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Landesehrenzeichen für scheidenden Rechnungshof-Direktor

27.11.2014
LH Kaiser, LHStv.in Prettner, LHStv.in Schaunig, LR Benger und LT-Präsident Rohr überreichten Heinrich Reithofer „Großes Goldenes Ehrenzeichen“ – Wertschätzung von allen Fraktionen
Dem scheidenden Direktor des Kärntner Landesrechnungshofes, Heinrich Reithofer, wurde heute, Donnerstag, im Zuge einer kleinen zeremoniellen Sitzung im Kärntner Landtag das „Große Goldene Ehrenzeichen des Landes Kärnten“ verliehen. Übergeben hat es ihm Landeshauptmann Peter Kaiser gemeinsam mit seinen Stellvertreterinnen Beate Prettner und Gaby Schaunig, Landesrat Christian Benger und Landtagspräsident Reinhart Rohr. Alle Landtagsfraktionen dankten Reithofer und strichen dessen von Unparteilichkeit, hoher Sachlichkeit und großem Fachwissen geprägte Arbeit als Kontrollorgan hervor.

Kaiser dankte Reithofer und allen seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern namens des Landes für die stets kritische und gerechte Tätigkeit. „Sie waren hart, aber nie ungerecht. Sie waren sehr deutlich und wir haben diese Deutlichkeit verstanden“, betonte der Landeshauptmann und verwies auf die Gewaltenteilung nach Montesquieu. In diesem Zusammenhang meinte er, dass die Landesregierung ihre Aufträge vom Landtag bekomme, immer sorgfältig damit umgehen müsse und der Rechnungshof immer das letzte Wort habe. Kaiser hob auch die von allen Fraktionen geäußerte Wertschätzung für Reithofers Wirken hervor: „Im Jahr 2000 wurden sie von drei Landtagsparteien einstimmig zum Direktor bestellt, ich bin mir sicher, dass auch die heute sechs Parteien sie einstimmig wählen würden.“ Reithofers Zeit als Direktor sei von vielen Veränderungen und politischen Turbulenzen geprägt gewesen, die das Land oft in österreichweite und internationale Aufmerksamkeit gerückt hätten. „Durch Sie und den Rechnungshof hat es dabei wichtige Stabilität erfahren“, dankte Kaiser.

Landtagspräsident Rohr bezeichnete Reithofer als Prüfer par excellence und lobte dessen Sachverstand, analytischen Scharfsinn und ausdauerndes Engagement. Reithofer habe den Landesrechnungshof umsichtig, vorausschauend und erfolgreich geführt. Dabei habe er einen modernen Prüfansatz und ein modernes Corporate Design entwickelt sowie den Rechnungshof nach außen hin geöffnet. Der Direktor habe viele Vorträge an der Universität Klagenfurt und vor Wirtschaftstreibenden gehalten und viel Wert auf die Fort- und Weiterbildung der Rechnungshofbediensteten gelegt. Rohr betonte aber auch, wie wichtig Reithofer als Vater und Großvater die Familie sei und sprach dessen alpinistische Leidenschaft an. So habe der in den Unruhestand scheidende Direktor viele Gipfel erklommen, u.a. den des Mont Blanc und des Kilimandscharo.

Reithofer saß während der Feierstunde auf seinem Platz im Sitzungsaal des Landtages, neben ihm nahm seine Frau Erika Platz, auf der Tribüne war sein gesamtes Team versammelt. Für eine kurze Rede schritt er zum ersten Mal ans Rednerpult des Hohen Hauses. „Es ist eine ungewohnte Situation für mich hier vor dem Rednerpult. Ich hoffe, dass dies für meinen Nachfolger zur Gewohnheit wird“, betonte er und meinte, dass es demokratiepolitisch Sinn machen würde, wenn der Rechnungshof vor dem Landtag eine Stellungnahme abgeben könnte. Reithofer dankte seinem Team, dem Landtag, den Präsidenten und Kontrollausschutzvorsitzenden sowie dem Landtagsamt. Einen besonderen Dank brachte er seiner Frau für ihre Unterstützung entgegen. Zum Kontrollausschuss meinte er noch, dass die Rechnungshofberichte dort stets adäquate Beachtung gefunden hätten.

Von den Landtagsfraktionen sprach zuerst Herwig Seiser, der selbst Obmann des Kontrollausschusses gewesen ist. Er strich die gelebte Unparteilichkeit Reithofers hervor sowie die historische Bedeutung des Hypo-Berichtes des Landesrechnungshofes. Der dritte Landtagspräsident Josef Lobnig meinte, dass der Mensch und Steuerzahler stets im Mittelpunkt von Reithofers Tun gestanden sei. Ferdinand Hueter sagte, dass der Direktor das Prüfwesen immer weiterentwickelt und dabei die Latte sehr hoch gelegt habe. Barbara Lesjak sprach Dank und Respekt für die wertvolle Arbeit des Rechnungshofes als wichtigstem Kontrollorgan des Landtages aus. Isabella Theuermann sagte als aktuelle Kontrollausschussvorsitzende, dass Reithofer stets eine kraftvolle Stimme für Sparsamkeit und Wirtschaftlichkeit gewesen sei. Johanna Trodt-Limpl verwies auf das große Vertrauen, das Reithofer von Bevölkerung und Politik erlangt habe.

Heinrich Reithofer begann 1991 im Kärntner Landesdienst als Prüfer im Landeskontrollamt. Er führte bedeutende Prüfungen durch, die auch in der Öffentlichkeit Aufmerksamkeit auf sich zogen, wie zum Zellstoffwerk St. Magdalen, Liftanlagenbau am Ankogel, Stadttheater oder zur Olympiabewerbung. Den damaligen Direktor begleitete er beratend und unterstützend im Prozess zur umfassenden Reform der öffentlichen Finanzkontrolle in Kärnten. Dieser mündete 1996 in der Erlassung des Kärntner Landesrechnungshofgesetzes und in der Errichtung eines Kärntner Landesrechnungshofes. 1998 wurde Reithofer mit der Leitung der Gruppe für Gebarungsprüfungen allgemein betraut und im Jahre 2000 zum Direktor des Kärntner Landesrechnungshofes bestellt. 2010 begann seine zweite Amtszeit, zu der er wieder einstimmig im Landtag – diesmal von vier Fraktionen – bestellt wurde. Mit 31. Dezember 2014 wird er in den Ruhestand übertreten und das Amt an seinen Nachfolger Günter Bauer übergeben.


Rückfragehinweis: Büro LH Kaiser
Redaktion: Markus Böhm
Fotohinweis: LPD/Just