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KULTUR

Anerkennung und Förderung für Schaffen dreier junger Künstler

10.12.2014
LR Benger: Stipendien für künstlerische Fotografie, spartenübergreifende Kunstformen und Musik vergeben
„Die Förderung unseres künstlerischen Nachwuchses muss unser zentrales Anliegen sein“, erklärt Kulturlandesrat Christan Benger heute, Mittwoch. Für ihn stellen Stipendien eine Anerkennung und Förderung für das Schaffen junger Künstlerinnen und Künstler dar. „Stipendien sollen auch die Umsetzung eines künstlerischen Vorhabens und den Einstieg in die österreichische und internationale Kunstszene erleichtern“, so Benger weiter. Erst kürzlich wurden die Stipendien für künstlerische Fotografie und elektronische Medien, für spartenübergreifende Kunstformen sowie für Musik vom jeweiligen Fachbeirat beschlossen und vom Kulturlandesrat vergeben.

Bernd Klug wurde aus fünf Einreichungen als Bezieher des Stipendiums für spartenübergreifende Kunstformen ermittelt. Das Stipendium ist mit 10.500 Euro dotiert. Laut dem Fachbeirat für Musik hat das Projekt von Klug vollinhaltlich der Intention der Ausschreibung entsprochen. Klug befindet sich derzeit in der Planungsphase eines noch nicht offiziellen Kulturprojekts im Austrian Cultural Forum in New York. Der gebürtige Villacher lebt seit einiger Zeit in New York und studiert im letzten Jahr das prestigeträchtige Master of Fine Arts Programm des Bard College´s in Upstate New York. Für 2015 plant Klug, Sound-Installationen zu realisieren, die jeweils auf die Besonderheiten des Ausstellungsortes aufgebaut sind und dessen soziales Umfeld interaktiv zur (Echtzeit-)Basis einer Komposition wird. Mittels Feedback, Saiten, selbstgebauten Resonatoren und klanglicher Verarbeitung von elektromagnetischen Feldern werden verschiedenste Wege entwickelt, um all die unsichtbare Information, die sich in Gebäuden und zwischen uns Menschen befindet, als Musik zu präsentieren und so erweiterte Konzepte zu einer möglichen zeitgenössischen Musiktheorie zu untersuchen.

Das Stipendium für künstlerische Fotografie und elektronische Medien wurde vom Fachbeirat für bildende Kunst unter neun Einreichungen einstimmig an Wolfgang Wohlfahrt vergeben. Es ist mit 5.000 Euro dotiert. Teil des Stipendiums ist auch eine Atelierwohnung im Europahaus Klagenfurt für die Zeit von 1. Mai bis zum 30. September 2015. Das Thema „Fotografie Skulptur Fotografie“ und das Konzept von Wohlfahrt, einem gebürtigen Spittaler, haben den Fachbeirat vollkommen überzeugt. Skulpturen, Denkmäler, Mahnmale, zeitgenössische Kunstwerke im öffentlichen Raum werden in Klagenfurt und Umraum aufgesucht und fotografiert. Anschließend erfolgen Recherchen über diese Skulpturen, ihre Urheber, die Bedeutung, Geschichte, Entstehung und Herkunft. Die Ergebnisse werden zum Standort in Beziehung gesetzt. Die Skulpturen werden mit dem neu recherchierten „Kontext“ mit Ortsbezug und neuem Verständnis noch einmal fotografiert. Den Abschluss soll eine Ausstellung bilden.

Daniel Oliver Moser, einem gebürtigen Lienzer, wurde heuer das Stipendium für Musik vom Fachbeirat für Musik in Höhe von 10.500 Euro zugesprochen. Es lagen sieben Einreichungen vor. Moser wird bereits existentes Basismaterial aus Kunstwanderungen aus allen Teilen der Erde für fiktive akustische, installative und graphische „Landkarten“ verwerten, die das Ziel verfolgen, die Beziehungen zwischen Objekten (Klängen) und der dadurch repräsentierten Realität zu hinterfragen. Die Komposition wird einen ausgedehnten Zyklus lose zusammenhängender Miniaturen (Arbitrarium) für Ensemble und Elektronik umfassen - die „gefundenen“ Klänge sollen dabei auch Eingang in die Musik finden - sowohl in ihrer konkreten Form als auch in daraus gewonnenen Ableitungen (Spektralanalysen, Instrumentalsynthesen etc.). Die Uraufführung wäre ein Konzert zeitgleich mit der Vernissage einer Ausstellung der entstandenen Arbeiten wobei aus dem akustischen Material auch eine Klanginstallation erarbeitet werden soll. Moser komponiert nach Ansicht des anwesenden Personenkreises in musikalisch reifer, hochentwickelter Musiksprache auf der Höhe der Zeit. Er verstehe es, spektrale Musik mit Tradition zu verbinden.


Rückfragehinweis: Büro LR Benger
Redaktion: Robitsch/Böhm