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HCB im Görtschitztal 25 - HCB-Gegenmaßnahmen in der Landwirtschaft laufen

10.12.2014
LR Benger: Aktueller Stand über Futtermittelproben, Futtermittelaustausch, Milchproben und Fleisch - Milch von 21 geschlossenen Betrieben wird weiterhin fachgerecht entsorgt

 „Die Lage für die Landwirtschaft im Görtschitztal ist ernst, der Imageschaden noch gar nicht bewertbar. Zahlreiche Maßnahmen, um das Tal zu entlasten und die Landwirtschaft zu unterstützen, sind im Laufen“, berichtete heute, Mittwoch Agrarlandesrat Christian Benger.

Derzeit laufen die flächendeckenden Futtermittelproben. Zusätzliches Personal, das per Bescheid des Landes von der Landwirtschaftskammer gewonnen wurde, beschleunigt die Beprobung des Futters. Bis kommenden Montag, 15. Dezember, werden über 900 Proben im Labor der AGES in Wien sein. „Auch die AGES arbeitet derzeit im Voll- und Schichtbetrieb, weil die Untersuchung der Proben aus dem Görtschitztal Priorität hat“, so Benger. Weitere 500 Proben werden bis 17. Dezember in ein weiteres Labor geliefert sein.

Bis dato wurden 370 Tonnen Futter und 56 Tonnen Silage als Ersatz an 21 Milchbauern ausgeliefert. „Sauberes Futter ist die Grundlage für saubere Milch und sauberes Fleisch. Daher setzen wir hier massiv an“, so Benger. Der Austausch des Futters bei den gesperrten Betrieben ist ebenfalls organisiert. Ein eigener Futtermittel-Koordinator wurde eingesetzt, um vor Ort den Bedarf und die Logistik mit den Landwirten gemeinsam zu erheben.

Derzeit werde laut Benger die Milch von 57 Milchbauern im Görtschitztal abgeholt. Die Milch von 21 Milchbetrieben gelange derzeit nicht in den Handel, sie werde fachgerecht entsorgt. Im Detail: 13 Betriebe sind seit Vorliegen der Ergebnisse der Milchproben gesperrt, acht Betriebe der Sonnenalm-Molkerei sind ebenso nicht freigegeben. „Die Milch von diesen Betrieben wird nach wie vor fachgerecht entsorgt, sie kommt nicht in den Handel“, bekräftigte Benger einmal mehr.

Betonen wolle Benger jedoch, dass die Milch von 36 Bauern aus dem Görtschitztal frei gegeben ist und demnach geliefert und verarbeitet werde. „In Kärnten werden im Jahr 184 Millionen Liter Milch produziert und verarbeitet. Aus dem Görtschitztal kommen davon rund zwei Millionen Liter im Jahr. Wir haben derzeit wohl die am besten kontrollierte Milch am Markt. Ich möchte die Konsumenten in dieser heiklen Situation auf Grund der Milchmengen aber auch darauf hinweisen, dass nicht die ganze Milch, die in Kärnten erzeugt wird, betroffen ist“, sagte Benger.

Als Agrarlandesrat habe Benger am dritten Tag nach Bekannt werden der HCB-Grenzwertüberschreitungen sämtliche Milchbauern in einer Veranstaltung informiert und gemeinsam mit der Landwirtschaftskammer einen entsprechenden Maßnahmenkatalog ausarbeiten lassen. Die Information ging über sämtliche zur Verfügung stehenden Kanäle zu den Milchbauern. Die gesperrten Betriebe hat Benger besucht und persönlich über die weiteren Schritte informiert. In einer weiteren Veranstaltung vorige Woche gab es Informationen über den neusten Stand der Entwicklungen und auch heute, Mittwoch, ab 19 Uhr im Werkskulturhaus in Klein St. Paul werde Benger gemeinsam mit den Experten der Agrar- und Veterinärabteilung sowie der Landwirtschaftskammer vor Ort die Bauernschaft informieren.

Nach Schlachtungen liegen derzeit von elf Untersuchungen die Ergebnisse vor, wobei drei Schlachtstücke aus dem Verkehr gezogen worden sind. Bei einem Rind lag das HCB-Ergebnis deutlich über dem Grenzwert, bei zwei weiteren lag der Wert knapp unter der zugelassenen Grenze. Weitere Schlachtungen stehen an, dort werden ebenfalls Proben gezogen. „Bis nicht ein Ergebnis vorliegt, kommt kein Fleisch in den Handel“, betonte Benger.


Rückfragehinweis: Büro LR Benger
Redaktion: Robitsch/Zeitlinger