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HCB im Görtschitztal 2 - Auch Info-Homepage wird eingerichtet

28.11.2014
Im Auftrag von LH Kaiser informieren LAD Platzer und Abteilungsleiter Kreiner über bisherige behördliche Maßnahmen
Nachdem am Mittwoch die Überschreitung der Grenzwerte für Hexachlorbenzol (HCB) im Görtschitztal öffentlich bekannt wurde, hat Landeshauptmann Peter Kaiser rasch reagiert und die Landesamtsdirektion mit umfassenden Untersuchungen der bisherigen behördlichen Maßnahmen beauftragt. Diese Ergebnisse liegen nun vor, wie Landesamtsdirektor Dieter Platzer und der Leiter der Abteilung 7 – Kompetenzzentrum Wirtschaftsrecht und Infrastruktur, Albert Kreiner, heute, Freitag, mitteilen. Kreiner wurde zum Koordinator für alle Fragen in dieser Causa bestellt. Festzuhalten sei, dass durch das behördliche Einschreiten im Raum Görtschitztal keinerlei HCB-Emissionen mehr erfolgen. Auch hätte bisher kein landwirtschaftlicher Betrieb geschlossen werden müssen. Gegen die Wietersdorfer & Peggauer Zementwerke (w&p), die laut Behörde seit 6. November als Verursacher der HCB-Belastung feststehen, sei seitens der Abteilung 7 ein Verwaltungsstrafverfahren eingeleitet worden.

Auf www.ktn.gv.at wird gerade eine Sonderseite mit verschiedenen Messdaten und Informationen für die Bevölkerung eingerichtet. Fragen betreffend möglicher umweltmedizinischer Auswirkungen werden unter der Nummer 050 536 15121 beantwortet.

Konkret würden bei vier Einzelproben aus vier Betrieben erhöhte HCB-Werte vorliegen. Bei weiteren 35 Betrieben würden momentan verstärkte Probenziehungen in der Rohmilch erfolgen, die Milchlieferungen an die Molkereien habe man aus Vorsichtsgründen vorläufig gestoppt. Milch im Handel sei völlig unbedenklich. Bisher würden auch keine Fleischuntersuchungsergebnisse vorliegen, die ein Inverkehrbringen von Fleischwaren aus der Region bedenklich finden. Somit müsse auch keine Schlachtung von Rindern angeordnet werden. Das Trinkwasser der Region sei laut den bisherigen Untersuchungen völlig unbedenklich. Erstuntersuchungen von Obst und Gemüse würden ebenfalls Unbedenklichkeit bescheinigen. Es würden aber noch genaue Untersuchungsreihen des Landes bis Mitte Dezember laufen, es werde in Kürze bekanntgegeben, wie die Bevölkerung in der Zwischenzeit mit ihrem Obst und Gemüse umgehen sollte. Allenfalls belastete Futtermittel wurden und werden laut der Behörde auf Kosten der w&p ausgetauscht.

Laut Prüfbericht wurde die Lebensmittelaufsicht des Landes am 25. März 2014 von einer Kontrollstelle für biologischen Landbau über HCB in einem Görtschitztaler Bio-Produkt informiert, bevor dieses auf den Markt gelangte. Untersuchungen in den Laboren des Landes hätten ergeben, dass der zulässige Grenzwert nicht überschritten wurde. Das Produkt habe man nicht mehr als Bio qualifizieren, jedoch als unbedenkliches Lebensmittel einstufen können. Die betroffene Görtschitztaler Molkerei habe daraufhin selbst weitere Untersuchungen in Auftrag gegeben. Mit 2. April seien zwei Proben von verschiedenen Rohmilchlieferanten mit HCB-Grenzwertüberschreitungen vorgelegen.

Vom Land Kärnten seien daraufhin zuerst die verwendeten Futtermittel überprüft worden, die erste Vermutung fiel auf Rückstände eines mittlerweile verbotenen Pestizids im Boden. Von Mitte April bis Ende Oktober seien Untersuchungen von Boden-, Bewuchs und Futtermittelproben durchgeführt worden. Mit 15. September seien die Abteilung 10 – Kompetenzzentrum Land- und Forstwirtschaft sowie die Abteilung 5 – Kompetenzzentrum Gesundheit, Unterabteilung Veterinärwesen zum Schluss gekommen, dass eine mögliche emissionsseitige Belastung durch die umliegenden Industriestandorte unter Umständen die Ursache für die erhöhten HCB-Werte sein könnte.

Die Abteilung 8 – Kompetenzzentrum Umwelt, Wasser und Naturschutz habe daraufhin ein Immissionsnetz zur Erfassung der HCB-Immissionen eingerichtet. Eine Emissionsmessung im Abluftkamin der w&p am Standort Wietersdorf sei durch dafür geschulte Experten veranlasst worden. Diese Messung sei am 18. Oktober erfolgt, die Ergebnisse seien am 6. November an die Abteilung 8 übermittelt worden. Mit diesem Prüfbericht sei erstmals w&p als Verursacher der HCB-Belastung festgestanden. Seitens der Abteilung 7 – Kompetenzzentrum Wirtschaftsrecht und Infrastruktur sei als Behörde unmittelbar angeordnet worden, die Zuführung von Blaukalk als HCB-verursachenden Abfall, der bei w&p mitverbrannt wurde, unverzüglich einzustellen. Von der Abteilung 7 sei auf Grundlage des nunmehr festgestellten Sachverhaltes die Koordination aller beteiligten Dienststellen und Sachverständigen vorgenommen worden. Es sei dabei Einvernehmen darüber hergestellt worden, dass man alle aufgrund der Datenlage erforderlichen Schritte und Maßnahmen getroffen habe.

Info: Für Rückfragen von Medien steht Abteilungsleiter Dr. Albert Kreiner unter 0664 80536 17001 zur Verfügung.


Rückfragehinweis: Landesamtsdirektion; Abteilung 7
Redaktion: Markus Böhm