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Großes Goldenes Ehrenzeichen des Landes Kärnten für Unigründungsrektor Heintel

02.12.2014
LH Kaiser: Höchste Landesauszeichnung wurde erstmals an Alma Mater verliehen
Im Rahmen eines Festaktes an der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt verlieh gestern, Montag, Bildungsreferent Landeshauptmann Peter Kaiser im Beisein von Rektor Oliver Vitouch und Vizerektor Martin Hitz dem emeritierten ordentlichen Universitätsprofessor, Peter Heintel, das Große Goldene Ehrenzeichen des Landes Kärnten.

„Ein Professor abseits des Elfenbeinturms wird heute geehrt. Er kennt seine Verdienste, war stets kritischer Part in Kärnten und die höchste Landesauszeichnung wird erstmals an der Alma Mater verliehen“, betonte der Landeshauptmann. In seiner Rede: „Universität und Umfeld - Welche Wissenschaft braucht die Region, um sich Zukunftsorientiert zu entwickeln?“ nahm Kaiser Bezug auf einen Vortrag von ihm vor 21 Jahren, in dem er die Perspektiven der Universität und der Region beleuchtete.

„Manches hat sich bewahrheitet, wie meine Vorstellungen einer engen Verknüpfung von Universität und Region im Sinne der Interdependenz“, so Kaiser. Das Verhältnis zwischen der Universität und dem Land habe sich gewandelt. Aus einem Gegensatz vor zwei Jahrzehnten wurde ein Mehr, und beides existiere. „Das ungeliebte Kind Kärntens veränderte viel und wurde zur Herzensangelegenheit. Neben Forschung und Lehre gab es viele Arbeitskreise und Konzepte auch seitens des Landes, die viele positive Aspekte gebracht haben“, betonte der Landeshauptmann.

Er verhehlte jedoch nicht, dass Kärnten künftig noch mehr Interregionalität brauche. „Wir und die Alpen- Adria-Region haben den Auftrag, diese zu forcieren, weiter zu entwickeln, zum Bestandteil der Politik und Wissenschaft machen, um die Zukunft abzusichern.“ Die Zusammenarbeit zwischen den tertiären Bildungsinstitutionen und dem Land sei weiter zu forcieren, beide hätten die Aufgabe, Bildungsschwerpunkte und europäische Forschungsprogramme zu aquirieren und den Menschen zugänglich zu machen.

Die Laudatio auf Heintel hielt Univ. Prof Rudolf Wimmer (Universität Witten/Herdecke). „Heintel war innovativer Treiber der Universitätsentwicklung in Klagenfurt. In der Scientific Community sind seine Lehren etabliert. Er war stets ein leidenschaftlicher Kritiker und Brückenbauer zwischen Theorie und Praxis und seiner Zeit voraus, was ihm auch viel Anfeindung brachte“, betonte der Laudator.

Heintel hob in seiner Dankesrede das gute und entspannte Verhältnis der Universität mit dem Land hervor. „Ich freue mich wenn ich vom Land ausgezeichnet werde, habe keine Distanz zu ihm und schätze Orden und Ehren nicht gering“, meinte er.

Heintel, er war Gründungsrektor der Universität Klagenfurt, etablierte den europaweit einzigartigen Lehrstuhl für Philosophie und Gruppendynamik und mit diesem die Gruppendynamik an der Klagenfurter Alma Mater. Dieser Lehrstuhl hat nicht nur österreichweit, sondern auch international ausgestrahlt. Der Ausgezeichnete war zudem forschend und beratend in der Gemeindeentwicklung, unter anderem in Bad Bleiberg oder Heiligenblut tätig. Aufgrund von Habilitationen bei ihm wurden beispielsweise Lehrstühle für Organisationsentwicklung und Gruppendynamik an den Universitäten Wien, Witten-Herdecke oder Kassel besetzt. Zudem begleitete er im Auftrag des KWF eine Reihe von Beratungsprojekten für Kärntner mittelständische Unternehmen, darunter das erfolgreiche Programm „Strategie- und Organisationsentwicklung für Unternehmer“.

Heintel ist seit 1996 wissenschaftlicher Begleiter der Universitäts.club Symposien und hat die inter- und transdisziplinäre Orientierung des Wissenschaftsvereins Kärnten maßgeblich beeinflusst und unterstützt. Zudem war er Gründer und Gründungsobmann des „Vereins zur Verzögerung der Zeit“. Neben seinen zahlreichen Publikationen hat sich Heintel mit seinen Publikationen auch in den Ortstafelkonflikt eingebracht und seinen diesbezüglichen Rat und sein Wissen zur Verfügung gestellt.


Rückfragehinweis: Büro LH Kaiser
Redaktion: Michael Zeitlinger
Fotohinweis: LPD/fritz-press