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HCB im Görtschitztal 21 - Information für Menschen im Görtschitztal ist das oberste Gebot

08.12.2014
Die mit ihren Referaten betroffenen Regierungsmitglieder des Landes Kärnten berichten aus ihren Bereichen. Umweltbundesamt attestiert Kärnten sorgsame Arbeit
Bei der Info-Veranstaltung in der Landesregierung heute, Montag, Abend mit Gemeindevertretern aus dem Görtschitztal und Sozialpartnern erklärte Landesrat Christian Benger, gleich nach dem Bekanntwerden erhöhter HCB-Werte die betroffenen Landwirte informiert zu haben. „Mittlerweile ist eine umfassende Analyse aller betroffenen Bereiche im Gange. Gemeinsam mit der Landwirtschaftskammer richtete der Agrarreferent eine Futtermittelbörse ein, um das belastete Futter rasch austauschen zu können. „Ein Futtermittelkoordinator sorgt für die Beratung vor Ort und für einen geregelten Ablauf“, so Benger. Genaue Ergebnisse der Futtermittelproben liegen kommende Woche (bis spätestens 18. Dezember) vor.

Umweltlandesrat Rolf Holub versicherte, sofort nach Bekanntwerden des Vorfalles die Verbrennung von Blaukalk im Zementwerk W&P untersagt zu haben. „Wir prüfen alles, eine Sonderumweltkommission dreht alles um. Wir gehen nach dem Ausschlussprinzip vor. Wir arbeiten völlig transparent und stellen alle gesicherten Informationen auf die Homepage www.ktn.gv.at“, sagte Holub. Überprüfungsdaten würden stündlich übermittelt werden, so Holub.

Jagdreferent LR Christian Ragger gab zu bedenken, dass sowohl die Menschen als auch die Tiere betroffen seien. Vergangene Woche wurden in einem Stück Rotwild erhöhte HCB-Werte festgestellt. Gemeinsam mit Landesjägermeister Ferdinand Gorton werden weitere Überprüfungen in den Bezirken St. Veit, Feldkirchen und Völkermarkt angestrebt. Am Donnerstag plant Ragger in Eberstein eine Infoveranstaltung für Jäger.

„Die Lebensmitteluntersuchungen laufen, auf Grund der umfassenden Analysen gibt es derzeit noch nicht alle Daten“, sagte Gesundheitsreferentin LHStv. Beate Prettner. Nun sei es wichtig die Menschen mit den vorhandenen gesicherten Informationen zu versorgen. Die umfassende Information sei wichtig, um vor möglichen Folgeschäden zu schützen und einen Vorfall in Zukunft zu vermeiden. Zudem wurde eine Infohotline eingerichtet (050 / 536 – 15121). Ab Mitte der Woche wird in den betroffenen Gemeinden die Möglichkeit geschaffen, auf ausdrücklichen Wunsch der Menschen vor Ort, das Blut auf HCB untersuchen zu lassen. „Neben dem Gesundheitsministerium wurden sowohl die Med-Uni Wien als auch das Umweltministerium zu Rate gezogen, die die Kärntner Landesregierung bereits unterstützen“, so Prettner.

„Wir haben einen Strukturplan erarbeitet, um effektiv herauszufinden, welche möglichen Belastungen es auf die Natur und die Menschen gibt“, erklärte Karl Kienzl vom Bundesumweltamt. Laut Kienzl kommt HCB überall auf der Welt vor und kann nachgewiesen werden, Hinweise auf eine Gesundheitsgefährdung gibt es derzeit nicht. Die HCB-Werte aus dem Görtschitztal werden nun mit Werten aus anderen Regionen verglichen, um zu eruieren, inwieweit es Erhöhungen gibt. „Mögliche Risiken werden derzeit untersucht. Soweit wir sehen, wird hier von der Landesregierung sorgsam gearbeitet, alles wird sehr gut aufbereitet“, so Kienzl.


Rückfragehinweis: Büro´s LHStv. Prettner, LR Ragger, LR Benger, LR Holub
Redaktion: GAK