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Regierungssitzung 5 - Gräuel der Geschichte nicht vergessen

27.01.2015
LR Benger: Errichtung der Gedenkstätte KZ Loibl Nord schreitet voran – 54.000 Euro bereits investiert – Weitere 30.000 Euro aus dem Kulturreferat für 2015
Die Maßnahmen zur Errichtung einer Gedenkstätte KZ Loibl Nord nehmen weiter Gestalt an. 2013 und 2014 wurden bereits über 54.000 Euro aus dem Kulturreferat des Landes für die Gestaltung dieses Mahnmals aufgewendet. In der Sitzung der Kärntner Landesregierung heute, Dienstag, wurden aus dem Kulturreferat weitere 30.000 Euro für 2015 zur Verfügung gestellt.

„Ich sehe darin einen wichtigen Beitrag zu einer Erinnerungskultur, zur Aufarbeitung der Vergangenheit und zur Prävention für die Zukunft“, teilte Kulturreferent LR Christian Benger im Pressefoyer nach der Sitzung mit. Die Ziele für alle Maßnahmen lauten: „Sich mit Demut dem Areal nähern und die Unverfälschtheit des Areales sichern“, betonte Benger. Die Errichtung der Gedenkstätte verbessere laut Benger auch das optische Erscheinungsbild des Areals und ermöglicht damit ein würdiges Gedenken an die größten Verbrechen unserer Geschichte.

2013 und 2014 wurden Bauschutt abgetragen, archäologische Befunde entsprechend abgedeckt, historische Flächen sichtbar gemacht, eine Abgrenzung des KZ-Areals errichtet, Stromanschlüsse installiert und es erfolgte eine regelmäßige Pflege der Wiesenflächen durch den Bauhof Ferlach. „Dieses Projekt entsteht durch die Zusammenarbeit der entsprechenden Bundesstellen, des Mauthausen-Komitees, der entsprechenden Stellen im Land und der Gemeinde Ferlach. Diese gemeinsame Vorgangsweise wollen wir beibehalten“, so Benger.

Mit den Mitteln für 2015 soll die Forststraße, die momentan quer durch das ehemalige Häftlingslager verläuft, verlegt werden. Schwere LKW würden damit die Straße nicht mehr befahren und es würde laut Benger eine Bereinigung der für die Gedenkstätte unwürdigen Situation herbeigeführt. Die Machbarkeit werde derzeit von der Agrarabteilung des Landes geprüft. Weiters soll die Markierung der ehemaligen Häftlingslager-Ausmaße und die Sichtbarmachung von fünf Häftlingsbaracken erfolgen.

Informationstafeln und Berichte von Zeitzeugen werden laut Benger die Geschehnisse im ehemaligen Außenlager des KZ Mauthausen den Besuchern künftig näherbringen. „Notwendig ist auch eine Lösung bezüglich der Waschbaracke. Die Experten beraten über die Form der Umsetzung“, weist Benger hin.

Die Adaptierung der Gedenkstätte erfolgt durch die partnerschaftliche Projektentwicklung seitens des Bundesdenkmalamtes Wien, des Landeskonservatorat für Kärnten, dem Verein Mauthausen-Komitee Kärnten/Koroska, dem Bundesministerium für Inneres, der Abteilung IV/7 der TU Wien, dem Institut für Kunstgeschichte der Universität Wien sowie dem Institut für Ur- und Frühgeschichte, der Stadtgemeinde Ferlach und dem Amt der Kärntner Landesregierung, Abteilung 3 und Abteilung 6 (UA Kunst und Kultur).


Rückfragehinweis: Büro LR Benger
Redaktion: Robitsch/Zeitlinger