside Park in Klagenfurt und Technologie Park Villach wurden rund 30 Millionen Euro investiert. Sie stammen aus EU-, Landes- und privaten Mitteln.

Für die Jury sprach Werner Scherf von der Carinthian Tech Research AG (CTR). Er betonte, dass alle eingereichten Projekte die hohe Innovationskraft der Betriebe widerspiegeln würden. „Mit dem Preis werden Ideen, Mut, Entwicklungskraft und Kreativität gewürdigt“, so Scherf. Der Jurysprecher appellierte an die öffentliche Hand, für Investitionen im Forschungs- und Technologiebereich weiterhin Rahmenbedingungen zu schaffen. Die Siegerfirmen wurden in kurzen Filmen vorgestellt, die vom ORF-Landesstudio Kärnten produziert wurden.

Univ. Prof. Wilfried Sihn (Fraunhofer Austria Reserch GmbH) referierte zum Thema „Industrie 4.0- Allheilmittel oder nehmen uns die Maschinen Arbeitsplätze weg?“ Sein Resümee lautete: „Österreich ist nicht nur ein Tourismus- sondern auch Industrieland und braucht Industriearbeitsplätze, um neue Applikationen mit Hilfe von Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) zu realisieren. Nur jene werden überleben, die am schnellsten auf Veränderungen reagieren.“

In der Kategorie "Großunternehmen" siegte die Urbas Maschinenfabrik aus Völkermarkt (Projekt: Holzgas-Kraftwärmekopplung). Platz zwei ging an Wild Elektronik aus Wernberg (Projekt: Biochemistry Analyzer) Beide Unternehmen wurden für den "Staatspreis Innovation" des Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft (BMWFW) nominiert. Rang drei ging an das Kompetenzzentrum Holz GmbH aus St. Veit/Glan (Projekt: Pulverlackierung von mitteldichten Faserplatten).

In der Kategorie "Klein- und Mittelunternehmen" siegte die E.C.E Wurmitzer GmbH aus Himmelberg (Projekt: Drehzahlvariable Generatorensteuerungselektronik für Schwimmkraftwerke). Sie wurde für den Sonderpreis „Verena“ bei der Staatspreisverleihung nominiert. Zweiter wurde das E.C.O. Institut für Ökologie Jungmaier GmbH aus Klagenfurt (Projekt: map & go - Volldigitale Geländeerhebung). Dritter bei den KMU wurde die hs2n Informationstechnologie aus Klagenfurt (Projekt: Wulnstall- Software-Tool für kontrollierte Windows-Updates).

In der Kategorie "Kleinstunternehmen" siegte die MTA-Messtechnik aus St. Veit/Glan (Projekt: Pipe Inspector - Kabellose TV-Inspektion von Rohrleitungen mit integrierter Leckortung). Das Unternehmen wurde für den Sonderpreis „Econovius“ bei der Staatspreisverleihung nominiert. Zweiter wurde der Wasserwirt aus Straßburg (Projekt: UWM - Unterwassermontage von Betonfertigteilen). Der dritte Platz ging an die progressio aus dem Klagenfurter Lakesidepark (Projekt: play BENNO- Gewaltfreies 3D-Computerspiel).

Der Sonderpreis "Innovationskultur" ging an Flextronics International aus Althofen (Projekt: Implementierung eines standardisierten Innovationsmanagementprozesses).

I N F O: www.kwf.at/innovationspreis


Rückfragehinweis: Büros LH Kaiser
Redaktion: Michael Zeitlinger
Fotohinweis/KWF/fritz-press