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HCB im Görtschitztal 31 – Bevölkerung wird weiterhin gebeten, vorsichtig mit Lebensmitteln umzugehen

15.12.2014
Spinat und Zuckerhut von zwei Haushalten in direkter Werksnähe betroffen
Im unmittelbaren Nachbarbereich des Wietersdorfer Zementwerkes wurde in zwei Gemüseeinzelproben ein gering erhöhter Quecksilberwert festgestellt. Das teilte heute, Montag, Landeskoordinator Albert Kreiner mit. Konkret wurden diese Werte bei zwei Haushalten in Spinat und Zuckerhut gemessen – beides war nur für den Hausgebrauch vorgesehen und ging nicht in Verkehr. Die Betroffenen wurden informiert und haben das Gemüse im Hausmüll entsorgt. Bei allen anderen bisher gezogenen Proben wurde kein Quecksilber festgestellt.

„Wie wir schon mehrfach betont haben, steht für uns die Gesundheit der Menschen im Görtschitztal absolut im Mittelpunkt. Daher handeln wir sehr vorsichtig, sensibel und transparent“, erklärte Landeshauptmann Peter Kaiser. Wie Kreiner ausführte, gibt es für Gemüse keine Quecksilber-Grenzwerte. Zum Vergleich habe man Probenergebnisse von Global 2000 herangezogen, die im Oktober 2014 über Speisefische aus dem Attersee veröffentlicht wurden. „Das im Spinat und Zuckerhut festgestellte Quecksilber ist ungefähr 1/50 des erlaubten Höchstgehalts in Süßwasserfischen“, so Kreiner. Das Land Kärnten gehe aber bewusst „streng“ vor und ziehe den Aktionswert für Säuglingsnahrung (0,01 mg/kg) heran. Dieser Aktionswert sei mit den Spinat- und Zuckerhutproben erreicht worden. Es erfolge nun eine genaue Risikobeurteilung dieser Proben, zudem würden sie in die toxikologische Beurteilung miteinbezogen.

„Obwohl es sich hier nur um zwei Einzelfälle in direkter Werksnähe handelt, bitten wir die Görtschitztaler Bevölkerung, weiterhin vorsichtig mit ihren Lebensmitteln umzugehen“, so Kaiser. Es werde darum gebeten, Lebensmittel vorsichtshalber nicht im Kompost, sondern im Hausmüll zu entsorgen. „Die Lebensmittel sind aufgrund der geringen Belastung mit Schadstoffen zwar nicht für die Kompostierung geeignet, können aber mit dem Restmüll (Hausmüll) als Siedlungsabfall entsorgt werden“, führte Kreiner aus. Er teilte weiters mit, dass insgesamt 47 Proben vorliegen und in 45 kein Quecksilber festgestellt wurde. „Auch bei den beiden betroffenen Haushalten war Quecksilber nur im Spinat und Zuckerhut. Wir haben auch deren Äpfel und sonstiges Obst, die Salate, Kräuter, Braunhirse und Dinkel untersucht – in keiner dieser Proben war Quecksilber zu finden“, sagte der Landeskoordinator.

Kreiner wies außerdem darauf hin, dass es im Zusammenhang mit den Blaukalklieferungen zu w&p laufend Quecksilberimmissionsmessungen gegeben habe, die entsprechende Dauermessstelle sei am Pemberg eingerichtet. „Weil nicht nur auf HCB hin gemessen und geprüft wird, dauert es länger, bis alle Ergebnisse vorliegen. Es zeigt sich aber auch, wie wichtig diese umfassenden Messungen und Beprobungen sind“, ergänzte Kaiser.


Rückfragehinweis: Büro LH Kaiser; Landeskoordinator Kreiner
Redaktion: Markus Böhm